Abtreibung ohne Eltern

Abtreibung ohne Eltern

Braucht man unter 18 für eine Abtreibung das Einverständnis der Eltern?

Du bist ungeplant schwanger und denkst an eine Abtreibung – doch Deine Eltern sollen nichts erfahren?

Im Folgenden klären wir die Frage, ob ein Schwangerschaftsabbruch ohne das Einverständnis der Eltern überhaupt möglich ist, wenn Du noch minderjährig bist. Und wir schauen uns an, wie Du Dich vielleicht doch trauen kannst, mit Deinen Eltern zu sprechen.

 

Themenübersicht

Unser Tipp: Gerne kannst Du Dich mit Deinen Gedanken, Fragen und Sorgen zu diesem Thema an uns Beraterinnen wenden:

Wir nehmen uns gern Zeit, um mit Dir nach einem Weg zu suchen, wie es gut weitergehen kann.

 

Kann man unter 18 Jahren ohne die Erlaubnis der Eltern abtreiben?

Auf diese Frage gibt es keine eindeutige, allgemein-gültige Antwort – es ist ein strittiges juristisches Thema. Das liegt daran, dass die Voraussetzung für einen Schwangerschaftsabbruch die Einwilligungsfähigkeit der (jungen) schwangeren Frau ist. Doch diese Einwilligungsfähigkeit kann nicht alleine aufgrund des Alters vorausgesetzt (oder abgesprochen) werden.

Ob eine Abtreibung unter 18 ohne Eltern möglich ist, hängt dadurch im Wesentlichen von zwei Faktoren ab:

 

1. Dein genaues Alter

Im Regelfall wird eine junge Frau über 16 Jahren als einwilligungsfähig eingeschätzt. Wenn Du 16 oder 17 Jahre alt bist, gibt es also normalerweise die Möglichkeit einer Abtreibung ohne das Wissen der Eltern.

Unter 16 Jahren kann es jedoch durchaus sein, dass Du nicht ohne Einverständnis der Eltern abtreiben kannst. Für die Entscheidung im Einzelfall ist als zweiter Faktor die Einschätzung des Arztes entscheidend.

 

2. Die Einschätzung des Arztes

Im konkreten Fall muss der behandelnde Arzt prüfen und entscheiden, ob die Jugendliche einwilligungsfähig ist. Einwilligungsfähig bedeutet, dass die Reife und notwendige Einsichtsfähigkeit in die körperliche und mögliche psychische Tragweite eines Schwangerschaftsabbruchs gegeben ist – dann kann dieser ohne Eltern vorgenommen werden.

Stellt der Arzt diese Fähigkeit fest, so ist eine alleinverantwortliche Entscheidung der Jugendlichen für die Abtreibung ohne Erlaubnis der Eltern bzw. der gesetzlichen Vertreter möglich.

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Angst vor der Reaktion der Eltern

Vermutlich wissen Deine Eltern noch nichts von der Schwangerschaft oder davon, dass Du über eine Abtreibung nachdenkst. Vielleicht hast Du Angst davor, wie sie reagieren könnten. Womöglich befürchtest Du auch, sie zu enttäuschen oder zu belasten. Dass Dich solche Gedanken und Sorgen sehr verunsichern, ist verständlich.

Es ist schwer einzuschätzen, wie Deine Eltern auf die Nachricht, Großeltern zu werden, tatsächlich reagieren. Wir erleben es in der Beratung jedoch häufig, dass die Familie viel positiver reagiert als erwartet. Nicht immer von Anfang an, manches Mal kommt der erwartete Wutausbruch zunächst einmal tatsächlich.

Doch die Erfahrung zeigt auch, dass dieser erste Schock oft einer Haltung nach dem Motto „Wir schaffen das schon gemeinsam!“ weicht. Bei einer Entscheidung für das Kind stellt sich bei Vielen sogar im Laufe der Zeit eine zunehmende Freude auf das Enkelkind ein. Oft bieten sie ganz unerwartet Unterstützung an, und die Situation entspannt sich dadurch spürbar. Vielleicht könnte es bei Dir ähnlich sein?

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5 Tipps für ein Gespräch mit den Eltern

Falls Du Dich fragst, ob es sich doch lohnen könnte, mit Deinen Eltern zu sprechen, haben wir 5 Tipps für Dich, wie Du Dich auf dieses Gespräch vorbereiten kannst:

 

1. Suche Dir Unterstützung

Es kann helfen, vorher mit einer anderen älteren Vertrauensperson über Deine Situation zu sprechen (z.B. mit der älteren Schwester, der Großmutter, der Tante oder einer vertrauten Nachbarin). Diese reagiert vermutlich etwas gelassener, da sie nicht für Dich verantwortlich ist. Wenn man dann zusammen mit dieser neutralen Vertrauensperson mit den Eltern spricht, sorgt das oft dafür, dass das Gespräch ruhiger verläuft.

 

2. Überlege Dir zuvor, was Du sagen willst

Im Gespräch selbst und in all den Emotionen vergisst man oft, was man eigentlich sagen wollte. Überleg Dir also am Besten zuvor, was Du sagen möchtest und wie Du es sagen willst. Du kannst Deine Notizen auch mit ins Gespräch nehmen.

 

3. Bitte Deine Eltern um Unterstützung

Ein guter Gesprächseinstieg könnte sein, Deinen Eltern ganz offen zu sagen, dass Du in einer schwierigen Situation bist, in der Du ihre Unterstützung benötigst – und dass Du Dir selbst schwer tust, dieses Gespräch zu führen. Du kannst sie dann darum bitten, für Dich da zu sein. 

So glättest Du gewissermaßen schon im Vorhinein die Wogen, bevor Du die Schwangerschaft selbst thematisierst.

 

4. Mit einem Elternteil zuerst reden

Es kann vorteilhaft sein, dass Du Dir zuvor überlegst, zu welchem Elternteil Du (bei diesem Thema) den besseren Draht hast. Du kannst dann erst einmal mit diesem Elternteil sprechen. Damit hast Du ihn oder sie dann schon mit im Boot, wenn Du mit dem anderen Elternteil redest, der vielleicht (bei diesem Thema) schneller die Fassung verliert.

 

5. Gib Ihnen Zeit

Vermutlich werden Deine Eltern zunächst überrascht sein und selbst nicht genau wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Es kann helfen, ihnen Zeit zu geben, um die Nachricht zu verdauen und nicht sofort eine bestimmte Reaktion zu verlangen. Das gibt ihnen die Gelegenheit, ihre Haltung und ihre Worte nochmal zu überdenken.

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Wie kann es für Dich weitergehen?

Angst und Verunsicherung sind in einer solchen Situationen zunächst einmal verständlich. Daher ist es ratsam, dass Du erst einmal tief durchatmest und Dir selbst Zeit schenkst, damit die Nachricht sich erst einmal auf allen Ebenen setzen kann. 

Für solche Lebens-Entscheidungen ist es gut, alle Optionen genau zu beleuchten und für die momentanen Umstände Lösungen zu suchen, damit Du eine echte Entscheidungsfreiheit hast. Vielleicht konnten Dir die oben genannten Tipps auch Mut machen, Dich an Deine Eltern zu wenden und mit ihnen über Deine Situation zu sprechen. 



Gerne sind auch wir von Pro Femina für Dich da!


 

Zwischen 16 und 18 Jahre alt? So können wir Dich unterstützen!

Gerne kannst Du Dich, wenn Du 16 oder älter bist, mit diesen Sorgen, Fragen und Emotionen direkt an uns Beraterinnen wenden!

 

Unter 16? So können wir Dir helfen!

Falls Du unter 16 Jahre alt bist, dürfen wir Dich ohne das Einverständnis Deiner Eltern aufgrund der geltenden Datenschutzrichtlinien leider nicht persönlich beraten. Du hast dafür folgende Möglichkeiten, bei uns Unterstützung zu bekommen:

  • Mach den Persönlichkeitstest! Dadurch erfährst Du mehr über Deinen Persönlichkeitstyp und bekommst Tipps, wie Du weitermachen kannst.

Wenn Du mit Deinen Eltern noch nicht gesprochen hast, kannst Du auch eine Person Deines Vertrauens, die über 16 ist, bitten, mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir können ihr dann erklären, was man in solchen Fällen sinnvollerweise als nächsten tun kann.

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Hier findest Du weitere Tipps: 

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