Schwanger von der „Freundschaft Plus“ (F+): Was nun?

Freundschaft Plus und Schwangerschaft – wie soll das denn zusammenpassen? Das sind doch auf den ersten Blick zwei vollkommen verschiedene Dinge! Freundschaft Plus assoziiert man mit Spaß, Freiheit und lockerer Unverbindlichkeit. Schwanger sein jedoch mit ganz anderen Worten: Familie, Verantwortung, und natürlich: Baby... An ein Baby haben Mann und Frau bestimmt nicht gedacht, als sie eine Freundschaft Plus eingegangen sind. Wie geht es jetzt weiter?

Freundschaft Plus: das steht vor allem für Freiheit und keine Verpflichtungen

Es hatte doch alles so locker angefangen – ganz unverbindlich. Ab und zu ein bisschen Spaß, und dann muss man sich erst mal nicht sehen – bis zum nächsten Mal. Eine feste Beziehung wollte man doch gerade nicht. Lieber erst einmal alles ganz frei und ungebunden. Später, in ein paar Jahren dann, da kann man sich so eine feste Partnerschaft schon vorstellen. Vielleicht sogar das volle Programm mit dem Haus im Grünen und ein paar Kindern. Doch jetzt möchte man sich noch nicht so festlegen.

Überraschung: Baby!

Dann jedoch die Überraschung: Frau ist plötzlich schwanger. Genau diese Art der Verpflichtung war doch gerade nicht gewünscht gewesen! Dieser Teil des Lebens sollte doch eigentlich zu einem ganz anderen Zeitpunkt kommen! Anderersetis: bis zur Geburt kann sich ja schließlich auch noch eine Menge ändern. Eine Frau, die im Rahmen einer Freundschaft Plus schwanger geworden ist, stellt sich eine ganze Menge Fragen: „Warum denn genau jetzt? Und warum mit ihm? Was ist, wenn der Vater des Kindes nicht gerade begeistert ist von der ungeplanten Schwangerschaft? Was, wenn er sämtliche Verantwortung von sich schiebt, weil er doch jetzt eigentlich erst einmal seine Freiheit genießen wollte?“

Von der F+ zu liebevollen Eltern?

Dass bei diesem besonderen Plus zunächst keine Schwangerschaft geplant war, scheint klar. Aber: kommt vor. Denn bekanntlich ist kein Verhütungsmittel zu 100 Prozent sicher. Manche Männer sehen das nicht so klar. Leider gibt es sogar Männer, die die Frau in dieser Situation mit ihrem Entscheidungsdruck allein lassen. Ungewollt schwangere Frauen empfinden das sehr oft als verletzend und belastend.

Was (ungewollt schwangere) Frauen brauchen

Was wünschen sich betroffene Frauen erfahrungsgemäß? Jemanden, der ihnen in all dem Gefühlschaos und der Unsicherheit zur Seite steht. Jemanden, der wirklich ein Freund ist. Nicht jemanden, der nur auf das Plus aus ist. Dieses Plus kann man aber auch so verstehen: es sollte eine Freundschaft sein, die zusätzlich noch einen besonderen Bonus bereithält. Erst die Freundschaft, und dann noch das besondere Plus. Und die Realität zeigt auch noch etwas anderes: viele Frauen entwickeln nach einiger Zeit Gefühle für ihren Freundschaft-Plus-Partner und merken, dass sie eigentlich mehr wollen als die bisherige Unverbindlichkeit. Das ist eigentlich etwas vollkommen Natürliches. Gerade dann, wenn frau schwanger wird, entwickelt sich auch der sogenannte „Nestbautrieb“, und die werdende Mutter möchte ein wohlbehütetes und stabiles Umfeld für ihr Baby aufbauen.

Nobody is perfect.

Eine Freundschaft Plus scheint also nicht unbedingt das Beziehungsgefüge zu sein, das man für ein Kind geplant hätte. Doch die neun Monate der Schwangerschaft bieten genug Zeit, um sich (vielleicht auch mit dem Vater des Kindes) zu überlegen, wie es nun beziehungstechnisch weitergehen kann. In dieser Zeit des Umbruchs wird einem oft auch klar, was einem wirklich wichtig ist, und was man sich für die kommende Zeit wünscht. So kann aus der großen Überraschung über die Schwangerschaft schnell auch etwas Gutes werden. Und gerade das scheint wichtig: Es darf etwas werden, es muss nicht alles von vornherein "1A" sein. Nobody is perfect.

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