Ungeplant schwanger – was nun?

Ungeplant schwanger – was nun?

Deine Möglichkeiten und fünf konkrete Tipps

Viele von uns planen gerne – wir möchten unser Leben einfach im Griff haben und wollen selbst bestimmen, was wann wie verläuft. Manchmal funktioniert das auch ganz gut. Doch dann gibt es diese Momente, wo etwas Unerwartetes über uns hereinbricht und uns erstmal den Boden unter den Füßen wegzieht.

Ungewollt schwanger: Wenn eine Frau auf einmal schwanger ist – ganz unerwartet – dann ist das meistens so ein Moment. Dann beginnt das Gedankenkarussell und alles dreht sich um diese eine Frage: Schwanger, was nun?
 

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Plötzlich schwanger – im Gefühls-Chaos!

Vielleicht kam die Schwangerschaft total überraschend für Dich und ganz unerwartet. Möglicherweise bist Du auch schon eine ganze Weile unbemerkt schwanger und hast es nun erfahren.

Eine ungeplante Schwangerschaft kann die Welt richtiggehend auf den Kopf stellen und stürzt viele Frauen in ein wahrhaftiges Gefühls-Chaos. Sogar bei Schwangerschaften, die eigentlich geplant waren, berichten Frauen von diesem inneren Auf und Ab.

Da melden sich häufig ganz widersprüchliche Gefühle und Gedanken in einer Frau zu Wort. Das kann Angst sein, Sorge, Unsicherheit oder auch leise Freude… Von „ich will nicht schwanger sein“ bis „eigentlich wäre es doch schön…“ kann alles dabei sein. Und zwar im stündlichen oder gar minütlichen Wechsel!

Manche Frauen beschreiben das als ein richtiges Hin- und Hergerissen-Sein, als einen Kampf zwischen Herz und Kopf. Dieser innere Kampf kann einige Stunden dauern, Tage – oder sogar das ganze erste Trimenon (bis zur 12. SSW). Ab dann pendelt der Hormonhaushalt sich in der Regel wieder ein und das emotionale Durcheinander legt sich.

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Schwanger: Ein ganz natürlicher Ausnahmezustand

Falls es Dir gerade vielleicht ganz ähnlich geht und Du Dich gar nicht wieder erkennst, hier ist ein kleiner Trost: Es geht sehr, sehr vielen Frauen zu Beginn einer ungeplanten oder auch geplanten Schwangerschaft so. Und das darf jetzt auch erst einmal sein! Denn man kann diese Situation körperlich gesehen gut und gerne als richtigen Ausnahmezustand beschreiben!

Der Grund dafür ist biologisch recht einfach erklärbar: Zu Beginn einer Schwangerschaft stellt sich der ganze Organismus auf die neue Aufgabe ein. Die Hormonumstellung (körperlicher Ausnahmezustand), die er dabei durchläuft, äußert sich häufig auch im emotionalen Empfinden (emotionaler Ausnahmezustand).

Das ist zwar verunsichernd, gerade wenn es das erste Mal so ist, aber gleichzeitig auch ganz natürlich und in Ordnung.

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Ich will das Kind nicht… Ich will mein Kind verlieren

Viele Frauen haben in dieser besonderen Zeit Gedanken, die sie sich vorher vielleicht nie hätten vorstellen können. In den Momenten, in denen Sorge und Verzweiflung dominieren, kommt manchmal sogar der Gedanke hoch: „Ich will das Baby verlieren…“ oder „würde mir die Natur doch die Entscheidung abnehmen“. Viele Frauen schämen sich für diesen Gedanken und trauen sich kaum oder gar nicht, ihn zu äußern. Es entspricht aber ihren momentanen ehrlichen Empfindungen!

Zumeist steckt hinter diesem Gedanken der Wunsch, nicht selbst entscheiden zu müssen und der vielleicht tatsächlich sehr komplizierten Situation zu entkommen. Denn so manche Frau fragt sich irgendwann: „Ist diese Entscheidung nicht eigentlich viel zu groß für mich?“

Tatsächlich ist schon die Nachricht einer Schwangerschaft an sich wirklich groß! So ist es ganz natürlich, wenn Du Zeit brauchst, um alles zu verdauen und innerlich einzuordnen. Das bedeutet: Es ist nicht der Moment, sich selbst zu verurteilen – vielmehr darfst Du gerade jetzt besonders geduldig mit Dir selbst sein.

Denn auf spontane Gedanken und Gefühle haben wir Menschen keinen Einfluss; sie sind einfach da. Was Du am Ende daraus machst, welchen Gedanken und Gefühlen Du wie viel Macht gibst, wie Du entscheidest – das liegt dann in Deiner Hand.

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Ungeplant schwanger: Das sind die Möglichkeiten

Womit wir wieder bei der Ausgangsfrage angelangt sind: Wie soll ich entscheiden? Wie kann und soll es nun weitergehen?

Sehr schnell kann der eine oder andere Gedanke, die eine oder andere Lösung durch den Kopf schießen. Vielleicht haben Dir auch andere Personen bereits wohlmeinende Ratschläge gegeben, was für alle Beteiligten das Beste sei.

Im Rahmen der Biologie und der Gesetzeslage betrachtet, gibt es zu Beginn einer Schwangerschaft folgende Möglichkeiten, wie es weitergehen könnte. Manch eine davon kommt Dir vielleicht spontan naheliegender vor als die andere, aber es ist möglicherweise gut, sich alle Optionen bewusst zu machen…

  1. Das Kind zur Welt bringen und
    … es behalten
    … es nach der üblichen Bedenkzeit zur Adoption oder zu Pflegeeltern geben
    … es nach einer anonymen/vertraulichen Geburt sofort in andere gute Hände geben
  2. Die Schwangerschaft abbrechen lassen.
  3. Zunächst einmal abwarten. Denn vielleicht bist es auch nicht Du, sondern die Natur, die für Dich entscheidet: Medizinisch gesehen endet ungefähr jede vierte Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt, zumeist in den ersten drei Monaten.

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Schwanger; was jetzt? – Fünf Tipps für Dich

Damit Du jetzt nicht den Boden unter den Füßen verlierst, haben wir Dir ein paar Tipps zusammengestellt, wie Du jetzt ganz konkret weitermachen kannst. Sozusagen ein Erste-Hilfe-Paket, damit Du Schritt für Schritt einer freien, mit der Zeit gereiften Entscheidung näher kommen kannst.

1. Gib Dir Zeit!

Es ist ratsam, dass Du gerade jetzt nichts überstürzt. Entscheidungen, die so wichtig und weitreichend sind wie diese, sollte man nicht übereilt treffen. Es muss nicht sofort eine Entscheidung stehen – sondern Du darfst einen kleinen Mini-Schritt vor den anderen setzen, in Deinem Tempo! Nicht umsonst gibt sogar der Gesetzgeber Dir für Deine Entscheidung eine ziemlich lange Zeitspanne, damit Du mit Dir ins Reine kommen kannst.


Nimm Dir diese Zeit auch und lass Dich nicht unter Druck setzen – Du bist es wert!

2. Achte auf Dich selbst!

Gerade in dieser aufreibenden Phase solltest Du besonders gut auf Dich selbst achten. So manche Sorge wird schon ein wenig kleiner, wenn man sich selbst Ruhezeiten gönnt: genügend Schlaf, frische Luft, Gespräche mit lieben Menschen, … So kannst Du bei Kräften bleiben, um nicht aus der Überforderung und Erschöpfung heraus entscheiden zu müssen, sondern aus einer gewissen inneren Gelassenheit heraus.

3. Lass Dein Herz zu Wort kommen!

Wenn Du gerade erfahren hast, dass Du schwanger bist, wird sich vermutlich ganz schnell Dein Kopf zu Wort melden und fast ebenso schnell ein erstes Bauchgefühl. Das ist auch gut, beide haben ihre Berechtigung und können helfen, eine gute Entscheidung zu treffen.

Das Herz hingegen braucht meist ein wenig mehr Zeit. Wenn Du zur Ruhe kommst und ganz bei Dir bist, bekommst Du vielleicht ein erstes Gespür dafür, was Dein Inneres Dir sagen möchte. Und unser Herz ist ein guter Kompass: Es weist uns immer die Richtung, die sich mit unseren inneren Überzeugungen und Werten deckt… 


4. Erinnere Dich an Deine Stärke…

Gerade in herausfordernden Situationen vergisst man oft, was man eigentlich schon alles geschafft hat im Leben. Diese Situation ist vielleicht eine der herausforderndsten, die Du bislang erlebt hast – und doch trägt jeder von uns ganz einzigartige Stärken in sich, die uns helfen, aus einer Krise eine Chance zu machen. 
Was sind Deine besonderen Stärken? Wie hast Du früher schon einmal eine schwierige Situation gemeistert?


5. Such Dir Unterstützung!

Viele Frauen, die ungeplant schwanger sind, haben das Bedürfnis, ihre Sorgen und Probleme auszusprechen. Vielleicht machst Du auch gerade die Erfahrung, dass Du alleine mit Deinem eigenen Gedankenkarussell einer Lösung nicht näher kommst. Deshalb kann es in dieser Situation einfach gut tun, mit jemandem zu sprechen und die inneren Sorgen zu teilen.

Vielleicht gibt es eine Person in Deinem Umfeld, die für Dich da ist, der Du vertraust und von der Du weißt, dass sie das Beste für Dich will. Dann nur Mut! Ein solches Gespräch hilft, den eigenen Blick zu weiten und neue Ideen zu bekommen. Vielleicht hast Du aber auch eine Reaktion aus Deinem Umfeld erlebt, die nicht hilfreich war und Dich verwirrt hat? Oder Du zögerst noch, Dich der betreffenden Person anzuvertrauen? Womöglich wäre ein weiterer Gesprächspartner einfach gut?


Wie auch immer: Wenn Du gerne auf neutralem Boden mit einer außenstehenden Person sprechen möchtest, wende Dich gerne an uns Beraterinnen! Wir haben Erfahrung mit solchen Situationen und nehmen uns gerne Zeit für Dich!

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