Heute ist mein Ältester 10 Jahre alt geworden. Nach ihm habe ich noch zwei weitere Kinder auf die Welt gebracht. Und die Geburtstage meiner Kinder sind für mich immer ein Anlass, intensiv an ihre Geburts-Tage zurück zu denken...

von Andrea (38 Jahre, Name geändert), Mutter von drei Kindern (*2008, *2011, *2013)

Insbesondere auf die erste Entbindung habe ich versucht mich mit Lektüre, Kursen und Gesprächen bestmöglich vorzubereiten. Irgendwie hat man ja doch ein bisschen (viel) Angst... Aber „Ratgeber“ haben mich nicht wirklich weitergebracht. Und die vielen Frauen, die mir – spätestens ab sichtbarem Babybauch – unaufgefordert von ihren eigenen Geburtserlebnissen berichtet haben, haben mich eher verunsichert als beruhigt.

 

Das Besondere ist das Normale!

Inzwischen bin ich überzeugt davon, dass es eine „normale Geburt“ gar nicht gibt. Jede Geburt ist irgendwie besonders – auch wenn es keine (medizinischen) Komplikationen gibt. Und gerade das ist das eigentlich Normale an einer Geburt.

Mein Sohn kam drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt, was im Nachhinein nicht verwundert, da der Gebärmutterhals bereits verkürzt war. Aber eine genaue Prognose wollte damals niemand abgeben – vermutlich, um mich nicht zu beunruhigen. Und das hat voll geklappt! So konnte ich noch unbeschwert einen Tag im Freibad genießen – bevor einige Stunden später zuhause die Fruchtblase geplatzt ist.

Bei meinem zweiten und dritten Kind wusste ich ja schon besser Bescheid, was auf mich zukommt. Anhand der starken, regelmäßigen Wehen konnte ich selber gut abschätzen, wann es an der Zeit war, den kurzen Weg ins Krankenhaus zu fahren. Und dann ging alles ganz schnell. Zu schnell für die PDA (Periduralanästhesie, eine schmerzlindernde Maßnahme während der Wehen, Anm.d.Red.), die ich mir eigentlich gewünscht hatte. Aber auch das übersteht man.

 

Trotz Schmerzen: Bitte nochmal von vorn!

Mir hatte eine Bekannte erzählt, dass man die Schmerzen nach kurzer Zeit einfach vergisst, weil es „sonst ja nur Einzelkinder geben würde“. Und in der Tat kann ich mich – glücklicherweise! – nicht mehr allzu detailliert an die Schmerzen erinnern. Passende Worte gäbe es eh nicht, um sie zu beschreiben. Aber was ich noch genau weiß ist, dass ich im Kreißsaal mit meinem winzigen Sohn auf der Brust zu meinem Mann gesagt habe: „Das können wir von mir aus noch einmal machen.“ Und so war es dann ja auch.

Vor, während und nach der Geburt gab es zwei Menschen, die mir sehr geholfen haben: Mein Mann und meine (Beleg-) Hebamme. Auf beide hätte ich in keiner Phase verzichten wollen. Es tat einfach gut, sie um mich zu haben.

Ob ich heute etwas anders machen würde? Ja, da gibt es tatsächlich eine Sache. Bei meinem dritten Kind kam ich früher als meine Hebamme im Krankenhaus an und wurde zunächst wieder nach Hause geschickt, weil angeblich der Muttermund noch nicht weit genug geöffnet sei. Wir waren dann kaum eine Viertelstunde zu Hause, als wir wieder losgefahren sind – und keine zwei Stunden später war unser Baby da.

 

Schwangere haben´s drauf

Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt schon „Profi“ war, habe ich auf das Klinikpersonal mehr gehört als auf meinen eigenen Körper, der es ja eigentlich besser wusste. Das würde ich heute nicht mehr machen.

Ich finde es ganz normal, dass man sich auf die Geburt seines Kindes gut vorbereiten und für alle Eventualitäten gewappnet sein möchte. Aber man kann es damit auch übertreiben. Letztlich weiß eine Mutter – auch während der Geburt –, was gut für ihr Kind ist. Und ich wünsche allen Schwangeren, die das hier vielleicht lesen, dass sie darauf vertrauen können, dass eine Geburt etwas ganz Natürliches und Normales ist und dass sie es packen werden – wie zahllose Frauen vor ihnen. Wir können das!

 

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