Wieder schwanger und überlastet

Wieder schwanger und überlastet
Geschrieben von: Maria, Chefredakteurin · zuletzt aktualisiert: 25.05.2021

5 Tipps für Dich

  • Eine erneute Schwangerschaft kann ein freudiges Ereignis sein – aber auch Angst vor Überlastung mit sich bringen.
     
  • Dies ist ein guter Zeitpunkt, die eigene Situation genauer anzuschauen und sich die konkreten Ursachen für eine drohende oder schon bestehende Überlastung bewusst zu machen.
     
  • 5 konkrete Tipps helfen dabei, erst einmal durchzuatmen. Jederzeit stehen Dir auch unsere Beraterinnen ganz individuell zur Seite.

Tipp für Dich: ⚖️ „Abtreiben: ja oder nein?“ – zum Abtreibungstest

 

Was Du jetzt konkret tun kannst – 5 Tipps


„Wieder schwanger – wie soll ich das bloß alles schaffen?“, fragst Du Dich gerade. Möglicherweise können Dir die folgenden Tipps ein wenig „Luft zum Durchatmen“ schenken und einige neue Blickwinkel eröffnen.

Denn schon eine kleine Änderung im Alltag kann positive Auswirkungen auf die Gesamtsituation haben.

 

Tipp #1: Emotionale Unterstützung suchen

Es kann sehr hilfreich sein, wenn Du Menschen um Dich hast, die Dir emotionalen Halt geben. Menschen, bei denen Du Dich nicht schämen musst, Dinge ganz offen auszusprechen, z.B. "Ich kann mich gerade gar nicht über die Schwangerschaft freuen" oder "Ich frage mich ernsthaft, ob ich nicht besser abtreiben soll“.

Diese emotionale Unterstützung finden viele Frauen bei Freunden und in der Familie. Auch der Austausch mit anderen Frauen in einer ähnlichen Situation, zum Beispiel in einem Forum für schwangere Frauen, bietet emotionale Unterstützung. Vielleicht hast Du nun schon eine Idee, wem Du Dich anvertrauen kannst?

ℹ️ Je weniger Du weißt, wie Du Dich entscheiden sollst, desto anstrengender können Ratschläge aus dem privaten Umfeld manchmal auch werden. Womöglich fühlen sich die Angehörigen hilflos, wenn keine schnelle Entscheidung in Sicht ist, und entsprechend drehen sich Ratschläge und Argumente oft im Kreis. So kommt man einer Lösung kaum näher.

Hier kann eine professionelle und unabhängige Beratung sehr hilfreich sein, um aus der Gedankenspirale auszusteigen und noch einmal ganz neu zu überlegen:

 

Tipp #2: Zeit und Geduld – auch mit Dir selbst

Eine Schwangerschaft erfordert in jedem Fall Geduld – das ist eine Allerweltsweisheit. Allerdings ist Geduld in ganz besonderem Ausmaß gefragt, wenn die Schwangerschaft zunächst völlig überraschend ins Leben kommt.

Bei Überlastung ist es verständlich, wenn Sorgen und Nöte übergroß werden und jedes positive Gefühl richtiggehend blockieren. Ganz behutsam darfst Du Dir alle Zeit geben, die Du brauchst, um klarer zu sehen und praktische Schritte anzugehen.

Auch Dein Partner hat womöglich spontan eine klare Meinung und braucht erst einmal Zeit, um alles sacken zu lassen.

Übrigens: Unter diesen Umständen ist es natürlich, erst einmal keine große Vorfreude auf das Kind zu spüren.

 

Tipp #3: "Worst case-Frage" stellen

Als Worst-Case-Frage bezeichnet man die Überlegung, was in der gegenwärtigen Situation schlimmstenfalls passieren könnte . So wird recht schnell klar, aus welcher Richtung es für Dich Hilfe braucht. Vielleicht kannst Du auf diesem Weg schon Deine größte „Baustelle“ näher eingrenzen?

Gerne unterstützt Dich Pro Femina da, wo es für Dich wichtig ist!

Hier einige Beispiele:

  • Wenn die Beziehung kriselt und Du befürchtest, Dein Baby müsste im schlimmsten Fall ohne Vater aufwachsen, könnte eine Paarberatung vielleicht helfen, dieses Risiko zu verringern. Wir vermitteln Dir gerne professionelle Hilfe. Auch Auszeiten mit dem Partner, wie sie gerade in größeren Familien leicht zu kurz kommen, können durch regelmäßige Date-Nights ermöglicht werden.

     
  • Wenn Du Dich sorgst, durch dieses weitere Kind könnten die anderen Kinder zu kurz kommen, darf sich die Unterstützung besonders auf den Aufbau einer hilfreichen Betreuungsstruktur fokussieren, bei der für jedes Kind auch ganz bewusst "Mama-Zeiten" eingeplant sind. Auch persönliche Me-Time (s.u.) ist wichtig. Wir suchen mit Dir gemeinsam nach Betreuung durch Fachkräfte oder auch das bundesweite Pro Femina Helfernetzwerk.

     
  • Wenn die Wohnung zu klein wird: Hilfe bei der Wohnungssuche und Behördengängen. 


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Tipp #4: Me-Time

Dass es ohne eine feste Struktur im Alltag sehr schwierig wird, weißt Du als Mutter vermutlich ohnehin. Oft kommen feste Zeiten für Dich selbst in der Alltagsplanung vielleicht gar nicht vor. Das darfst Du guten Gewissens ändern, denn schließlich kann es den Kindern nur wirklich gut gehen, wenn es auch ihrer Mutter gut geht!

Ganz kurzfristig könntest Du überlegen, ob Du möglicherweise das nächste Wochenende einfach einmal „raus“ kommen kannst, z.B. zu einer guten Freundin. Es kann sehr viel Entlastung und auch neue Perspektiven schenken, den Alltag jetzt einmal hinter Dir zu lassen und richtig durchzuatmen.

Langfristig könnte ein neu überdachter Zeitplan innerhalb der Familie für mehr Klarheit und eine genauere Aufteilung sorgen. Du kannst besonders dann neue Kraft schöpfen, wenn feste private Zeiten eingeplant werden:

  • Zeit, die nur Dir gehört – zum Schlafen, für ein Hobby, um sich mit Freundinnen zu treffen, oder etwas anderes, was Du Dir wünschst und Dir gut tut.

  • Zeit, die Dein Partner völlig frei verbringen kann, in der auch er neben Arbeit und Familie einen Ausgleich hat.

  • Zeit, die Euch als Paar gehört. Denn diese geht schnell unter, sobald ein oder mehrere kleine Menschen die Aufmerksamkeit gefangen nehmen.

So weißt Du auch, wenn es mal turbulent wird, dass die nächste Auszeit zum Kräftesammeln ganz sicher bald kommen wird!

 

Tipp #5: Zurückblicken und Erfolge feiern

Vermutlich hast Du auch schon die Erfahrung gemacht, dass das Mama-Sein Dich immer wieder an Deine Grenzen bringt. Wenn Du zurückblickst: Hättest Du früher wohl gedacht, dass Du all das schaffen könntest, was Du bisher tatsächlich geschafft hast? Oder ist es nicht vielmehr manchmal fast unglaublich?

Es ist selten so, dass wir schon im Voraus wirklich abschätzen können, wie wir mit einer Herausforderung umgehen werden und was tatsächlich in uns steckt – bis es dann soweit ist. Vielleicht kannst auch Du rückblickend feststellen, dass Dein Mutterherz immer auch an seinen Aufgaben gewachsen ist. Du darfst Dir die innere Stärke bewusst machen, die Dich bis hierher getragen hat und Dich mit Recht dabei stolz fühlen!

 

Wieder schwanger – und viele Fragezeichen

Als (mehrfache) Mutter hörst Du womöglich Dein Mutterherz laut schlagen: Du weißt, was aus dieser Schwangerschaft alles werden kann, und kennst die schönen Momente des Mama-Seins – die Erfüllung, die Freude, das unvergleichliche Gefühl, das eigene Kind zum ersten Mal im Arm zu halten. Ein Kind schenkt unendlich viele bereichernde Momente.

Aber seine Versorgung kann auch anstrengend sein: kurze Nächte, Trotzphasen, Streit unter Geschwistern, endlose Wäscheberge und wenig Zeit allein mit dem Partner sind keine Seltenheit. Womöglich kommen noch der Hausbau, ein anstrengender Job oder die Pflege eines Familienmitglieds dazu. So ist es gut möglich, dass Du als Mutter ohne ausreichende Unterstützung oft an letzter Stelle stehst.

Insofern ist es sehr verständlich, wenn die Nachricht eines weiteren Babys sehr gemischte, oder sogar krisenhafte Gefühle aufkommen lässt. Und vielleicht wird Dir gerade erst so richtig bewusst, wie be- oder gar überlastet Du Dich momentan fühlst.

 

Eine ehrliche Bestandsaufnahme als Chance

Ein Gedanke ist bei Dir vielleicht gerade sehr präsent: In diese Umstände passt kein weiteres Kind!

Doch gerade deshalb bringt diese Schwangerschaft gleichzeitig eine große Chance mit sich: Als Wendepunkt, durch den Du endlich die Unterstützung bekommst, die es für Dich einfach braucht. So dass alles ruhiger werden kann – und möglicherweise auch dieses Kind noch Platz hat.

Hilfreich ist es in dieser Situation, eine Bestandsaufnahme zu machen und dabei Vieles ganz grundsätzlich zu klären:

  • Was läuft richtig gut? Und warum?
  • Wo bin ich überlastet? Womit werde ich nur schwer fertig?
  • Welche Unterstützung wünsche ich mir jeweils (auch wenn ich noch nicht weiß, woher die Unterstützung kommen soll)?
  • Und: Was brauche ich selbst für mich, wo wünsche ich mir Freiräume?

Auch wenn die Lösungen nicht sofort auf der Hand liegen, so ist es doch ein erster, wichtiger Schritt, sich genauer über die Situation bewusst zu werden! So kann ein guter Grundstein zur dauerhaften Entlastung gelegt werden, die es schon länger dringend braucht … Und am Ende kann mithilfe eines Babysitters, einer Haushaltshilfe oder einem Urlaub als Paar womöglich manches sogar entspannter und besser laufen als vor der Schwangerschaft.

Gerne darfst Du Dich für Information und Planung an uns Beraterinnen wenden - wir überlegen gerne mit Dir weiter, was es ganz konkret für Dich braucht!

 

Beratung als umfassende Unterstützung für Dich

Vielleicht hast Du bis hierhin den Artikel gelesen und findest die Ideen eigentlich ganz gut. Aber Dir fehlt die Kraft und Energie, all das umzusetzen – weil Du eben sowieso schon so vieles um die Ohren hast. Oder der für Dich passende Anstoß zur Entlastung war noch nicht dabei.

Dann melde Dich gerne bei uns Beraterinnen: Wir überlegen gemeinsam mit Dir, welche Möglichkeiten es für Deine individuelle Situation gibt, z.B. in unserem bundesweiten Pro Femina-Helfernetzwerk.

Wenn Du möchtest, kannst Du Dich auch mit allen anderen Fragen und Sorgen, die Dich rund um die Schwangerschaft momentan beschäftigen, an uns Beraterinnen wenden. Wir sind gern für Dich da!

 

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