Nötigung zur Abtreibung

Nötigung zur Abtreibung
zuletzt aktualisiert: 21.09.2020

Darf mein Partner oder jemand anderes mich zur Abtreibung zwingen?

Dem deutschen Gesetzgeber ist es wichtig, dass (ungeplant) schwangere Frauen gut geschützt sind – und zwar vor jeder Art der physischen oder psychischen Gewalt. Es ist daher strafbar, eine Frau zur Abtreibung zu zwingen.

Die rechtlichen Grundlagen dazu und was Du tun kannst, wenn Du in Richtung Abtreibung gedrängt wirst, findest Du hier.

 

Themenübersicht

Unser Tipp: „Abtreiben – ja oder nein?“ – hier geht’s zum Abtreibungstest

 

Gesetz: Nötigung zum ungewollten Schwangerschaftsabbruch

In Deutschland ist es unter Strafe gestellt, eine Frau in Richtung Schwangerschaftsabbruch zu drängen.

Der § 240 StGB regelt alles rund um die Straftat der „Nötigung“. Dort wird ganz explizit die Nötigung zum Schwangerschaftsabbruch erwähnt. Nötigung bedeutet, dass eine Person unter Androhung von Gewalt oder einem empfindlichen Übel zu einer Tat gedrängt wird.

Wenn eine Frau genötigt wird, einen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu lassen, so kann das strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Selbst der Versuch, eine Frau zur Abtreibung zu drängen, ist gemäß § 240 Abs. 3 StGB strafbar.

Das deutsche Gesetz sieht dafür Freiheitsstrafen von 6 Monaten bis zu 5 Jahren vor – denn der Gesetzgeber sieht darin ein großes Unrecht.

Auf der Seite vom Bundesamt für Justiz findest Du den Paragraphen im Wortlaut.

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Druck aus dem Umfeld

Wenn das Umfeld sehr stark die Meinung vertritt, dass eine Abtreibung der einzige Weg für Dich wäre, oder wenn Du Dich anderweitig in diese Richtung gedrängt fühlst, kann das ein ziemlicher Eingriff in Deine persönliche Freiheit sein.

Solche Einflüsse von außen können es zusätzlich schwer machen, eine Entscheidung zu treffen, mit der es Dir als Frau langfristig gut geht, und die in Einklang mit Deinen inneren Werten und Überzeugungen steht. Im Artikel „Wie treffe ich eine gute Entscheidung?“ findest Du Tipps dazu, wie Du einem Weg, der für Dich selbst stimmig ist, näher kommen kannst.

 

Wenn die Eltern gegen das Kind sind

Oft leiden besonders jüngere Frauen, die ungeplant schwanger geworden sind, weil die Eltern Unterstützung verweigern oder damit drohen, die Frau vor die Tür zu setzen. Gerade Frauen, die noch zu Hause wohnen oder in besonderer Art in einem Abhängigkeitsverhältnis zu anderen Personen (z.B. Eltern, Verwandte, Partner, Arbeitgeber usw.) stehen, fällt es häufig schwer, sich diesem Druck zu entziehen.

Doch auch die eigenen Eltern dürfen eine junge Frau nicht zum Schwangerschaftsabbruch drängen.

 

Wenn der Partner ablehnend reagiert

Es kommt leider auch oft vor, dass sich der Partner/Vater gegen das gemeinsame Kind ausspricht, und das zum Teil auch drohend.

Im Artikel „Schwanger – er will es nicht“ kannst Du mehr darüber erfahren, warum manche Männer so reagieren. Du bekommst dort auch Tipps, wie Du mit dieser Situation umgehen kannst.

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Zur Abtreibung gedrängt – wenn Du selbst betroffen bist

Vermutlich ist die momentane Situation alles andere als einfach für Dich und Du ringst mit Dir um eine gute Entscheidung. Wir haben hier einige Gedanken und Tipps für Dich, die Dir weiterhelfen können:

  • Du hast ein gesetzlich fundiertes Recht darauf, in dieser Entscheidung nicht bedrängt zu werden.
     
  • Vielleicht hilft es Dir in diesem inneren Prozess, Unterstützung von einer außenstehenden Person zu suchen, um Deine persönliche Entscheidungsfreiheit in Anspruch zu nehmen. Womöglich gibt es liebe Menschen in Deinem Umfeld, die Dir unterstützend zur Seite stehen und Dir Raum geben, um Deinen eignen Weg zu finden?
     
  • Für manche Frauen ist es hilfreich, zunächst einen gewissen räumlichen Abstand zu der Person/den Personen zu gewinnen, von denen sie sich in Richtung Abtreibung gedrängt fühlen.
     
  • Wenn Du das möchtest, sind wir Beraterinnen an Deiner Seite, um mit Dir gemeinsam zu überlegen, welche Möglichkeiten Du hast und was Dir in Deiner Lage Erleichterung verschaffen könnte. Wende Dich gerne jederzeit an uns – kostenfrei und vertraulich, wenn Du willst auch anonym.

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