Muss ich den Vater meines Kindes angeben?

Muss ich den Vater meines Kindes angeben?
zuletzt aktualisiert: 17.10.2020

Ist eine Frau rechtlich dazu verpflichtet, den Vater ihres Kindes anzugeben? Die kurze Antwort: Ja, wenn sie staatliche Leistungen bzw. Unterhaltszahlungen erhalten möchte. Aber nein, gezwungen werden kann sie dazu nicht.

Wir klären hier die rechtlichen Gegebenheiten und erklären, welche Folgen es haben kann, den Vater nicht anzugeben.

 

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Muss ich den Vater angeben?

Jedes Kind hat grundsätzlich das Recht, seine eigene Abstammung zu kennen. Wenn die Mutter den Namen des biologischen/leiblichen Vaters jedoch nicht bekanntgeben möchte, kann sie nicht dazu gezwungen werden. Denn es gibt keine rechtliche Verpflichtung, den Vater anzugeben. 

Es ist jedoch strafbar, wenn die Mutter fälschlicherweise angibt, den Vater nicht zu kennen und auf dieser Basis Unterhaltsvorschuss beantragt. Unter "Folgen bezüglich Unterhaltsvorschuss für das Kind" erfährst Du mehr darüber.

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Welche Nachteile hat es, den Vater nicht anzugeben?

Sobald der Name des Vaters angegeben wird, sind damit finanzielle und rechtliche Regelungen verknüpft. So können folgende Ansprüche nur geltend gemacht werden, wenn der Vater angegeben wurde:

  • Unterhaltsansprüche für Mutter und Kind
  • Erb-/ Renten-/ Krankenversicherungsansprüche
  • Umgangsrechte zwischen Vater und Kind

Nähere Informationen zur Anerkennung der Vaterschaft findest Du im Artikel: Vaterschaftsanerkennung

Der Fokus des Gesetzgebers liegt bei allen diesen Regelungen immer auf dem Wohl des Kindes.

 

Folgen bezüglich Unterhaltsvorschuss für das Kind

Eine Mutter hat, wenn sie den biologischen Vater nicht angibt, kein Recht auf Unterhaltsvorschuss für das Kind vom Jugendamt.

Dieser wird vom Jugendamt gewährt, wenn der Vater nicht zahlungsfähig ist, und ersetzt die väterliche Unterhaltszahlung. Dafür ist es jedoch erforderlich, dass die Mutter bereit ist, bei der Vaterschafts-Feststellung mitzuwirken. Denn beim Unterhaltsvorschuss handelt es sich um öffentliche Gelder, die das Jugendamt langfristig vom Kindesvater zurückfordert.

Gibt die Mutter bei der Antragstellung auf Unterhaltsvorschuss fälschlicherweise an, nicht zu wissen, wer der Erzeuger des Kindes ist (obwohl sie es eigentlich weiß), so macht sie sich strafbar. Diese Falschaussage kann dazu führen, dass der Unterhaltsvorschuss nicht mehr weiter ausgezahlt wird bzw. das bereits erhaltene Geld vollständig zurückerstattet werden muss.

 

Folgen für Erb-/Renten-/Krankenversicherungsansprüche

Gut möglich, dass Du noch gar nicht an Erb- oder Rentenansprüche gedacht hast, weil diese möglichen Konsequenzen in weiter Ferne liegen. Doch es ist ratsam, auch mögliche längerfristige finanzielle Faktoren zu bedenken, wenn Du Dich fragst, ob Du den Vater angeben sollst der nicht.

Nach der gesetzlichen Erbfolge sind Kinder erbberechtigt. Als Kind gilt man allerdings nur, wenn die Vaterschaft anerkannt wurde. Das bedeutet, dass das Kind seinem Vater gegenüber nicht erbberechtigt ist, wenn die Vaterschaft als unbekannt, bzw. nicht angegeben oder anerkannt wurde.

Nähere Informationen zur Anerkennung der Vaterschaft findest Du im Artikel „Vaterschaftsanerkennung“

 

Umgangsrecht zwischen Vater und Kind

Nach §1684 BGB hat jedes Kind das Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen. Dieses Recht kann ein Kind jedoch verständlicherweise nur dann in Anspruch nehmen, wenn der Vater angegeben und bekannt ist.

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Ungeplant schwanger und viele Fragen?

Du liest hier vielleicht, weil Du selbst in einer schwierigen Situation steckst und nicht so recht weißt, wie es weitergehen soll. Womöglich bist Du ungeplant schwanger und die Beziehung zum Vater des Kindes ist sehr kompliziert . Oder Du möchtest nicht, dass jemand erfährt, von wem das Kind ist.

In einer solchen Situation kann es guttun, über das, was Dich momentan bewegt, mit einer erfahrenen und doch außenstehenden Person in Austausch zu kommen. Gerne kannst Du Dich an uns Beraterinnen wenden – wir nehmen uns Zeit und sind für Dich da, wenn Du das möchtest.

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