Mutterschaftsgeld

Mutterschaftsgeld

Beim Mutterschaftsgeld handelt es sich im Prinzip um eine Lohnersatzleistung für Frauen in einer vollen oder geringfügigen Beschäftigung, weil sie während des Mutterschutzes (sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und mindestens acht Wochen nach der Geburt) nicht beschäftigt werden dürfen.

Das Mutterschaftsgeld wird von der Krankenkasse oder vom Bundesversicherungsamt gezahlt und grundsätzlich durch einem Arbeitgeberzuschuss ergänzt. Zusammen sollen diese beiden Zahlungen das bisherige Nettoeinkommen der Frau ersetzen.

Wann gibt es was?

  1. Eine Frau, die in einer gesetzlichen Krankenkasse eigenständig versichert ist, erhält ein Mutterschaftsgeld von ihrer gesetzlichen Krankenkasse, in Höhe ihres bisherigen (durchschnittlichen) Nettoverdienstes, maximal jedoch 13 Euro pro Kalendertag. Dieses Mutterschaftsgeld ist an den Anspruch auf Krankengeld geknüpft. Besteht kein Anspruch auf Krankengeld, gibt es also auch kein Mutterschaftsgeld.
  2. Wenn die Frau privat krankenversichert oder aber in einer gesetzlichen Krankenkasse familienversichert ist, wird ein reduziertes Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt gezahlt, ebenfalls orientiert an ihrem bisherigen Nettoverdienst, maximal jedoch 210 Euro einmalig für den ganzen Zeitraum des Mutterschutzes.
  3. Betrug der bisherige Nettoverdienst mehr als 13 Euro pro Kalendertag (dem Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenkasse), besteht ein Anspruch auf einen Zuschuss des Arbeitgebers in der Höhe der Differenz, unabhängig davon, ob die Frau tatsächlich gesetzlich oder doch privat versichert ist. Der Arbeitgeberzuschuss entfällt dementsprechend, wenn der bisherige Nettoverdienst weniger als 13 Euro pro Kalendertag (390 Euro monatlich) betrug. Dieser Unterschiedsbeitrag des Arbeitgebers ist der Arbeitnehmerin in Mutterschutz immer zu zahlen, gleich ob sie die 13 Euro pro Tag von der Krankenkasse oder die 210 Euro einmalig vom Bundesversicherungsamt bekommt.

Das Mutterschaftsgeld ist steuer- und sozialversicherungsfrei. Das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse wird auf das Elterngeld angerechnet, das Mutterschaftsgeld des Bundesversicherungsamtes jedoch nicht.

Das Mutterschaftsgeld muss unter Vorlage einer Bescheinigung des Gynäkologen oder der Hebamme bei der Krankenkasse bzw. dem Bundesversicherungsamt und beim Arbeitgeber beantragt werden.

Sonderregelungen:

  1. Der Arbeitgeberzuschuss kann durch einen Zuschuss vom Staat ersetzt werden und zwar dann, wenn einer Frau während des Mutterschutzes zulässig gekündigt wurde (z.B. aus betrieblichen Gründen) oder wenn der Arbeitgeber aus Gründen der Insolvenz nicht zahlen kann. Dieser staatliche Zuschuss wird dann durch die Krankenkasse oder durch das Bundesversicherungsamt ausgezahlt, je nachdem, wo auch das Mutterschaftsgeld ausgezahlt wird.
  2. Wenn ein befristetes Arbeitsverhältnis während des Mutterschutzes endet, erhält die Frau fortan ein Mutterschaftsgeld in Höhe des Krankengeldes. Endete das Arbeitsverhältnis durch Eigenkündigung oder in beiderseitigem Einvernehmen, entfällt der Arbeitgeberzuschuss. Wenn das Arbeitsverhältnis erst während des Mutterschutzes beginnt, besteht ab diesem Zeitpunkt unter den bekannten Bedingungen ein Anspruch auf Mutterschaftsgeld.
  3. Arbeitslose, die eigenständig gesetzlich krankenversichert sind, erhalten von ihrer Krankenkasse ein Mutterschaftsgeld in Höhe des bisherigen Arbeitslosengeldes. Schwangeren, die Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beziehen, wird ab der 13. Woche ein Mehrbedarfszuschlag in Höhe von 17% ausgezahlt.
  4. Frauen, die nicht in einem Arbeitsverhältnis stehen (z.B. Hausfrauen oder Selbstständige), die jedoch mit Anspruch auf Krankengeld eigenständig gesetzlich versichert sind, bekommen ein Mutterschaftsgeld in Höhe des Krankengeldes.

Kostenlose Pro Femina – Hotline für Schwangerschaftskonfliktberatung: 0 8000 60 67 67 (Deutschland).

Kostenlose Pro Femina – Hotline für Österreich und die Schweiz: 00 8000 60 67 67 0 .

Besuchen Sie unser Forum. Dort können Sie sich mit anderen Frauen austauschen, die sich mit dem Thema Abtreibung auseinandersetzen und können fragen, wie sie diese Situation bewältigt haben.