Schwanger von einer Affäre

Schwanger von einer Affäre

Wenn die Mutter des Kindes zum Zeitpunkt der Geburt verheiratet ist, gilt zunächst ihr Ehemann als Kindsvater im gesetzlichen Sinne, auch wenn das Kind von einem anderen Mann ist.

Generell gilt: Eine Vaterschaft kann nicht anerkannt werden, wenn bereits eine Vaterschaft besteht. In diesem Fall heißt das konkret: Der biologische Vater kann seine Vaterschaft nicht anerkennen, weil der (zum Zeitpunkt der Geburt) mit der Mutter verheiratete Mann bereits als der gesetzliche Vater des Kindes gilt.

Anfechtung der Vaterschaft durch den Ehemann

Falls der Ehemann berechtigte Zweifel daran hat, der biologische Vater des Kindes zu sein, kann er die Vaterschaft anfechten. Allerdings muss er die Vaterschaft innerhalb von zwei Jahren anfechten. Diese zweijährige Frist beginnt mit dem Moment, in dem der gesetzliche Vater den ersten begründeten Zweifel an seiner Vaterschaft hat (z.B. wenn er erfährt, dass seine Frau fremdgegangen ist).

Lässt er diese Frist verstreichen, hat er keine Möglichkeit mehr, die Vaterschaft anzufechten. Für die Klage beim Familiengericht benötigt er stichhaltige Beweise (z.B. den Beweis, dass er zum Zeugungszeitpunkt keinen sexuellen Verkehr mit seiner Frau hatte), sonst wird seine Klage abgewiesen. Wird die Klage hingegen zugelassen, ordnet das Gericht die Erstellung eines Abstammungsgutachtens (umgangssprachlich meist als Vaterschaftstest bezeichnet) an, sofern dies nicht bereits vorliegt.

Anfechtung der Vaterschaft durch den biologischen Vater

Falls der biologische Vater des Kindes, der ja zum Zeitpunkt der Geburt nicht der Ehemann der Frau war und somit nicht der gesetzliche Vater des Kindes ist, die Vaterschaft anfechten möchte und selber der gesetzliche Vater des Kindes werden möchte, ist dies nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich:

  1. Das Kind hat zum sogenannten Scheinvater keine sozial-familiäre Bindung oder die Mutter des Kindes und der Scheinvater leben in Scheidung. (Als „Scheinvater“ wird der Ehemann der Mutter bezeichnet, der das Kind nicht gezeugt hat, aber der gesetzliche Vater ist, weil er zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet war. Mit der sozial-familiären Bindung ist gemeint, dass der Scheinvater tatsächliche Verantwortung für das Kind trägt. Sprich, der Scheinvater ist mit der Mutter des Kindes verheiratet oder lebt schon seit längerer Zeit in einem Haushalt mit dem Kind zusammen. Liegt diese Bindung vor, ist zum Schutz des Kindes keine Anfechtung möglich. Lebt das Kind also in einer intakten Familie, soll diese nicht gefährdet werden. Gleiches gilt, wenn der gesetzliche Vater bereits verstorben ist, das Kind aber bis zu dessen Tod eine sozial-familiäre Bindung zu ihm hatte.)
  2. Der biologische Vater muss versichern können, dass er zum Zeugungszeitpunkt mit der Mutter Geschlechtsverkehr hatte.
  3. Für die Anfechtungsklage gilt ebenfalls eine Frist von zwei Jahren ab der Geburt des Kindes oder von dem Moment an, in dem der Kläger die berechtigte Vermutung hat, der biologische Vater des Kindes zu sein. Nach Ablauf der Frist ist keine Anfechtung mehr möglich.

Kostenlose Pro Femina – Hotline für Schwangerschaftskonfliktberatung: 0 8000 60 67 67 (Deutschland).

Kostenlose Pro Femina – Hotline für Österreich und die Schweiz: 00 8000 60 67 67 0 .

Besuchen Sie unser Forum. Dort können Sie sich mit anderen Frauen austauschen, die sich mit dem Thema Abtreibung auseinandersetzen und können fragen, wie sie diese Situation bewältigt haben.