Wie ist es, ein Kind zu bekommen? Im Pro Femina-Magazin berichten Mamas hautnah. Den Anfang macht Valentina. Die Geburt ihres Babys war alles andere als „normal“. Und sie hat für alle Schwangeren einen wichtigen Rat.

Wie lange hat die Geburt Deines Kindes gedauert?

Valentina (Name geändert), 28 Jahre, Mutter eines Kindes (*2018): Bei mir wurde die Geburt eingeleitet, da die Wehen nicht von alleine einsetzen wollten. Bei einer solchen Einleitung bekommt man zunächst eine sehr geringe Dosis Prostaglandin (zur Öffnung des Muttermunds), da man einen „Wehenschock“ vermeiden möchte. Diese Dosis hat bei mir allerdings nicht viel bewirkt. Hinzu kam, dass man bei mir noch einen OP-Bericht eingeholt hat, da bei mir knapp zwei Jahre zuvor eine gynäkologische Operation durchgeführt wurde. Somit ist also 24 Stunden lang kaum etwas passiert, ich hatte lediglich leichte Wehen. Erst am darauffolgenden Tag bekam ich mittags und abends jeweils eine weitere (etwas höhere) Dosis und in der Nacht ging es dann los mit den Wehen. Doch leider waren die Wehen bis zum Schluss weder stark noch regelmäßig genug, weshalb es noch den ganzen weiteren Tag gedauert hat, bis mein Baby endlich zur Welt kam. Somit hat es von Beginn der Einleitung bis zur Geburt etwa zwei Tage gedauert. In den Wehen „lag“ ich davon etwa 16 Stunden.

 

Hat sich Dein Baby in den Tagen vor der Geburt „zu Wort gemeldet“, oder war alles ruhig?

Valentina: In den letzten Wochen vor der Geburt habe ich mein Baby meistens dann gespürt, wenn ich selbst gerade saß oder lag – also auch sehr oft abends, wenn ich ins Bett gehen wollte und gerade am Einschlafen war:-) Sie hat sich einfach viel bewegt, getreten und hatte auch häufig Schluckauf;-)

 

Wann hast Du gemerkt: Jetzt sollte ich ins Krankenhaus?

Valentina: Bei mir wurde die Geburt eingeleitet, sodass ich also einen Termin im Krankenhaus hatte und von Wehen war da noch weit und breit nichts zu spüren. Ich bin dann ganz entspannt mit dem Auto ins Krankenhaus gefahren, auch bin ich am ersten Tag noch durchs Krankenhaus spaziert und habe sogar in der Cafeteria gemütlich eine Limo getrunken. So kann es also auch gehen!

 

Sind die Geburtswehen mit irgendetwas zu vergleichen?

Valentina: Meine Geburt und auch die Wehen waren nicht mit einer „normalen“ Geburt zu vergleichen und ich hatte bis zum Schluss auch keine sogenannten Presswehen. Doch die Schmerzen, die ich während des letzten Pressens hatte, sind mit nichts zu vergleichen: Mir blieb fast die Luft weg und ich fühlte nur noch Schmerz, wusste einen Moment lang gar nicht mehr, wie Pressen geht und im nächsten Moment war dann auch schon mein Baby da!

 

Wie waren die ersten Momente mit Deinem Baby?

Valentina: Ich bekam meine Tochter direkt nach der Geburt auf den Brustkorb gelegt: Ich nahm sie ganz behutsam in meine Arme, schaute mir ihr Gesichtchen an, streichelte ihr über den Kopf, den Rücken und war einfach sprach- und fassungslos über dieses Wunder. Und ich muss gestehen, dass ich in den ersten zwei Stunden vor lauter Rührung und Freude auch geweint habe. Ich war einfach überglücklich, endlich mein kleines Baby im Arm halten zu können. Schön war auch, meinen Mann an meiner Seite zu haben und mit ihm zusammen diese Momente zu erleben.

 

Warst Du mit dem Papi zufrieden? War der eher cool oder eher nervös drauf?

Valentina: Ich war mit dem Papi sehr „zufrieden“: Er hat entgegen unser beider Erwartungen die gesamte Zeit bis zur Geburt stark an meiner Seite gestanden und wirkte alles andere als nervös. Ich durfte während der heftigsten Wehen sogar seine Hand „zerquetschen“, das hat tatsächlich geholfen, den Schmerz abzuleiten und somit besser auszuhalten. Er war mein Halt und die ganze Zeit für mich da.

 

Was würdest Du heute anders machen?

Valentina: Bis jetzt kann ich nicht sagen, dass ich etwas anders machen würde – ich war mit der Entbindungsklinik sehr zufrieden und wüsste nicht, was ich hätte besser machen können. Lediglich die PDA (Periduralanästhesie, eine schmerzlindernde Maßnahme während der Wehen, Anm.d.Red.) werde ich wahrscheinlich beim zweiten Kind gleich von vornherein verlangen. Diese hatte ich zunächst abgelehnt, da ich es ohne schaffen wollte, doch das war sehr blauäugig und auf Empfehlung der Hebammen habe ich es dann getan.

 

Gibt es etwas, das Du den Schwangeren mitgeben möchtest, die diesen Artikel lesen?

Valentina: Man bekommt als Schwangere und dann als Mutter so viele verschiedene Meinungen zu hören: „Jede Frau kann stillen, also musst Du Dich nur genug anstrengen, dann klappt das schon.“ (Im Umkehrschluss: Wenn es nicht klappt, hast Du nicht alles gegeben?) Oder: „Du musst Stoffwindeln benutzen, da diese besser für die Babyhaut sind!“ (Im Umkehrschluss: Wenn nicht, ist Dir die Haut Deines Babys egal?) Oder: „Keine Kleider aus Baumwolle, da bei uns nur Schafwolle natürlich vorkommt!“ – lasst euch von solchen Stimmen nicht verrückt machen.

Das Wichtigste, das euer Kind braucht, ist LIEBE! Und noch ein Tipp: Beim Kinderwagenkauf muss es auch nicht das teuerste Modell sein. Mein Rat an alle Schwangeren: Hört auf euer Herz und euren Verstand, nicht auf all diese Stimmen. Ihr seid die Mütter und ihr wisst am besten, was das Beste für euer Baby ist – bleibt euch selbst treu und verliert euch nicht, weil ihr glaubt, ihr müsst alle Bewegungen mitmachen, die da so kursieren. Das Wichtigste ist, dass es euch und euren Kindern gut geht!

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