Seelische Folgen einer Abtreibung

Seelische Folgen einer Abtreibung

„… ich hatte einen Schwangerschaftsabbruch. Und nun bereue ich es zutiefst, dass ich das gemacht habe. Ich wünsche mir jetzt so sehr ein Kind wie noch nie zuvor … was ich getan habe, zerreißt mein Herz in tausend Stücke … ich muss laufend dran denken, wie weit ich wäre, Mädchen oder Junge … mein Partner versucht mich zu trösten, versteht mich aber nicht wirklich …“

Nach einer Abtreibung berichten viele Frauen von solchen und ähnlichen Gedanken und Gefühlen. Viele bereuen den endgültigen Schritt einer Abtreibung bereits unmittelbar nach dem Eingriff oder nach einer kurzen Zeit der gefühlten Entlastung. Vor allem dann, wenn die Entscheidung eigentlich zu schnell gefallen ist. Wenn der Verstand das eine sagte, das Herz aber bis zuletzt das andere.

Posttraumatische Belastungsstörungen

Eine Abtreibung kann zu einer echten seelischen Erkrankung führen, die sich in verschiedener Weise zeigen kann.

Manche Frauen geraten um den erwarteten Geburtstermin des abgetriebenen Kindes herum in eine tiefe Krise. Oder sie erinnern sich jedes Jahr schmerzhaft an den Abtreibungstag, dem Sterbetag ihres ungeborenen Kindes. Auch eine erneute Schwangerschaft bei ihr selbst oder im näheren Umfeld kann die Frau in eine tiefe Krise stürzen. Bleibt der neue Kinderwunsch jedoch unerfüllt, wird die Unfruchtbarkeit oft durch einen Schuldkomplex mit der Abtreibung in Verbindung gebracht.

Diese Frauen leiden unter verschiedenen körperlichen und seelischen Symptomen, welche bereits unmittelbar oder etwas zeitlich verzögert nach der Abtreibung auftreten.

Viele Frauen tragen ihre Verletzungen aber auch jahrelang im Inneren verborgen. Die körperlichen oder seelischen Störungen treten dann erst in einer späteren persönlichen Lebenskrise auf, z. B. bei der Trennung vom Partner oder bei einem Todesfall im persönlichen Umfeld.

Mögliche seelische Störungen nach einer Abtreibung:

  • Depressionen
  • Angsterkrankungen
  • Schuldgefühle
  • Beziehungsstörungen (oft folgt der Abtreibung die Trennung vom derzeitigen Partner)
  • Gefühlskälte
  • Suchtentwicklung
  • Alpträume
  • u.a.

Mögliche körperliche, durch psychische Belastung ausgelöste Störungen nach einer Abtreibung (je nach schon vorhandenen Veranlagungen):

  • Migränekopfschmerz
  • Rückenbeschwerden
  • Herzbeschwerden
  • Reizmagen
  • Menstruationsbeschwerden
  • u.a.

Erhöhtes Risiko nach Spätabtreibungen

Zwei Faktoren erhöhen nach Spätabtreibungen die Gefahr von seelischen Problemen:

  1. Die emotionale Bindung zum heranwachsenden Kind steigt in der Regel im Laufe der Schwangerschaft. Dementsprechend wahrscheinlich ist es, dass sich im Anschluss an eine Spätabtreibung Trauer- und Verlustgefühle bei der Schwangeren einstellen.
  2. Bei der Spätabtreibung wird das Kind im Mutterleib getötet und anschließend auf natürlichem Wege tot geboren. Die Mutter muss aktiv an der Geburt des toten Kindes mitwirken. Die physische und psychische Belastung, die mit diesem Vorgang verbunden ist, kann für die Frau zum Trauma werden.

Kostenlose Pro Femina – Hotline für Schwangerschaftskonfliktberatung: 0 8000 60 67 67 (Deutschland).

Kostenlose Pro Femina – Hotline für Österreich und die Schweiz: 00 8000 60 67 67 0 .

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