Von A wie Angst bis Z wie Zellhaufen: Typisch Mann in der Schwangerschaft!

Nicht nur für die Frau ändert eine Schwangerschaft alles. Auch der Mann ist von einem Moment auf den anderen in eine völlig neue Situation geworfen. Oftmals aber legt der Partner Verhaltensweisen an den Tag, die die Schwangere sehr verstören. Hier haben wir ein paar häufige Redewendungen und Verhaltensweisen "schwangerer Papis" zusammengestellt.

Was man gleich am Anfang sagen sollte: auch für die Männer ist die Schwangerschaft eine Achterbahnfahrt der Gefühle und Stimmungen. Aufregung, Mutlosigkeit und Versagensängste sind da genauso keine Seltenheit wie Tapferkeit, Mut und Vorfreude. Am Anfang steht jedoch ganz oft die Furcht vor der neuen Situation – und bei ungewollten Schwangerschaften möchte Man(n) sich oft lieber erstmal vor der Wirklichkeit des Schwangerschaftskonflikts verkriechen:  

"Ist doch nur ein Zellhaufen": Das Problem mit der Realität

Es ist ein Partnerschaftsproblem, welches gerade bei ungeplanten Schwangerschaften häufig vorkommt: Während für die Frau das Baby im Bauch schon "total real" ist, verspürt der Mann keine oder so gut wie keine Bindung zu dem, was da in seiner Partnerin heranwächst. Sätze wie "Was stellst du dich so an, es ist doch nur ein Zellhaufen" sind da keine Seltenheit – und können Schwangere tief verletzen. Denn für sie ist es eben kein Zellhaufen, erst recht dann nicht, wenn das Herz des kleinen "Minis" schon schlägt, der Herzschlag vielleicht sogar schon beim Ultraschall zu hören war.

Fazit: Dass ein Mann gerade in der Frühschwangerschaft noch nicht so die Beziehung zu "dem" hat, was in seiner Partnerin heranwächst, darf sein – erst recht bei ungeplanten Schwangerschaften. Es darf aber auch sein, dass man als Frau bereits eine viel engere Bindung verspürt, und seinem Partner darf man das auch sagen.

Der heilige Surf-Urlaub oder das Problem mit der Freiheit

Wie allen an einer Schwangerschaft Beteiligten wird auch dem designierten Vater schlagartig klar, was die Geburt eines Babys alles in seinem Leben ändern würde. Und da kann schonmal schnell Angst aufkommen – wie das Leben mit Baby sein wird, das weiß man ja noch nicht. Man(n) hat es ja noch nicht erlebt. Was man aber erlebt hat, das sind vielleicht Abenteuer-Urlaube zu zweit, ein zeitaufwendiges Hobby wie Surfen oder Mountainbiken, gesellige Hüttenwochenenden mit den Kumpels... vieles scheint mit Baby komplizierter, manches vielleicht sogar unmöglich zu werden. Einige Männer verspüren diese Änderung vor allem als Verlust liebgewonnener Gewohnheiten beziehungsweise ihrer Freiheit allgemein. 

Fazit: Dass ein Mann Angst vor Einschränkungen durch seine Vaterschaft hat, darf sein. Aber es darf genauso Platz für die Vorstellung sein, dass auch ein Leben mit Baby seine ganz eigenen Freuden bereithält, die man jetzt noch gar nicht abschätzen kann. 

"Vorfreude? Hmmm...": Das Problem mit den Emotionen

Während die werdende Mami begeistert von Baby-Fachgeschäft zu Baby-Fachgeschäft "hüpft", ist die Vorfreude des werdenden Papis oft gedämpfter. Zwei Gründe können dafür ausschlaggebend sein. Erstens, eine Schwangerschaft ist für die Frau auch hormonell ein großes Abenteuer mit einer ganz natürlichen Vorfreude, die auch unter dem Namen "Nestbautrieb" bekannt ist. Vergleichbares gilt für den Mann nicht. Ein etwas gemäßigteres Gemüt kann auch für den zweiten häufigen Grund stehen: Die Bedachtsamkeit des Mannes ist oft auch ein Anzeichen dafür, dass er großen Respekt hat vor der lebenslangen Vateraufgabe, die nun vor ihm steht – wenn er also nicht allzu euphorisch ist, kann das auch heißen, dass er vielleicht zweifelt, ob er "gut genug" für diese Aufgabe ist. Und das ist ja eigentlich ein sympathischer Wesenszug...

Fazit: Es darf sein, dass Man(n) die Schwangerschaft als einzigen positiven Emotionsrausch empfindet. Es darf aber auch sein, dass Man(n) sich in erster Linie bedachtsam auf das Kommende vorbereitet. Übrigens kommen die großen Emotionen auch bei den hartgesottensten Männern in der Regel spätestens dann, wenn sie ihrem Baby das erste Mal in die Augen sehen. Dann werden aus den vermeintlichen "Stoffeln" nämlich doch:

Plötzliche Profi-Papis oder das Wunder der Babyaugen

Dass der Bauchbewohner seiner Partnerin mehr ist als nur ein Zellhaufen, das wird der werdende Vater bis zur Entbindung wahrscheinlich schon anhand der Ultraschallbilder kapiert haben. Dennoch ist die Geburt und der Moment, sein Kind das erste Mal im Arm zu halten, immer wieder ein Moment, der alles ändern kann. Ein Blick in die Augen, das Berühren des kleinen Händchens, das Streicheln über das kleine Köpfchen – und der Mann ist total verzaubert. Und denkt sich: "Warum haben wir damit nicht viel früher angefangen?"

Fazit: Es darf sein, dass man vom ersten Moment der Schwangerschaft an Vorfreude empfindet und ein verständnisvoller Partner ist. Es darf aber auch sein, dass man als "Spätzünder" erst nach der Geburt so richtig merkt, was für einen Schatz man gewonnen hat – es bleibt ein Leben lang Zeit, ganz viel Liebe und Geborgenheit als Papi zurück zu schenken! 

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