Abtreibung: Zahlt die Krankenkasse?

Kostenübernahme einer Abtreibung

Jede gesetzliche Krankenversicherung der Schwangeren (z.B. AOK, DAK, BARMER GEK, TKK) übernimmt die Kosten für eine Abtreibung, wenn das Kind wegen zu befürchtender gesundheitlicher Gefährdung der Mutter (medizinische Indiation) oder in Folge einer Vergewaltigung (kriminologische Indikation) abgetrieben wird.

Die Abtreibung nach einer Beratung in einer staatlich anerkannten Beratungsstelle (Abtreibung nach Beratungsregelung) übernimmt die gesetzliche Krankenkasse nur unter bestimmten Bedingungen. Auf jeden Fall zahlt die gesetzliche Krankenkasse die ärztliche Beratung vor der Abtreibung, die Betreuung durch den Arzt vor und nach dem Eingriff und die Behandlung von Komplikationen.

Ausnahme: Wenn die Schwangere sich keine Abtreibung leisten kann, weil sie zu wenig oder gar nichts verdient und kein Vermögen hat, werden die Kosten vom Staat übernommen (§ 19, Abs. 1 SchKG). Sie darf nicht mehr als ca. 1.001 Euro brutto verdienen (Stand März 2012, § 19 Abs. 2 SchKG).

Die Schwangere muss die Kostenübernahme vor der Abtreibung bei ihrer Krankenkasse beantragen. Dabei braucht sie ihre geplante Abtreibung nicht zu begründen. Es geht nur um die Angabe Ihrer persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse. Die Übernahme der Kosten muss von der Krankenkasse vor dem Eingriff durch eine Bescheinigung bestätigt werden. Die schriftliche Zusage wird für den Arzt benötigt, der die Abtreibung durchführt. Die Kosten für die Abtreibung selbst und die medizinische Nachbehandlung werden dann bezahlt.

Bei einer privaten Krankenkasse muss die Übernahme der Kosten im Einzelfall nachgefragt werden.

Kostenlose Pro Femina – Hotline für Schwangerschaftskonfliktberatung: 0 8000 60 67 67 (Deutschland).

Kostenlose Pro Femina – Hotline für Österreich und die Schweiz: 00 8000 60 67 67 0 .

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