Schwanger und Erkältung: Hier sind unsere Tipps für kalte Tage!

Der Winter nähert sich seinem Höhepunkt. So manche Grippewelle zieht durchs Land. Alle Welt niest und hat Schnupfen. Die Faschingszeit tut auch meist ihr Übriges. Und oft schließt sich an die Erkältungszeit auch die ein oder andere Magen-Darm-"Geschichte" an. Eigentlich gehören Sie ja nicht zu den Leuten, die den Griff vom Einkaufswagen mit Desinfektionsspray besprühen, doch dieses Jahr ist alles anders: Sie sind schwanger!

Wahrscheinlich haben Sie zwar weder vor, eine Zwangsneurose zu entwickeln noch niemandem mehr die Hand zu geben. Aber trotzdem: ein wenig Sorgen machen Sie sich schon. Was kann man also tun, um als Schwangere harmlosen Infekten und auch aggressiveren Erregern aus dem Weg zu gehen? Und wie gefährlich ist es für das ungeborene Kind, wenn man sich als Schwangere tatsächlich eine Grippe einfängt oder mit dem Norovirus infiziert?

 

Sich als Schwangere gegen Erkältung wappnen – das Wichtigste auf einen Blick:

Medikamente sollten während der Schwangerschaft nur unter Rücksprache mit dem Haus- oder Frauenarzt eingenommen werden. Das gilt auch für pflanzliche oder homöopathische Arzneimittel.

 

Prävention – Wie kann ich Krankheiten vorbeugen?

Luft, Licht, Wasser, Bewegung, gesunde Ernährung und Hygiene – Diese sechs Faktoren machen einen gesunden Lebenswandel aus, auch in der Schwangerschaft.

Tipp Luft: Gehen Sie täglich an die frische Luft, auch wenn es kalt ist, und atmen Sie bewusst tief durch die Nase ein. Achten Sie in ihren Schlaf- und Wohnräumen darauf, regelmäßig zu lüften. Mehrmals am Tag sollte man für ein paar Minuten Stoßlüften. Dabei wird nicht nur verbrauchte Luft ausgetauscht, sondern auch Bakterien und Viren werden reduziert.

Tipp Licht: Sonnenstunden kann man in manchen Winterwochen an einer Hand abzählen. Doch wann immer sich die Sonne zeigt, sollten Sie die Gelegenheit nutzen. Sonnenlicht tut nicht nur der Seele gut, sondern hat auch positiven Einfluss auf den Hormonhaushalt. Genießen Sie die wärmenden Sonnenstrahlen und freuen Sie sich auf den Frühling!

Tipp Wasser: Frostige Temperaturen und trockene Heizungsluft trocknen die Schleimhäute und den gesamten Organismus stärker aus, als man das meist im Gefühl hat. Auch wenn Sie im Winter kein ausgeprägtes Durstgefühl haben, sollten Sie ausreichend trinken. Ein Richtwert sind zwei Liter Flüssigkeitszufuhr am Tag. Mit der Zugabe von ein wenig Obst- und/oder Gemüsesaft halten Sie außerdem den Elektrolythaushalt im Gleichgewicht.

Tipp Bewegung: Ausgedehnte Spaziergänge, Schwimmen und ein wenig Gymnastik bringen den Kreislauf in Schwung, halten den Bewegungsapparat fit und stärken das Immunsystem. Wie viel und welcher Sport passt zu mir und meiner Schwangerschaft?

Tipp Ernährung: Was als gesund gilt, unterliegt ein wenig der Mode. Am besten Sie planen Ihre Mahlzeiten mit gesundem Menschenverstand. Frisches Gemüse und Obst muss auch nicht teuer sein. Im heimischen Wintergemüse stecken viele Vitamine und eine Menge Mineralstoffe, also wahre Superfood-Qualitäten zu moderaten Preisen. Wie Sie sich während der Schwangerschaft gesund und abwechslungsreich ernähren, erfahren Sie ausführlich hier.

Tipp Hygiene: Viren und Bakterien werden durch Tröpfchen- oder Schmierinfektionen übertragen. Das heißt nun nicht, dass Sie nach jedem Händeschütteln zum Waschbecken stürzen müssen oder Türklinken am besten nur noch mit dem Ellbogen nach unten drücken. Doch ein gewisses Bewusstsein dafür, welche Übertragungswege für Infektionen verantwortlich sind, kann helfen, Ansteckungen zu vermeiden. Waschen Sie sich die Hände, wenn Sie nach Hause kommen, oder nachdem Sie in einer größeren Runde jeden begrüßt haben. Wenn Sie außer Haus, besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln, Handschuhe tragen und ein Desinfektionsmittel griffbereit haben, vermeiden Sie potentielle Ansteckungsquellen.

 

Erkältung in der Schwangerschaft: Wie verhalte ich mich, wenn ich mich angesteckt habe?

Normalerweise greift man bei einer Erkältung, bei Kratzen im Hals, Heiserkeit und Schnupfen zur Hausapotheke – zum Beispiel zum Schleimlöser, zum Nasenspray oder zum pflanzlichen Hustensaft. Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie das nicht tun! Manche Medikamente könnten Ihrem Kind schaden. Einige Pflanzenwirkstoffe können Wehen auslösen.

Im Zweifel verlassen Sie sich am besten nicht nur auf den Beipackzettel, sondern klären alle Fragen mit Ihrem Haus- oder Frauenarzt ab! Auf dem Beipackzettel sind Risiken und Nebenwirkungen, die während der Schwangerschaft auftreten können, in den sogenannten Schwangerschaftskategorien G1 bis G10 angegeben. G1 bedeutet risikoarm und G10 steht für die höchste Risikogruppe. Da die Nebenwirkungen vieler Medikamente auf den Organismus des Embryos kaum erforscht sind, geben viele Hersteller aus Vorsicht eine sehr hohe Risikobewertung an.

Die Datenbank Embryotox der Charité-Universitätsmedizin Berlin enthält Informationen über 400 Arzneimittel, die im Hinblick auf die Verträglichkeit für Mutter und Embryo unter fortlaufender Kontrolle stehen. Die Beraterinnen von Pro Femina orientieren sich unter anderem auf dieser Seite und empfehlen sie gerne weiter.

Allgemein gilt: Jede nicht unbedingt notwendige Einnahme von Medikamenten sollten Sie als Schwangere vermeiden – zumal bei Erkältungsinfekten ohnehin meist nicht mehr als eine Symptomlinderung erreicht wird.

Ebenso sollten Sie auch bei der ein oder anderen Pflanze aus dem Kräutergarten vorsichtig sein und sich informieren. Während etwa Rosmarin, Eisenkraut, Himbeerblätter oder Passionsblume möglicherweise Wehen auslösen können, gelten folgende Bestandteile für Erkältungstees als unbedenklich: Salbei, Thymian, Kamille, Anis und Hagebutte. Rohen Ingwer, rohe Zwiebel und ätherische Öle sollten Schwangere moderat dosieren, denn über das Fruchtwasser kommen die konzentrierten Wirkstoffe auch beim Embryo an.

Um Schnupfen in den Griff zu bekommen und um Erkältungen vorzubeugen, empfehlen Ärzte durch die Bank Nasenspülungen mit Salzwasser, viel Trinken und genügend Schlaf. Die normalen viralen Infektionen der oberen Atemwege sind für Schwangere und ihr Kind in der Regel ungefährlich.

Doch was macht man als Schwangere, wenn es einen so richtig erwischt hat? Wenn man mit Grippe und hohem Fieber im Bett liegt oder ein Norovirus den Magen-Darm-Trakt komplett lahmlegt?

 

Grippe in der Schwangerschaft: Vorsicht ist geboten

Eine Grippe (Influenza) ist anders als relativ harmlose Erkältungen eine ernstzunehmende Virusinfektion. Als Schwangere sollten Sie umgehend einen Arzt konsultieren, wenn die Symptome auf eine „echte“ Grippe hindeuten:

Innerhalb weniger Stunden entsteht ein eindeutiges Krankheitsgefühl mit Schüttelfrost, Fieber, Schweißausbrüchen sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Das Fieber kann über 40°C steigen. Grippepatienten sollten mehrere Tage Bettruhe einhalten. Wer schon einmal eine Grippe hatte, der weiß, dass man tatsächlich freiwillig im Bett bleibt. Auch in den Wochen nach der abgeklungenen Infektion sollte man sich schonen.

Da eine Grippe mit Komplikationen wie einer Herzmuskel- oder Lungenentzündung einhergehen kann, sollten schwangere Grippepatientinnen unter ärztlicher Beobachtung stehen. Negative Auswirkungen einer Grippe auf den Embryo sind aber dennoch unwahrscheinlich. Trotzdem empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission) Schwangeren die Impfung gegen Influenza ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Schwangere, die aufgrund einer Vorerkrankung oder eines schwachen Immunsystems gefährdet sind, sollten sich schon ab dem ersten Trimenon impfen lassen.

 

Norovirus in der Schwangerschaft: Auf Flüssigkeitszufuhr achten

Die gute Nachricht zuerst: Für das ungeborene Kind sind Magen-Darm-Grippen ungefährlich. Die Viren gelangen nicht in die Blutbahn. Als Schwangere sollten Sie jedoch Ihren Flüssigkeitshaushalt im Blick behalten. Wenn Sie durch Erbrechen und Durchfall viel Flüssigkeit und Mineralstoffe verlieren, können sämtliche Körperfunktionen beeinträchtigt sein.

Den Mangel an Elektrolyten können Sie zum Beispiel mit Salzstangen und Fruchtsäften ausgleichen. Bei stärkeren Kreislaufproblemen ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus notwendig. Nährstoffe und Elektrolytlösungen werden dann mit Infusionen verabreicht. Im letzten Trimenon kann Brechdurchfall, der mit heftigem Würgen und Bauchkrämpfen einhergeht, eventuell Wehen auslösen. Im Zweifel sollten Sie rechtzeitig einen Arzt aufsuchen.

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