Abtreibung: Medizinische Indikation

Abtreibung: Medizinische Indikation
zuletzt aktualisiert: 01.10.2020

Schwangerschaftsabbruch bei gesundheitlicher Gefahr für die Frau

Wenn aus ärztlicher Sicht durch die Schwangerschaft eine ernsthafte Gefahr für das Leben oder die körperliche oder seelische Gesundheit der schwangeren Frau besteht, kann die medizinische Indikation für eine Abtreibung greifen.

Wir erklären die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Schwangerschaftsabbruch mit medizinischer Indikation.

 

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Was ist die medizinische Indikation?

Normalerweise gilt in Deutschland eine 12-Wochen-Frist, innerhalb der nach der Beratungsregelung eine Abtreibung straffrei möglich ist. Unter bestimmten medizinischen Voraussetzungen kann ein Schwangerschaftsabbruch jedoch auch nach diesen 12 Wochen noch durchgeführt werden. Diese Ausnahmeregelung ist die „medizinische Indikation“.

Im Gesetzestext (§ 218a Absatz 2 StGB) heißt es dazu wörtlich:

„Der mit Einwilligung der Schwangeren von einem Arzt vorgenommene Schwangerschaftsabbruch ist nicht rechtswidrig, wenn der Abbruch der Schwangerschaft unter Berücksichtigung der gegenwärtigen und zukünftigen Lebensverhältnisse der Schwangeren nach ärztlicher Erkenntnis angezeigt ist, um eine Gefahr für das Leben oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren abzuwenden, und die Gefahr nicht auf eine andere für sie zumutbare Weise abgewendet werden kann.“

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Voraussetzungen für eine medizinische Indikation zur Abtreibung

Damit die medizinische Indikation greift und dadurch der Schwangerschaftsabbruch nicht rechtswidrig ist, müssen nach § 218a Absatz 2 StGB folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die schwangere Frau muss in die Abtreibung einwilligen.
  • Der Eingriff muss von einem Arzt durchgeführt werden.
  • Nach ärztlicher Einschätzung muss die Abtreibung notwendig sein, um das Leben oder die gesundheitliche und seelische Gesundheit der Frau zu schützen. Es darf dabei keine andere für die Frau zumutbare Möglichkeit geben, um diese Beeinträchtigung oder Gefährdung ihrer Gesundheit abzuwenden.
  • Solange keine unmittelbare Gefahr für das Leben der Frau besteht, müssen drei Tage zwischen der Diagnose und der schriftlichen Feststellung der medizinischen Indikation liegen. 

Wichtig ist dabei, dass bei dieser Regelung immer von der Frau her gedacht wird. Das bedeutet, dass eine körperliche Beeinträchtigung des Kindes an sich keine medizinische Indikation rechtfertigt. Der Arzt bezieht sich bei seiner Einschätzung nur auf die körperliche und psychische Gesundheit der Frau.

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Ablauf und Methoden eines medizinisch indizierten Schwangerschaftsabbruchs

Ablauf: Wie genau ein medizinisch indizierter Schwangerschaftsabbruch abläuft, kannst unter „Ablauf eines Spätabbruchs“ nachlesen.

Methoden: Falls die Abtreibung wegen einer medizinischen Indikation innerhalb der ersten 12 Wochen nach der Befruchtung vorgenommen wird, gibt es folgende Methoden:

Sollte der Schwangerschaftsabbruch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden, muss aufgrund der weiter fortgeschrittenen Schwangerschaft und der Größe des Embryos eine andere Methode verwendet werden.

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„Meine Schwangerschaft überfordert meine Gesundheit“ – wenn Du selbst betroffen bist

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Wenn Du Dir in dieser Zeit ein offenes Ohr, Informationen oder einfach ein mitfühlendes Gegenüber wünschst, stehen wir Dir gerne mit unserer Beratungserfahrung unterstützend zur Seite. 

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