Eine Frau, die ungewollt schwanger ist und unter Depressionen leidet, durchlebt eine große Lebenskrise. Niedergeschlagenheit, Verzweiflung und ein schmerzendes Gefühl von Überforderung kann den Alltag in einer solchen Situation überlagern. Wie kann es jetzt gelingen, wieder "einen Boden unter die Füße" zu bekommen? 

Ein erstes Hoffnungszeichen

Depressionen gehen oft mit einer großen Antriebslosigkeit einher. Deshalb ist es bereits ein erstes Hoffnungszeichen, wenn Sie sich als betroffene Frau durch das Suchen im Internet sozusagen "auf die Reise" begeben – auf die Suche, Inhalte zu lesen, die Ihre jetzige Situation möglichst zutreffend beschreiben, und den ein oder anderen Lichtstrahl bringen können. Wer denkt, 'mir kann sowieso nichts und niemand helfen', hätte nicht gegoogelt. Im Versuch, Brauchbares und Ermutigendes zu finden, liegt schon ein kleines Flämmchen Hoffnung. Und dazu möchten wir Ihnen gratulieren! 

 

Verstanden werden

Menschen, die unter Depressionen leiden, haben in der Regel ein sehr feines Gespür dafür, wer es ernst mit ihnen meint und sie wirklich verstehen will. Sie wollen nicht mit 0815-Sprüchen abgespeist werden. Umso dankbarer sind sie, wenn sie im Gegenüber eine Person erkennen, die wirklich mitfühlen kann. Die Art der Unterstützung für solche Personen sollte daher nicht einer Schablone gleichen, an die sich die hilfesuchende Frau anpassen muss. Andersherum: An der Frau mit ihrer einzigartigen Geschichte, bei ihrer ganz konkreten Not sollte Maß genommen werden. Das vielleicht wichtigste dabei: Zeit. Zeit und das Bemühen, die Frau wirklich zu verstehen. Als ungewollt schwangere Frau, die unter Depressionen leidet, können Sie im Rahmen der kostenfreien Pro Femina-Schwangerschaftskonfliktberatung über Ihre Probleme sprechen – ohne Zeitdruck oder Bürokratie. Sondern mit einer Beraterin an Ihrer Seite, die zuhören und verstehen möchte.

 

Schwanger und Antidepressiva?

Eine ganz konkrete Frage von ungeplant schwangeren Frauen, die unter Depressionen leiden, ist oftmals: Müsste ich Medikamente gegen meine Depressionen sofort absetzen? Können solche Medikamtente schon jetzt dem Kind geschadet haben? Die Antwort darauf lautet: Die meisten Antidepressiva stellen keine gravierende Gefahr für die Gesundheit des Kindes dar. Im Einzelfall sollte ein sorgfältiges Abwägen zwischen Psychiater und Gynäkologe erfolgen. Es kann bei einigen wenigen Medikamenten notwendig sein, ein Antidepressivum auf ein Ausweichmittel mit derselben Wirkung umzustellen. Manche Antidepressiva können sogenannte Anpassungsstörungen des neugeborenen Kindes verursachen – zum Beispiel Trink- oder Atemschwierigkeiten. Deshalb ist es zu empfehlen, dass eine Schwangere, die in der Schwangerschaft Antidepressiva eingenommen hat, ihr Kind in einer größeren Klinik zur Welt bringt, die vorzugsweise auch eine neonatologische Abteilung (Intensivstation für Neugeborene) besitzt.

 

Die Entscheidung reifen lassen

Die ungewollte Schwangerschaft kann einer betroffenen Frau so richtig den Boden unter den Füßen wegziehen. Passiert das ganze dann auch noch in einer depressiven Phase, ist das Unwohlsein verständlicherweise erst recht groß. Gut möglich, dass auch die Frage "Abtreibung Ja oder Nein" im Raum steht. Jetzt eine große und nicht rückgängig zu machende Entscheidung wie die für oder gegen eine Fortsetzung der Schwangerschaft zu treffen, kann schier unerträglichen Druck bedeuten. Deshalb ist es ratsam, in dieser Situation eine solche Entscheidung sorgsam reifen zu lassen. 

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