Schwanger und voller Angst

Schwanger und voller Angst

Wie Du die Ängste in der Schwangerschaft überwinden kannst

Für manche fühlt sie sich kalt und heiß an, anderen schnürt sie die Kehle zu, wieder anderen „rutscht das Herz in die Hose“: Angst. Jeder von uns kennt sie, die einen besser, die anderen weniger. Schon in der Kindheit hat vermutlich jeder von uns schon einmal vor irgendetwas Angst gehabt.

Auch für viele Frauen, die ungeplant schwanger sind und die um eine Entscheidung ringen, wie es nun gut weitergehen kann, ist die Angst kein unbekanntes Gefühl. Welche Rolle die Angst in einer ungeplanten Schwangerschaft spielt und wie Du damit umgehen kannst, findest Du in diesem Artikel.

 

Themenübersicht

 

Angst in einer ungeplanten Schwangerschaft

Im Beratungsalltag erleben wir, dass Angst ein ganz zentrales Gefühl ist, das Frauen während einer ungeplanten Schwangerschaft begleiten kann. Oft gehen die Sorgen bereits los, noch bevor eine Schwangerschaft bestätigt ist.

Zahlreiche Frauen melden sich bei Pro Femina mit der Angst, schwanger zu sein, oder mit der Angst vor einem Schwangerschaftstest, der die Wahrheit zeigen würde. Anlass für diese Sorgen können äußere Umstände, das (befürchtete) Verhalten ihrer Mitmenschen oder eine innere Angst vor Veränderung oder vor der Zukunft sein.

Jede von uns Frauen kennt eine ganz eigene Schattierung dieses Gefühls der Angst – je nach Persönlichkeit, nach den Umständen und Erfahrungen im Leben.
 

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Angst als ein guter Instinkt

Angst ist an sich nichts Schlechtes, sondern vielmehr ein Instinkt, der uns vor etwas warnen möchte und uns auf Gefahren aufmerksam macht. Sie kann also sogar sehr nützlich sein! Die Angst davor, sich am Feuer zu verbrennen, oder die Angst abzustürzen, wenn man in der Dunkelheit einen Berg besteigt, ist wirklich begründet und schützt uns vor gefährlichen Handlungen.

In einer Schwangerschaft kann etwa auch die Sorge, mit einem weiteren Kind überfordert zu sein, ein Warnsignal sein, das man beachten sollte. Es kann vielleicht dazu führen, dass man sich zum Beispiel eine Haushaltshilfe sucht, um selbst bei Kräften zu bleiben, oder andere Hilfsmöglichkeiten in Anspruch nimmt. 

Angst kann uns also dabei helfen, Gefahren zu erkennen und gute Lösungen zu ihrer Abwendung zu finden.

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Wenn die Angst übermächtig wird…

Gleichzeitig sollte die Angst aber eben genau das bleiben: Ein Begleiter im Hintergrund, der uns schützt und der uns hilft, der drohenden Gefahr entgegenzuwirken. Sobald sie aber übermächtig wird und uns die Kraft und die Freude nimmt, sobald sie den Blick auf unsere Stärken verdeckt und uns weismacht, wir wären machtlos ausgeliefert, sollten wir die Notbremse ziehen!

Der erste Reflex, wenn wir diese Art von übermächtiger Angst verspüren, kann „Flucht“ sein, um diesem Gefühl irgendwie zu entkommen. Denn es ist unangenehm und trifft einen tiefen Teil unseres Selbst. Man versucht vielleicht, knapp an der Angst vorbeizuschauen und nach allen Seiten einen Weg zu finden, um ihr zu entfliehen.

Das Problem: Solange wir der Angst so ausweichen und uns nicht mit ihr konfrontieren – so lange wächst die Angst weiter. Sie bläht sich immer mehr auf, wie eine dunkle große Wolke, und droht, jeden freien Blick auf unser Herz und auf das Schöne und Gute zu verstellen. Solange wir sie nicht direkt benennen, sondern uns ihr fügen, wirkt sie unangreifbar – und droht, jeden klaren Gedanken zu verdrängen!

Aber: Sobald man die Angst genauer anschaut, bei Tageslicht, in Ruhe und gestärkt, verliert sie schnell ganz viel von ihrem Schrecken.

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Du bist mehr als Deine Angst!

Angst kann also ein fieser Mitspieler sein und ist außerdem ein schlechter Ratgeber – gerade zu Beginn einer ungeplanten Schwangerschaft. Denn da solltest Du mit klarem Kopf und ruhigem Herzen entscheiden und handeln können.

Die gute Nachricht: Du kannst selbst bestimmen, wie viel Raum Du der Angst einräumst. Du kannst entscheiden, ob Du ihr diesen großen Platz lässt, der jedes schöne Gefühl, jede Zuversicht und Hoffnung verstellt.

Stattdessen kannst Du auch akzeptieren, dass sie da ist, irgendwie mit dazu gehört und auch einen gewissen Sinn hat – und ihr zugleich anstelle des Platzes vor Deinen Augen einen Platz hinten im Rucksack zuweisen. Dort kann sie Dich warnen, wenn Du ihr Signal benötigst, sie hat aber nicht mehr die Möglichkeit, Dir den Blick und den Weg zu verstellen.

Besser, Du hast die Angst im Griff, als sie Dich!

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4 Tipps, um Ängste in der Schwangerschaft zu überwinden

Ein paar Tipps, wie Du der Angst in der Schwangerschaft begegnen kannst:

1. Nenne die Angst beim Namen!

Versuche zu erkennen, wovor genau Du Angst hast. Ist es die Furcht, mit dem Kind alleine dazustehen? Die Sorge, nicht mehr genügend Freiräume für Dich als Frau zu haben? Als Mutter überfordert zu sein?

Benenne die Angst ganz konkret – denn nur so nimmst Du ihr die Macht und kannst aktiv dagegen vorgehen.

2. Schreibe eine Liste mit Deinen Ängsten

Wenn es schwarz auf weiß steht, ist die Angst zwar nach wie vor da – aber sie verliert an Schrecken. Sie hat auf einmal eine Größe, die angemessen ist.

Diese Liste kannst Du dann auch einfach mal zur Seite legen. Dadurch gibst Du den Sorgen einen Platz, an dem sie erstmal bleiben können, während Du zwischendurch neue Kraft schöpfst. Wenn Du Dich dann bereit fühlst, kannst Du die Liste wieder zur Hand nehmen und alleine oder mit lieben Menschen einen Punkt nach dem anderen ansehen – und nach Lösungen suchen.

3. Nimm die Angst ernst und suche Dir Unterstützung

Angst ist berechtigt. Aber sie dient eben dazu, dass wir Gefahren umgehen oder verhindern. Wie kannst Du also auf ihre Warnung reagieren, damit das, was Du befürchtest, so nicht Wirklichkeit wird? Was brauchst Du zum Beispiel, damit Deine Kinder eben nicht vernachlässigt werden, auch wenn Du dieses Kind behältst? Welche Unterstützung würdest Du Dir wünschen, um trotzdem noch genügend Zeit für die Partnerschaft zu haben? Welche Freiräume könntest Du einrichten, um als Frau bei Kräften zu bleiben?

Wenn Du noch nicht genau weißt, wie solche Lösungen aussehen könnten beziehungsweise wie Du sie umsetzen kannst, oder wenn Du einfach jemanden zum Reden brauchst, wende Dich an uns Beraterinnen! Wir nehmen uns Zeit für Dich, sind für Dich da und unterstützen Dich mit all unserer Erfahrung, wenn Du das möchtest. Hier kannst Du mit uns Kontakt aufnehmen: Kontakt zu Pro Femina

4. Erinnere Dich an Deine Stärke!

Jede Frau trägt eine ganz besondere, einzigartige Stärke und viele Fähigkeiten in sich – auch Du! Erinnere Dich daran, wie Du eine frühere schwierige Situation bewältigen konntest. Das Leben traut Dir diese große Herausforderung gerade zu; und Du kannst sie auch bewältigen.

 

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