Abtreibung bei Behinderung: Gesetzeslage

Abtreibung bei Behinderung: Gesetzeslage

Abtreibung bei Behinderung: Gesetzeslage

Abtreibung bei medizinischer Indikation

(gemäß §218a, Abs. 2)

Auch bei einer medizinischen Indikation ist ein Schwangerschaftsabbruch „nicht rechtswidrig“. Sie liegt dann vor, wenn die Mutter die Schwangerschaft oder die Geburt nicht überleben würde oder wenn schwerwiegende Gefahren für die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter nur durch eine Abtreibung und nicht auf andere Weise abgewendet werden können.

Ein straffreier Schwangerschaftsabbruch kann nicht mit einer Diagnose beim Kind begründet werden. 

Bei einer medizinischen Indikation gibt es keine zeitliche Begrenzung, d.h. es sind auch so genannte „Spätabtreibungen“ straffrei, die theoretisch bis kurz vor der Geburt stattfinden können.

Vor dem Abbruchtermin gibt es auch hier eine verpflichtende ärztliche Beratung und drei Tage Bedenkzeit. Die Abtreibung darf nicht von dem Arzt vorgenommen werden, der die Diagnose gestellt hat.

 

Diagnose Behinderung: Ein großer Schock

Wenn bei der Pränataldiagnostik eine Behinderung oder schwere Krankheit des Kindes festgestellt wird, verspüren viele Frauen im ersten Moment einen großen Druck, dieses Kind abzutreiben. Die Diagnose ist in den meisten Fällen ein großer Schock.

Meist sieht man in diesen ersten Momenten gar nicht alle Aspekte einer Fehlbildung oder möglichen Behinderung. Man kann sich nicht wirklich vorstellen, was die festgestellte Krankheit für das tägliche Leben bedeutet.

Schwangere, bei deren Kind eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung diagnostiziert wurde, sollten Informationen über den Ablauf einer Spätabtreibung und das Leben mit einem behinderten Kind bei ihrer Entscheidungsfindung berücksichtigen. Sie können auch mit Eltern in Kontakt treten, die ein Kind mit der Behinderung haben, welche auch beim Ungeborenen diagnostiziert wurde. Das kann helfen, Ängste zu nehmen. 

Wie sicher ist die Diagnose überhaupt?

Für Verwirrung sorgen oft Testergebnisse, in denen von einem erhöhten Risiko zum Beispiel für Down Syndrom oder ähnlichen Erkrankungen die Rede ist. Ein erhöhtes Risiko bezieht sich dabei dann aber lediglich auf einen ermittelten Gesamtdurchschnitt einer sehr großen Anzahl von Proben. Individuelle Besonderheiten bleiben unberücksichtigt.

Das bedeutet konkret: Es kann sein, dass das Baby trotz auffälligen Befunds rundum gesund ist. Aufgrund der individuellen Fehlerquote eines jeden Tests ist es andersherum nie ausgeschlossen, dass ein Kind mit Behinderung zur Welt kommt, ohne dass die Eltern dies vorher wussten. 

Beratung hilft

Deshalb ist es ratsam, sich bereits zu Beginn der Schwangerschaft Gedanken darüber zu machen, was eine solche Diagnose bei Ihnen auslösen würde. Möchten Sie zu diesem Thema Beratung? Sind Sie aufgrund eines auffälligen Befundes in Sorge?

Nehmen Sie gerne Kontakt mit Pro Femina auf! Sie erhalten schnellstmöglich die persönliche Antwort einer unserer Beraterinnen.