Ernährung in der Schwangerschaft

Ernährung in der Schwangerschaft

Mit der Schwangerschaft ändert sich das Leben von der einen auf die andere Sekunde. Auch auf ihr Essen wird die werdende Mutter auf einmal ganz anders schauen. Aber ändert sich wirklich so viel? Was ist weiterhin erlaubt in der Schwangerschaft? Und: Auf welche Lebensmittel sollte man lieber verzichten?
 

Muss ich als Schwangere meine Ernährung komplett ändern?

Nein, keine Sorge. Prinzipiell gilt: die Schwangere soll sich gesund ernähren und das essen, was ihr auch vorher geschmeckt hat. Es gibt aber einige wichtige Ausnahmen. 
 

Auf welche Lebensmittel sollte ich in der Schwangerschaft verzichten? 

Einige Lebensmittel sollte die Schwangere in ihrer Ernährung meiden. Besondere Vorsicht ist dann geboten, wenn das Essen roh ist. 

Rohes Fleisch
Das gilt zum Beispiel für Fleisch. Wer sein Steak gerne blutig isst oder Mettbrötchen liebt, sollte in der Schwangerschaft darauf verzichten. Fleisch sollte man in der Schwangerschaft nur gut durchgegart essen. Das gilt auch für Würste. Manche werden bei der Herstellung gekocht – und sind somit unbedenklich. In diese Gruppe gehören zum Beispiel Bockwurst, Fleischwurst, Mortadella oder gekochter Schinken. Andere werden bloß gepökelt – und sollten nicht gegessen werden. In diese Gruppe gehören zum Beispiel Teewurst, Cervelatwurst, Schinken oder Salami. Entwarnung gilt dann, wenn diese eigentlich rohen Würste über längere Zeit erhitzt werden. Auf einer Pizza zum Beispiel ist Salami meist unbedenklich. 

Roher Fisch
Auf das geliebte Sushi sollte die Schwangere verzichten. Wie für Fleisch gilt auch für Fisch: Vorsicht bei allem, was roh ist. Durchgegarte, frische Fische sind ok. Auch Konserven, die nicht gekühlt werden müssen, kann man bedenkenlos essen. Rohe, halbrohe Fische oder Meerestiere sind dagegen zu meiden. Von Fischprodukten, die gekühlt werden müssen – wie zum Beispiel Sahnehering – sollte die Schwangere Abstand nehmen. 

Rohe Eier
In der Schwangerschaft sollte man das Frühstücksei zur Abwechslung hart kochen. Denn rohe Eier sind in der Schwangerschaft nicht zu empfehlen. Auch manche Soße oder manches Dessert kann rohe Eier enthalten. In Tiramisu, Mayonnaise, Speiseeis oder Sauce Hollandaise sind meist Eier, die roh oder nicht komplett durchgegart sind – das gilt aber nur, wenn diese selbstgemacht sind. Industrieprodukte enthalten pasteurisiertes Ei und sind unbedenklich. 

Rohe Milch
Milch wird in Deutschland beinahe nur pasteurisiert verkauft. Sie ist unbedenklich; ein moderater Milchkonsum ist gesund für das Kind und seine Knochen. Rohe Milch dagegen sollte vermieden werden – und die Produkte, die sie enthalten. Rohmilchkäse ist tabu. Genauso wird empfohlen, auf Schimmelkäse wie Brie oder Camembert zu verzichten. Wenn diese aber aus pasteurisierter Milch hergestellt werden und die Rinde entfernt wird, ist ein Verzehr in den allermeisten Fällen nicht gefährlich. Auf Sauermilchkäse wie Harzer Käse oder Handkäse sollte man verzichten – genauso wie auf Käse, der mit Rotschmierbakterien behandelt wurde: wie Limburger oder Münster Käse. Generell gilt: Vorsicht ist vor allem bei Weichkäsen geboten. Hartkäsesorten gelten als unbedenklich. Durch die längere Lagerung und die geringere Feuchtigkeit sind diese nicht gefährlich. 

Rohes Gemüse
Rohes Gemüse ist eigentlich nicht gefährlich. Es sei denn, es wird schlampig und unhygienisch verarbeitet. Auf offene Salate in Restaurants oder Mensen sollte die Schwangere verzichten, auch in Tüten abgepackter und schon geschnittener Salat ist nicht zu empfehlen. Salat, der zu Hause frisch zubereitet und gründlich gewaschen wird, ist dagegen unbedenklich. 
 

Warum sollte ich in der Schwangerschaft bestimmte Lebensmittel meiden?

Bei all den genannten Lebensmitteln gilt: Sie können Krankheiten übertragen, müssen es aber nicht zwangsläufig. Schlimm sind diejenigen Krankheiten, die an der werdenden Mutter meist ohne größere Komplikationen vorübergehen, aber das Embryo stark schädigen können. Die zwei gefährlichsten Krankheiten in diesem Zusammenhang sind Listeriose und Toxoplasmose, sie können zu schweren Schädigungen des Embryos bis bin zu Fehlgeburten führen. 

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit. Sie wird durch den Parasiten Toxoplasma gondii hervorgerufen und befällt eigentlich hauptsächlich Katzen. Wenn deren Kot aber in Kontakt mit menschlichen Lebensmitteln kommt, besteht auch für den Menschen die Gefahr einer Infektion. 

Die Infektionskrankheit Listeriose wird durch das Bakterium Listeria monocytogenes hervorgerufen. Es ist recht weit verbreitet – wird aber vom menschlichen Immunsystem meist erfolgreich bekämpft. Manche Lebensmittel wie Rohmilchkäse oder ungewaschene Salate enthalten aber besonders viele dieser Bakterien und sollten vermieden werden. 

Beide Erreger werden zerstört, wenn das entsprechende Produkt einige Minuten über 70 Grad Celsius erhitzt wird.

Haben Sie Fragen zum Thema "Ernährung in der Schwangerschaft?" Gerne können Sie diese an die Pro Femina-Beratung stellen.