Schwanger als Single: Alleinerziehend sein – Horrorvorstellung oder denkbare Option?

Ein Kind zu bekommen – das ist eigentlich zunächst einmal ein sehr schöner Gedanke. Ein sehr schöner Gedanke, der in der Regel eingebettet ist in eine idyllische Kulisse mit festem Partner, Eigenheim und viel Platz zum Spielen für die anwachsende "Zwergenschar". Wenn sich aber nun ein Kind angekündigt hat, und das meiste von dieser Kulisse fehlt, was dann? Wie werde ich das Problem los, und was genau ist denn das Problem: das Kind, oder die Umstände, oder die Überforderung mit der Situation? Dieser Artikel ist für alle, die sich gedanklich mit der Frage auseinandersetzen, ob sie zukünftig als "Single Mom" durchs Leben gehen sollen.

Hinter Angst kann Liebe stecken

Oftmals steht bei einer ungewollten Schwangerschaft die Frage im Raum, ob das Kind bei einer alleinerziehenden Mutter aufwachsen würde. Manchmal sagt der "Erzeuger" klipp und klar, dass er mit dem Kind nichts zu tun haben wollen würde, manchmal hält er sich noch bedeckt – beides nicht unbedingt eine Ermutigung, das Kind auszutragen! Schwangere Frauen, die vor dem Szenario, alleinerziehend zu sein, Angst haben, müssen sich dieser Angst überhaupt nicht schämen. Im Gegenteil, diese Angst zeigt ja gerade, dass man für sein Kind nur das beste will. Vielleicht ist das sogar bereits ein Ausdruck von Liebe zu diesem Kind, welches sich da plötzlich bei einem (im wahrsten Sinne des Wortes) eingenistet hat?

Kann helfen: Einen Entschluss fassen

Eine alte Lebensweisheit besagt: Wenn man vor einem vielleicht eintretenden Szenario ganz große Angst hat, sollte man alles dafür tun, damit es nicht eintritt – sich aber gleichzeitig innerlich darauf gefasst machen, dass es tatsächlich eintreffen kann. Für eine Schwangere, der das Schicksal einer Alleinerziehenden "droht", kann das bedeuten: Ich versuche, dem Vater des Kindes möglichst viele und leicht begehbare Brücken zu bauen, damit er Teil unseres gemeinsamen Lebens werden kann. Ich weiß aber auch, dass ich ihn letztlich nicht dazu zwingen kann. Hat man einen solchen Entschluss gefasst, dann muss man nicht mehr passiv seinem Schicksal harren, sondern geht die sich jetzt stellenden Herausforderungen aktiv an.

Argumente von Single Moms

Was sagen eigentlich alleinerziehende Mütter zu ihrem Leben? Zusammengefasst: Sie sagen, es ist nicht immer leicht, manchmal sogar sehr hart. Aber immer wieder eben auch so atemberaubend schön, dass man dieses Leben und dieses Kind oder diese Kinder um nichts mehr auf der Welt eintauschen möchte. Selbstbewusste Single Moms weisen auch gerne darauf hin, dass es nicht nur Nachteile hat, alleinerziehend zu sein:

  • 100 Prozent Liebe: Alleinerziehend zu sein bedeutet, 24/7 für seine Kinder da zu sein. Und es bedeutet auch, dass man die wichtigste Bezugsperson für seine Kinder ist. Dass man 100 Prozent ihrer Liebe zurückbekommt. Und für dieses Glück ist nur man selbst, als Mama, verantwortlich. Wenn sich ein kleines Knäuel ganz glücklich an einen kuschelt, dann weiß man, dass sich all der Aufwand auch zu 100 Prozent lohnt.

  • EIN Team: In einer Familienkonstellation mit alleinerziehender Mama müssen alle an einem Strang ziehen. Je älter die Kinder werden, desto besser können sie auch ihren Beitrag dazu leisten. In der Zeit davor haben sie aber schon gemerkt, dass sie und ihre Mama ein gutes Team sind: „Wir gegen den Rest der Welt!“ Ein Großteil der Alleinerziehenden berichtet, eine ganz besonders enge Beziehung zu ihrem Kind beziehungsweise ihren Kindern zu haben.

  • Ausbau der „Soft Skills“: Jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich, oft auch völlig Unerwartetes. Viele alleinerziehende Frauen schaffen es aber, den Alltag schon so routiniert zu gestalten, dass sie eine kleine Überraschung nicht gleich aus der Bahn wirft. Organisation und Improvisation sind hier die Stichworte schlechthin. Solche sogenannten „Soft Skills“ kann man dann nicht nur im Umgang mit den Kindern gebrauchen, sie erweisen sich auch in anderen Bereichen des Lebens als überaus nützlich.

  • Ein echtes Netzwerk: Viele Mamas entlastet es, zu wissen, dass sie nicht die Einzige sind, die sich in dieser Situation befindet. Daher gibt es zum Beispiel einige Blogs, wo alleineinziehende Mütter aus ihrem Leben erzählen. Solche Seiten bieten Raum, den mitunter chaotischen Alltag auch mal mit einem Schmunzeln zu betrachten, sich auszutauschen und sich gegenseitig Mut zuzusprechen. Zum Beispiel "Gut alleinerziehend" oder "Stadt Land Mama".

Ganz allein? Muss nicht sein!

Vorübergehend, für längere Zeit oder gar "für immer" alleinerziehend zu sein, muss und sollte nicht bedeuten, dass man als erwachsener Mensch vereinsamt. Die Pflege der Beziehung zu Freunden und Verwandten wird nun wichtiger. Gut, wenn man Menschen hat, die einem als Helfer, Gesprächspartner und manchmal auch als Tröster zur Seite stehen. Wenn Sie schwanger und Single sind, ein solches Umfeld aber gerade schmerzlich vermissen, kann Ihnen eine gute Schwangeren-Beratung dabei helfen, sich ein solches Netzwerk aufzubauen. Viele Schwangere wissen gar nicht, wie viele Menschen es "da draußen" gibt, die Frauen wie ihnen sehr gerne zur Seite stehen würden!

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