Was tun gegen eine Kündigung in der Schwangerschaft?

Was tun gegen eine Kündigung in der Schwangerschaft?

Wenn der Arbeitgeber nichts von der Schwangerschaft wusste:

Wurde die Kündigung ausgesprochen, ohne dass der Arbeitgeber von der Schwangerschaft wusste, muss die Schwangere ihn innerhalb von zwei Wochen darüber informieren und ein ärztliches Attest vorlegen. Dadurch wird die bereits ausgesprochene Kündigung unwirksam. Versäumt die Schwangere diese zweiwöchige Frist ohne eigenes Verschulden, muss sie dies unverzüglich nachholen.

Bei einer Kündigung ohne Zustimmung der Behörde:

Wurde die Kündigung trotz Kenntnis der Schwangerschaft ausgesprochen oder hält der Arbeitgeber an der bereits ausgesprochenen Kündigung fest, ohne dass eine Zustimmung der zuständigen Behörde vorliegt, kann sich die Schwangere gerichtlich wehren.

Dazu sollte sie der Kündigung zunächst widersprechen und den Arbeitgeber schriftlich auffordern, die Kündigung innerhalb einer bestimmten Frist zurückzunehmen. Damit zeigt sie ihre Bereitschaft, weiterhin für diesen Arbeitgeber zu arbeiten. Außerdem sollte sie binnen drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung Klage vor dem zuständigen Arbeitsgericht erheben, um die Kündigung für nichtig erklären zu lassen. Ist sie mit dieser Klage erfolgreich, so muss der Arbeitgeber sie weiter bezahlen, auch wenn er sie nicht wieder einstellt. Während der Mutterschutzfristen muss er auch den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld zahlen.

Wenn eine Zustimmung der zuständigen Behörde vorliegt:

Falls die Zustimmung zur Kündigung der zuständigen Behörde vorliegt, kann die Schwangere ebenfalls binnen drei Wochen Klage erheben, nachdem ihr die Entscheidung seitens der Behörde bekanntgegeben wurde. Falls die Behörde sie nicht über die Zustimmung zur Kündigung informiert hat, kann sie auch noch nach Ablauf der drei Wochen klagen. In diesem Fall müssen allerdings andere Gründe als die Schwangerschaft zur Unwirksamkeit der Kündigung geltend gemacht werden.

Wenn die Schwangere selbst nichts von ihrer Schwangerschaft wusste:

Wenn die Schwangere zum Zeitpunkt der Kündigung selbst nichts von ihrer Schwangerschaft wusste und die dreiwöchige Klagefrist nach der Kündigung daher ohne ihr eigenes Verschulden verstrichen ist, so kann sie beim Amtsgericht die Zulassung der verspäteten Klage beantragen und dann auch Klage erheben. Allerdings muss sie diesen Antrag innerhalb von zwei Wochen nach Kenntnis der Schwangerschaft stellen und begründen.

Kostenlose Pro Femina – Hotline für Schwangerschaftskonfliktberatung: 0 8000 60 67 67 (Deutschland).

Kostenlose Pro Femina – Hotline für Österreich und die Schweiz: 00 8000 60 67 67 0 .

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