Unterhalt für die Mutter („Betreuungsunterhalt“)

Unterhalt für die Mutter („Betreuungsunterhalt“)

Wenn die Mutter des Kindes nicht mit dem Kindesvater verheiratet ist und aufgrund der Schwangerschaft und der Geburt kein ausreichendes Einkommen hat, kann sie von ihm auch Unterhalt für sich einfordern, und zwar unabhängig davon, ob sie alleinstehend oder mit einem anderen Mann verheiratet ist. Voraussetzung ist, dass die Vaterschaft anerkannt oder gerichtlich festgestellt wurde. Wenn die Vaterschaft gerichtlich und daher verspätet festgestellt werden musste, ist der Unterhalt auch rückwirkend zu zahlen.

Dieser Unterhalt für die Kindesmutter ist nicht mit dem Kindesunterhalt zu verwechseln, denn auf diesen hat das Kind immer einen Anspruch. Ob die Mutter einen Anspruch auf Unterhalt durch den Kindesvater hat, ist von ihrer eigenen finanziellen Situation abhängig.

Die Höhe des zu zahlenden Unterhalts für die Mutter wird individuell berechnet. Als Faustregel gilt jedoch, dass der Kindesvater den finanziellen Nachteil auszugleichen hat, der der Mutter dadurch entsteht, dass sie aufgrund der Schwangerschaft und der Geburt des Kindes nicht mehr oder zumindest weniger als bisher arbeiten kann. War die Mutter vor der Geburt gar nicht erwerbstätig (z.B. eine Studentin), muss der Vater einen Mindestunterhaltsbedarf in Höhe von 770 Euro monatlich zahlen. Allerdings ist auch hier die finanzielle Situation des Kindesvaters zu berücksichtigen. Ist der Kindesvater nicht in der Lage, für den der Mutter zustehenden Unterhalt aufzukommen, erhält sie entsprechend weniger. Die Unterhaltspflicht des Vaters gegenüber der Mutter beginnt sechs Wochen vor der Geburt des gemeinsamen Kindes (in Ausnahmefällen bereits vier Monate vor der Entbindung) und endet frühestens mit dem dritten Geburtstag des Kindes. Gibt es in der näheren Umgebung keine Betreuungsmöglichkeiten für das Kind und kann die Mutter deshalb noch keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, verlängert sich der Unterhaltsanspruch. Das trifft auch zu, wenn das Kind aufgrund einer Behinderung oder Entwicklungsverzögerung nicht von Dritten betreut werden kann.

Generell muss der Vater auch für die Kosten der Entbindung aufkommen, falls sie nicht durch die Krankenkasse der Mutter bezahlt wird. Außerdem muss er alle Sonderkosten tragen, die aufgrund bzw. während der Schwangerschaft entstehen (z.B. den Lohn für eine Vertretung, wenn die Mutter selbstständig ist). Auch das Geld für eine Säuglingserstausstattung kann verlangt werden.

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