Anenzephalie

Anenzephalie

Schließt sich das Neuralrohr am oberen Ende nicht, können sich Teile der Schädelplatte, der Hirnhäute, der Kopfhaut und des Gehirns nicht entwickeln. Das Kind kommt „ohne Gehirn“, d.h. mit einer Anenzephalie, zur Welt. Die meisten Kinder sterben während oder wenige Stunden nach der Geburt. Trotzdem entscheiden sich viele Frauen dazu, ihr Kind auszutragen, um sich von dem Kind in Ruhe verabschieden zu können.

„Als ich mit meinem 5. Kind in der 17. Schwangerschaftswoche war, erfuhr ich, dass mein Baby eine fatale Fehlbildung hatte: Anencephalie. Der Grossteil ihres Gehirns und der obere Teil ihres Schädels hatten sich nicht entwickelt. Wir verliessen die Arztpraxis völlig durcheinander und schockiert. Was sollten wir machen? Unsere Tochter würde sterben! Sollten wir die Schwangerschaft unterbrechen? Wir fuhren nach Hause und nach langem Beten und gegen den Ratschlag des Arztes, entschlossen wir uns das Baby zu behalten. Schliesslich war sie immer noch unser wertvolles, kleines Baby, auch wenn sie einen „gebrochenen Kopf“ hatte (so haben wir unseren Grossen die Anencephalie erklärt). […] Am 28. Dezember, fast in der 42. Schwangerschaftswoche, gingen wir in die Klinik, um die Geburt einzuleiten. Ich hatte gehofft und gebetet, dass meine Tochter lebend auf die Welt kommen würde. Ich wollte sie so sehr wenigstens einmal atmen sehen… ein einziges Mal fühlen, wie sie meinen Finger drücken würde… ihr einmal in die offenen Augen schauen können. Mein Wunsch erfüllte sich leider nicht. Sie hörte auf sich zu bewegen, nachdem der Arzt meine Fruchtblase zum Platzen gebracht hatte. Ich wusste in meinem Herzen, dass sie nun von uns gegangen war. Sie war das kleinste meiner Babies, aber das am schwersten zu gebärende. Ich glaube, dass ein Teil von mir sie nicht gehen lassen wollte. Als sie geboren war, legte mir sie der Arzt auf den Bauch. Ich schaute auf ihre wohlgeformten Füsse, ihre perfekten kleinen Beine, ihren Bauch, ihre Arme, ihre süssen Lippen und das kleine Gesichtchen. Sie war wunderschön! Ja, sie litt an Anencephalie, aber sie war wunderschön! Ich drückte sie an meine Brust, sie fühlte sich so wunderbar an in meinen Armen. Während 15 Stunden behielt ich sie bei mir. Ich trug sie, schaukelte sie, sang ihr unser Lied vor und gab ihr so viel Liebe, wie nur möglich. Auch wenn meine Arme jetzt leer sind, lebt sie weiter in meinem Herzen. Sie wird für immer unserer besonderer Engel bleiben.“

Tammy (Quelle)

 

 

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