Viele Schwangere stellen sich vor, wie es "heute in einem Jahr" sein könnte. Dann wäre das Baby da. Was kann man dann noch unternehmen? Muss man sich sehr stark einschränken? Was ist zum Beispiel mit Urlaub?

Frisch gebackene Eltern wollen mit ihrem kleinen Baby meist nicht weit reisen, sondern erst einmal im Alltag ankommen. Wenn das Baby drei Monate alt ist und die junge Familie ihren Rhythmus gefunden hat, steigt die Lust auf die erste Rundreise zu Verwandten oder den ersten kleinen Urlaub. Beliebt sind Ziele in der jeweiligen Region, etwa eine Woche an der Ostsee, im Harz, im Schwarzwald oder im Allgäu.

Für Reisen ins Ausland (auch innerhalb der EU!) benötigen auch Babys schon einen Kinderreisepass. Das Foto muss kein biometrisches sein. Das Baby darf in die Kamera gucken, wie es möchte. Der Pass wird kurzfristig im Ortsamt der Gemeinde ausgestellt.

 

Der erste Flug mit Baby

Die meisten Fluggesellschaften nehmen die kleinen Passagiere erst mit, wenn sie mindestens sieben Tage alt sind.  Für seinen ersten Flug sollte das Baby aber etwa ein halbes Jahr alt sein, empfehlen manche Ärzte, da es trotz Stillen zu Schwierigkeiten beim Druckausgleich kommen kann. Andererseits können für die Kleinen lange Flüge in diesem Alter wieder anstrengender werden, weil sie sich schon an bestimmte Abläufe gewöhnt haben.

Die Fluggesellschaften versuchen in der Regel, den Eltern und ihren Babys einen angenehmen Flug zu ermöglichen. Sie bieten Babybetten an, die in die Rückenlehne des Vordersitzes eingehakt werden können. Sie haben Babynahrung und Spielzeug in Reserve und man kann wahlweise einen Buggy, einen Kinderwagen oder einen Kindersitz als Freigepäck mitnehmen.

Das Wichtigste beim Flug ist der Druckausgleich für das Baby beim Starten und Landen. Während des Steig- und Sinkflugs sollte das Baby an die Brust gelegt oder mit einem Fläschchen gefüttert werden.

 

Nadine und Christian*: Unsere erste Reise mit Baby

Zwei Monate Elternzeit! Emilia feierte ihren ersten Geburtstag und Papa Christian hätte viele Wochen zu Hause bleiben können. Aber Füße Hochlegen ist nicht das Ding dieser kleinen Familie! Schon ging es los zum Flughafen. Mama Nadine hatte unzählige Abende investiert, um eine sechswöchige Rundreise durch Mexiko zu planen. Alle drei schwärmen immer noch von Mexiko, weshalb sie wohl einiges richtiggemacht haben. Für die Leser des Pro Femina-Magazins haben sie ein paar Tipps:

Wir empfehlen, mit einem kleinen Baby auf der Grundlage der bisherigen Reiseerfahrungen zu planen. Wenn man schon viele Fernreisen gemacht hat, spricht nichts dagegen, das auch mit Baby zu machen. Wenn man bisher Pauschalreisen in europäische Mittelmeerländer gebucht hat, sollte die erste große Reise zu dritt nicht gleich in abgelegene exotische Winkel führen. Für das Baby ist es wichtig, dass sich Mama und Papa wohl fühlen und nicht gestresst sind. Über die medizinischen Gegebenheiten vor Ort sollte man gut informiert sein und Impfungen und Reiseapotheke rechtzeitig mit dem Hausarzt besprechen.

Lange Interkontinentalflüge sollte man nicht unterschätzen. Das Baby versteht nicht, wann es mit seiner Mama wieder aus dieser Röhre rauskommt. Es ist laut, die Luft ist trocken und es saust in den Ohren. Und es ist extrem langweilig! Richtig viel Lieblingsspielzeug muss ins Handgepäck und mit Stillen kann man die schlimmsten Tiefs überwinden. Wenn es möglich ist, sollte man einen Nachtflug buchen. Unsere Kleine hat den Flug zurück die meiste Zeit geschlafen.

Vor Ort sollte man immer viel Zeit einplanen, denn mit Baby dauert alles länger. Unser Reiseplan war teils etwas eng gesteckt, haben wir im nachhinein festgestellt. Also lieber weniger vornehmen, dafür aber entspannt für alle Beteiligten. Man kennt ja sein Kind schon ein paar Monate und weiß, wann man besser einen Gang rausnimmt.

 

Reisen mit Baby: Das sollte mit ins Handgepäck

Wickeltasche mit genügend Windeln und Tüten für den Müll, Mittel gegen Fieber und Koliken, Creme gegen Wundsein, Lätzchen, Wechselkleidung, warme Sachen, falls die Klimaanlage kalt eingestellt ist, verschiedenes Spielzeug, Babynahrung, Desinfektionsspray, Kuscheldecke, Spieluhr.

 

Reisen mit Baby: Hygiene und Gesundheit

In südlichen Ländern ist Leitungswasser meist gechlort und ungeeignet für die Zubereitung von Babynahrung. In einigen Ländern sollte man auch abgepacktes Wasser sicherheitshalber abkochen. In den meisten Ländern auch außerhalb der EU ist Babynahrung meist so gut, dass man sie nicht von zu Hause mitbringen muss.

Ein zentraler Punkt ist der Sonnenschutz. Selbst mit der besten Sonnencreme sollte ein Baby oder Kleinkind nicht zu lange direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, vor allem nicht in den Mittagsstunden. UV-Schutzkleidung und großzügig geschnittene Sonnenhüte sind ratsam. Sonnenschutz ist auch im Schatten notwendig! Sonnenschirm oder Sonnensegel sind eine optimale Strandausrüstung.

Wie die Reiseapotheke bestückt ist, hängt dann im Detail stark vom Reiseziel ab. Was Babys gegen Mückenstiche, Durchfall, Schnupfen und Fieber am besten hilft, fragt man am besten rechtzeitig vor Reisebeginn beim Hausarzt.

Mit einer Sitzdecke im Rucksack findet man fast überall ein gemütliches Plätzchen, um in Ruhe eine Stillpause einzulegen.

 

*Namen und Beratungsfälle sind Erfahrungen aus unserem Beratungsalltag nachempfunden. Es handelt sich um fiktive Personen in beispielhaften Situationen.  

Schlüsselwörter

Über den Autor