Die Absaugmethode (Vakuumaspiration)

Die Absaugmethode (Vakuumaspiration)
Geschrieben von: Jeanette, Psychologin · zuletzt aktualisiert: 26.11.2020

Ablauf und Informationen zur Absaugmethode

Die Absaugung, auch Vakuumaspiration genannt ist eine der möglichen operativen Methoden der Abtreibung. Im Folgenden geben wir Dir Antworten auf wichtige Fragen, die Du Dir vermutlich stellst:

Wie läuft eine Absaugung ab? Welche Risiken gibt es? Was heißt das nun für mich?

Unser Tipp:

 

Die wichtigsten Fakten zur Absaugmethode

Die Absaugung, ist die am häufigsten angewandte Abtreibungsmethode in Deutschland. Hier findest Du die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Die Absaugung gehört wie die Ausschabung zu den chirurgischen (instrumentellen) Schwangerschaftsabbrüchen.
  • Sie wird meist ab der 7. SSW angewandt.
  • Die Operation wird in der Regel ambulant durchgeführt und dauert bei komplikationsfreiem Verlauf 10-15 Minuten.
  • Dabei ist entweder eine Vollnarkose oder (in selteneren Fällen) eine örtliche Betäubung des Muttermundes notwendig.
  • Das Statistische Bundesamt verzeichnet, dass 56,9 Prozent der Abtreibungen in Deutschland im Jahr 2019 durch eine Vakuumaspiration durchgeführt wurden.

 

Ablauf eines Schwangerschaftsabbruchs durch Absaugung

 

Vor der Operation

Hat die schwangere Frau zuvor noch kein Kind geboren, so bekommt sie in den meisten Fällen einige Stunden zuvor ein Prostaglandin (meist Misoprostol oder Cytotec) verabreicht. Dies ist ein Hormon, das den Muttermund weich und dehnbar macht. Das Medikament wird meist in Form von Tabletten oder Gel in die Scheide eingeführt, seltener auch als Injektion verabreicht.

Unmittelbar vor dem Eingriff wird, wie bei anderen Operationen auch, durch einen Anästhesisten die Kurznarkose eingeleitet bzw. eine örtliche Betäubung gesetzt.

 

Ablauf der Operation

Der Eingriff selbst dauert etwa zehn bis 15 Minuten. Dabei geht der Arzt folgendermaßen vor:

  • Die Öffnung des Muttermundes wird mit speziellen Stiften (sogenannten Hegarstiften) gedehnt.
     
  • Durch den erweiterten Muttermund führt der Arzt nun einen flexiblen Plastikschlauch in die Gebärmutter ein. Dieser ist mit einer Saugpumpe verbunden.
     
  • Durch einen starken Sog wird der Embryo mitsamt Plazenta (Mutterkuchen) abgesaugt.

 

Nach der Operation

Im Anschluss an den eigentlichen Eingriff kontrolliert der Arzt per Ultraschall, ob Überreste des Embryos in der Gebärmutter zurückgeblieben sind. Damit keine Entzündung entstehen kann, werden diese Überreste gegebenenfalls erneut abgesaugt, oder es wird zusätzlich eine Ausschabung vorgenommen.

Etwa zwei Stunden nach dem Eingriff wird die Frau nach Hause entlassen. Sieben bis 14 Tage nach einem Schwangerschaftsabbruch durch Absaugen ist eine Nachuntersuchung notwendig.

 

Wie sicher ist eine Abtreibung durch Absaugen?

Ein Schwangerschaftsabbruch mittels Absaugmethode weist insgesamt eine geringere Komplikationsrate als die Ausschabung auf. Dennoch gibt es auch bei einer Absaugung bestimmte Nebenwirkungen und mögliche Risiken. Der Arzt klärt beim jeweiligen Vorgespräch genauer darüber auf, wie hoch die Risiken sind. Mögliche Risiken und Nebenwirkungen sind:

 

1) Nebenwirkung Schmerzen

Die Gebärmutter reagiert nach der Absaugung mit wehenartigen Kontraktionen, um sich wieder auf ihre Ausgangsgröße zusammenzuziehen. Dabei kann es zu ziehenden, krampfartigen Schmerzen, wie zu Beginn einer heftigen Regelblutung, kommen.

 

2) Nebenwirkung Nachblutung

Nach einer Absaugung tritt häufig eine Blutung auf, die bis zu zwei Wochen andauern kann. Diese ist meist nicht so stark wie bei der normalen Menstruationsblutung. Es gibt auch Frauen, bei denen erst am dritten oder fünften Tag eine Blutung einsetzt, mit anschließenden Schmierblutungen über mehrere Tage.

 

3) Erhöhtes Infektionsrisiko während der Nachblutung:

Um Infektionen zu vermeiden, werden Frauen nach einer Abtreibung durch Absaugung angehalten, auf

  • Tampons
  • Geschlechtsverkehr
  • Baden oder Schwimmen
  • sowie Saunabesuche

zu verzichten, bis die oben genannte Nachblutung aufgehört hat.

 

4) Mögliche langfristige Folgen

Die möglichen körperlichen Folgen und Risiken einer operativen Abtreibung kannst Du in diesem Artikel nachlesen: Körperliche Folgen einer Abtreibung.

Neben den körperlichen Risiken erleben wir es in der Beratung immer wieder, dass Frauen mit dieser Entscheidung auch innerlich zu kämpfen haben. Daher ist es ratsam, dass Du im Voraus auch diesen Punkt abwägst und in Deinen Entscheidungsprozess mit einbeziehst. Du darfst Dir die Zeit nehmen, die Du brauchst, um nach und nach herauszufinden, welche Entscheidung für Dich stimmig ist.

  • Falls es Dich interessiert, wie andere Frauen eine Abtreibung erlebt haben, kannst Du in unserem Forum mehr darüber erfahren.

 

Wie kann es für Dich weitergehen?

Vermutlich bist auch Du schwanger und die Schwangerschaft scheint Dir – aus welchen Gründen auch immer – gerade sehr viele Sorgen zu bereiten. Nun überlegst Du, ob ein Schwangerschaftsabbruch für Dich infrage kommt und informierst Dich über die verschiedenen Methoden.

Womöglich sind während des Lesens noch mehr Fragen in Dir aufgekommen. Vielleicht fühlst Du Dich auch weiterhin einfach hin- und hergerissen. Um mit all dem, was Dich da gerade bewegt, nicht alleine zu sein, nimm gerne Kontakt mit uns Beraterinnen auf. Wir stehen Dir in dieser schwierigen Situation als neutrale Ansprechpartnerinnen zur Seite, wenn Du das möchtest, und können gemeinsam mit Dir überlegen, welche Wege es für Dich geben kann.

Unser Tipp: ⚖️ Mach den Abtreibungstest!

 

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