Wieder schwanger während der Elternzeit

Wieder schwanger während der Elternzeit
Geschrieben von: Jeanette, Psychologin · zuletzt aktualisiert: 26.11.2020

Mit 7 Tipps, wie Du jetzt bei Kräften bleiben kannst

Noch in der Elternzeit und wieder schwanger? Wie soll ich das schaffen? Und wie sieht das jetzt mit Elterngeld und Elternzeit aus?

Hier erfährst Du, welche Sorgen viele Frauen in dieser Situation beschäftigen und bekommst Tipps, wie Du damit umgehen kannst.

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Erneut schwanger – wie soll ich das schaffen?

Vielleicht hattest Du nicht damit gerechnet, so schnell nach einer Geburt oder während der Stillzeit wieder schwanger werden zu können… Viele Frauen bewegen in dieser Situation solche oder ähnliche Gedanken:

Was auch immer Dich in Deiner ganz individuellen Situation beschäftigt: Du stehst damit nicht alleine da. Und es ist in Ordnung, wenn Du gerade noch nicht weißt, wie es weitergehen soll!

 

Wie funktioniert das jetzt mit Elternzeit und Elterngeld?

Wahrscheinlich hast Du nun auch viele Fragen und so manche Sorge bezüglich Elternzeit und Elterngeld, da Du die erneute Schwangerschaft völlig ungeplant während der noch laufenden Elternzeit festgestellt hast. Da dies jedoch sogar relativ häufig vorkommt, ist glücklicherweise alles sehr gut geregelt:

So besteht prinzipiell die Möglichkeit, dass Du auch für dieses weitere Kind Elternzeit nimmst. Was das Elterngeld anbelangt, kann es sogar vorteilhaft sein, Kinder relativ schnell hintereinander zu bekommen, da das Elterngeld bei beiden Kindern dann meist gleich oder ähnlich hoch ausfällt.

Manche Frauen entscheiden sich darum sogar bewusst, Kinder schnell hintereinander zu bekommen, um anschließend ebenso bewusst ihr berufliches Engagement wieder zu erhöhen. Ebenso könntest Du den Mutterschutz und das Mutterschaftsgeld erneut in Anspruch nehmen, auch wenn Du in einer laufenden Elternzeit erneut schwanger geworden bist.

 

Ermutigung: Warum Du es schaffen könntest

Vielleicht hilft es, Dir bewusst zu machen, dass Du die größte Veränderung, nämlich Kind Nr.1, bereits erlebt hast. Eltern mit mehreren Kindern berichten häufig, dass gerade dieses erste Kind die Erwachsenenwelt durchbrochen und jeden Rhythmus durcheinander gebracht hat – die Umstellung vom ersten zum zweiten Kind aber dann weniger groß ist, weil nicht noch einmal das Gesamt-Setting dermaßen neu durchgemischt wird.

Ein weiterer Punkt: Du kannst auf all Deine reichen Erfahrungsschätze zurückgreifen – denn Du bist bereits Mama und machst vieles dieses Mal nicht zum ersten Mal durch!

Immer wieder hört man auch von Frauen, dass sie sich ausgelastet gefühlt haben, egal ob mit einem, zwei, drei oder mehr Kindern. Letztendlich wächst man an den Aufgaben und der Herausforderung. Bei der Bewältigung dieser Herausforderung ist es natürlich hilfreich, Hilfe in Anspruch zu nehmen, damit Du auch immer wieder Zeit für Dich hast, in der Du neue Kraft tanken kannst.

Gerne kannst Du Dich mit dem, was Dich momentan zweifeln lässt oder durcheinander bringt, an uns Beraterinnen wenden! Wir unterstützen Dich in dieser Zeit der Entscheidungsfindung mit unserer Erfahrung und – wenn Du magst – auch mit praktischer Hilfe!

So kannst Du Kontakt aufnehmen:

 

7 Tipps, wie Du jetzt bei Kräften bleiben kannst

Es ist ratsam, dass Du in dieser herausfordernde Situation gut auf Dich achtest. Gerade, wenn Du noch gar nicht weißt, ob Du das Kind behalten möchtest oder nicht. Denn wenn es Dir selbst gut geht, kannst Du auch in größerer Freiheit eine Entscheidung reifen lassen.

1. Gut zum eigenen Köper sein und Auszeiten pflegen


Um Dich zu schonen, ist es empfehlenswert, dass Du Dir ausreichend Ruhepausen und kleine Auszeiten im Alltag nimmst – soweit dies mit dem Baby möglich ist. Vielleicht kann ein oder zwei Stunden am Tag jemand anders (z.B. der Vater) das Baby nehmen, damit Du durchatmen kannst und etwas Zeit für Dich hast?



Außerdem tut es dem Körper gut, wenn Du möglichst auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achtest.

2. Guter und wohltuender Austausch


Gibt es liebe Menschen in Deinem Umfeld, mit denen Du ganz frei sprechen kannst? Manchmal tut es gut, sich die ganze Last von der Seele zu reden und einfach ein offenes Ohr zu finden.


Falls Dir momentan niemand einfällt oder Du lieber mit einer außenstehenden, erfahrenen Person sprechen möchtest, wende Dich gerne an uns Beraterinnen!

3. Zeit und Gespräche mit dem Partner


Gerade in dieser herausfordernden und ungewissen Zeit kann es gut tun, im engen Austausch mit dem Partner zu bleiben. Vielleicht hat er Ideen zu der momentanen Situation, über die Ihr gemeinsam weiter nachdenken könntet? Oder aber es tut sowieso gut, nach der Babyzeit auch wieder ganz bewusst Zeit als Paar zu verbringen.

4. Unterstützung annehmen


Vielleicht gibt es Familie, Verwandte oder Freunde, die Dir gerade jetzt unterstützend zur Seite stehen können. Es kann schon sehr gut tun und entlasten, wenn jemand den Einkauf übernimmt, für Euch mit kocht oder mal die Wäsche macht.


Falls es schwierig ist, familiäre Unterstützung zu erhalten, könntest Du auch einen Babysitter, ein Au-Pair, eine Tagesmutter oder einen Krippenplatz in Erwägung ziehen. Aber auch finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten können Entlastung schenken.

5. Dir immer wieder Kleinigkeiten gönnen


Kleine Besonderheiten können Wunder wirken. Merkst Du z.B., dass ein Tiefpunkt kommt, kannst Du versuchen, eine Kleinigkeit für Dich zu tun, die auch möglich ist, wenn Du Dein Kind auf dem Arm hast. Etwa ein Stück Schokolade, eine gute Tasse Tee oder Kaffee, ein kleiner Spaziergang in der Natur, … Was auch immer Dir gut tut.

6. Du musst nicht perfekt sein!

…weder in der Beziehung zu Deinem Partner noch zu Deinen Kindern. Auch im Haushalt oder auf der To-Do-Liste dürfen Sachen einmal liegen bleiben. Vielleicht gelingt es Dir, in eine solche Gelassenheit hineinzufinden, um so innerlich etwas zur Ruhe zu finden?

Es ist ratsam, im Hier und Jetzt zu leben und den Moment so gut es geht zu bewältigen. Oder auch Dinge zu akzeptieren, die man nicht mehr ändern kann, wie z.B. Filzstiftfarbe an den Wänden.

7. Ein geregelter Tagesablauf


Wir Menschen brauchen Struktur, deshalb kann eine klare Routine sehr hilfreich sein und guttun.

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