Schwanger in den Wechseljahren

schwanger in den Wechseljahren

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Bis zu welchem Alter kann man schwanger werden?

  • Auch während der Wechseljahre kann es noch zu einer Schwangerschaft kommen.
  • Denn der Wechsel zur Unfruchtbarkeit geht in mehreren Phasen vor sich und kommt bei jeder Frau zu einem etwas anderen Zeitpunkt.
  • Schon mit 40 stellen viele Frauen Anzeichen der Wechseljahre an sich fest; trotzdem können sie noch längere Zeit auf natürlichem Weg schwanger werden.

Nähere Infos zu den Phasen der Wechseljahre und bis wann genau man schwanger werden kann, findest Du hier.

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Wechseljahre – was versteht man darunter?

Unter den Wechseljahren (Klimakterium) versteht man eine Phase der hormonellen Umstellung, die das Ende der fruchtbaren Jahre einer Frau einleitet. Sie läuft von Frau zu Frau unterschiedlich ab und ist zeitlich nicht konkret vorhersehbar.

Die Zeit, in der eine Frau schwanger werden kann, „schleicht“ sich mehr oder weniger in ihr Leben. Wann genau die fruchtbare Zeit einer jungen Frau beginnt, kann sehr unterschiedlich sein. Wenn man dann davon ausgeht, dass eine Frau rund 35 Jahre lang in der Lage ist, schwanger zu werden, so gibt es dennoch auch für das Ende ihrer fruchtbaren Phase keinen eindeutigen Zeitpunkt. Auch diese „schleicht“ sich gewissermaßen ein.

Bis wann kann man schwanger werden?

Man geht davon aus, dass die Wechseljahre bis zu zehn Jahre dauern können. Genau genommen umfassen sie drei Phasen:

1) Die Perimenopause


Ist die Zeit kurz vor dem Ausbleiben der Menstruationsblutung. Sie beginnt im Durchschnitt mit 47,5 Jahren.



Manche Frauen bekommen davon erst einmal nichts mit, bei anderen bleibt die Periode zeitweise aus und wieder andere erleben einen kürzeren Zyklus als gewöhnlich. In dieser hormonellen Umstellungszeit finden durchaus auch Zyklen ohne Eisprung statt.

—> Eine Schwangerschaft ist in dieser Phase noch möglich.

2) Die Menopause


Bezeichnet den Zeitabschnitt ab der letzten Blutung, auf die mindestens zwölf Monate keine Blutung mehr folgt. Es versteht sich von selbst, dass man diesen Zeitpunkt erst im Nachhinein richtig festmachen kann. Insofern verabschiedet sich die Blutung auf ebenso „leisen Sohlen“, wie sie einmal vor vielen Jahren begonnen hatte.


In Europa sind Frauen in der Menopause im Durchschnitt 51 Jahre alt.

—> Innerhalb dieser Phase ist keine Schwangerschaft mehr möglich.

3) Die Postmenopause


Ist die Zeit nach der Menopause. Jetzt kann eine Frau von Natur aus weder ihre Tage noch ein Kind bekommen. Diese Phase beginnt mit rund 52 Jahren.

Grundsätzlich gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel!


Es handelt sich hier stets um durchschnittliche Altersangaben. Keine Frau ist gleich, und jede erlebt ihre Wechseljahre individuell und unterschiedlich. In seltenen Fällen sind die Eierstöcke einer Frau auch schon mit knapp 40 Jahren vorzeitig erschöpft und es kommt in der Folge nicht mehr zum Eisprung. Man spricht dann vom Klimakterium praecox.

Woher weiß ich, ab wann ich unfruchtbar bin? Kann ich meine Fruchtbarkeit messen?

Wie bei allem, was den menschlichen Körper betrifft, sind Faustregeln oder Einschätzungen aus der Ferne auch beim Thema Wechseljahre niemals vollständig verlässlich. Dennoch seien hier Möglichkeiten genannt, wie Du etwas Näheres zu Deiner aktuellen Fruchtbarkeit herausfinden könntest:


Man geht heute von folgender Regel aus: Hat eine Frau ihre letzte Blutung vor dem 50. Lebensjahr, gilt sie nach mindestens zwei blutungsfreien Jahren als unfruchtbar. Fand ihre letzte Periode später statt, so geht man bereits nach einem Jahr davon aus, dass sie nicht mehr schwanger werden kann.

Generell ist es empfehlenswert, in der Zeit der Wechseljahre, in der sich so vieles im Körper verändert, das Gespräch mit dem Arzt zu suchen. Er kann eine fachliche Einschätzung geben, inwieweit eine Schwangerschaft noch denkbar wäre.

Möglich sind auch Hormontests (über eine Blut-, Speichel- oder Urin-Analyse): Solche Tests können verraten, wie Deine hormonelle Lage im Moment aussieht. Dazu werden Östrogen und FSH (Follikelstimulierendes Hormon) bestimmt. Jedoch kann sich diese innerhalb weniger Tage wieder ändern. Es handelt sich eben zumeist um eine „wechselhafte“ Zeit. Daher müssten die Werte über einen längeren Zeitraum überwacht werden.

ℹ️ Der AMH-Test (Blut-Analyse) hingegen kann einen möglichen Anhaltspunkt geben, inwieweit Du noch fruchtbar oder ob die Menopause bereits angebrochen ist. Das Anti-Müller-Hormon (AMH) wird in den heranreifenden Follikeln gebildet. Je niedriger das Hormon im Blut nachweisbar ist, desto unwahrscheinlicher ist ein Eisprung und somit eine Schwangerschaft. Die Fruchtbarkeit ist herabgesetzt. Unter einem Wert 1,6 Nanogramm/Milliliter (ng/ml) ist eine Schwangerschaft eher ausgeschlossen.
Ob und wann ein solcher Test sinnvoll ist, sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Anzeichen für die Wechseljahre

Bereits im Alter von Anfang 40 stellen viele Frauen erste Anzeichen fest, die auf die beginnenden Wechseljahre hindeuten können. Doch es ist sehr individuell, ob und welche dieser Symptome in den Wechseljahren wahrgenommen werden.

Hier einige Beispiele für mögliche Anzeichen:

💪 Körperlich:

  • Schwankungen im Zyklus (z.B. ungewöhnlich längere/kürzere Zyklen)
  • sogenannte. „Hitzewallungen“
  • spannende Brüste
  • Kopfschmerzen
  • trockenere Haut und vermehrte Bildung von Falten
  • Scheidentrockenheit
  • körperliche Abgeschlagenheit
  • Wassereinlagerungen

Wer seinen Körper genauer beobachtet, kann außerdem folgendes feststellen:

  • früherer Temperaturanstieg als gewöhnlich (und daher vermutlich früherer Eisprung)
  • kürzere Temperatur-Hochlagen
  • andere, „schlechtere“ Qualität von Zervixschleim

🙃 Emotional/innerlich:

  • erhöhte und ungewohnte Reizbarkeit
  • sexuelle Unlust
  • Schlafstörungen
  • ...

🤔 Vielleicht liest Du hier, weil Du an Dir solche Anzeichen wahrnimmst und daher verunsichert bist. Denn manches ähnelt auch Symptomen, die zu Beginn einer Schwangerschaft auftreten können. Möglicherweise erinnern Dich Deine Körperempfindungen sogar an eine vorherige Schwangerschaft.

Bin ich schwanger oder sind es Anzeichen der Wechseljahre?

Gerade wenn die Periode ausbleibt, fragen sich viele Frauen ab ca. 40 Jahren, ob sie schwanger sind oder nun die Wechseljahre beginnen.
Auch andere Symptome können zu Unsicherheit beitragen, denn sowohl eine Schwangerschaft als auch die Wechseljahre bedeuten eine hormonelle Umstellung. Der Körper kann also ganz ähnlich reagieren.

Können die Wechseljahre einen Schwangerschaftstest verfälschen?

Manche Frauen sind verunsichert, wenn sie im Beipackzettel eines Schwangerschaftstestes lesen, die Wechseljahre können das Ergebnis eventuell verfälschen.
Vor allem, wenn der Urin-Test dann positiv anzeigt, stellt sich die Frage: Bin ich wirklich schwanger oder ist das Ergebnis falsch positiv?

🤔Vielleicht bist Du im Moment genau in dieser Situation. Es ist verständlich, dass Du Dir Klarheit wünschst.

In eher seltenen Fällen kann es tatsächlich zu einem falsch angezeigten Ergebnis kommen. Hintergrund: Manche Tests reagieren nicht nur auf das Schwangerschaftshormon HCG, sondern auch auf das sogenannte LH (luteinisierende Hormon). Und dieses kann in der hormonellen Umstellung der Wechseljahre erhöht sein.

Was Du tun kannst: Einen erneuten Urin-Test von einem anderen Hersteller machen. Denn meistens sind es günstigere Tests, welche zu sensibel auf das LH reagieren. Hier könnte sich also eine kleine Investition lohnen, um ein genaueres Ergebnis zu bekommen. Sind auch weitere Tests positiv, ist eine Schwangerschaft wahrscheinlich.

Ansonsten kannst Du natürlich Deine Frauenärztin / Deinen Frauenarzt aufsuchen.

(Ungeplant) schwanger in den Wechseljahren – Erfahrungen

Bereits mit Anfang 40 kann die Fruchtbarkeit einer Frau stark nachlassen. Das heißt aber nicht, dass Schwangerschaften nicht mehr möglich sind. Im Jahr 2020 sind in Duetschland 5,9 % der Mütter mit Neugeborenen über 40 gewesen. Doch welche Erfahrungen machen Frauen, die in den Wechseljahren schwanger werden?

Ungeplant schwanger in den Wechseljahren

Viele Frauen, die während der Wechseljahre ungeplant schwanger werden, plagen zahlreiche Sorgen: Bin ich zu alt für ein Kind? Habe ich noch die Kraft und Energie, um (erneut) Mutter zu werden? Könnte das Kind krank sein?

Gleichzeitig kann eine unerwartete Schwangerschaft in den Wechseljahren auch die letzte Chance sein, zum ersten Mal oder erneut Mutter zu werden – eine Chance, mit dem reichen Schatz an Lebenserfahrung die Mutterschaft auf ganze besondere Art und Weise zu leben…

📗 Lies hier mehr: 40plus – zu alt für ein Baby?

👩‍💻Gerne kannst Du Dich auch an die Beraterinnen von Pro Femina e.V. wenden. Sie haben ein offenes Ohr für Dich! Nutze zum Beispiel die Beratung per Email oder Telefon.

Geplant schwanger in den Wechseljahren

Obwohl die Chancen, schwanger zu werden, in diesen Jahren deutlich reduziert sind, gibt es Mütter, die auch im fortgeschrittenen Alter ein Kind erwarten. Gerade in Zeiten, in denen auch Frauen immer mehr Karriere machen und berufliche Ziele verfolgen, verschiebt sich der Zeitpunkt des Mutter-Werdens bei Vielen weiter nach hinten.

Viele Frauen berichten, dass sie mit ihrer Lebenserfahrung immer gelassener geworden sind. Sie freuen sich auf die Aufgabe und Rolle als Mutter.
Doch die Sorge um die Gesundheit des Kindes kann die Freude trüben und einen verunsichern.

Könnte mein Kind krank sein?

Mit zunehmendem Alter steigen manche Risiken – etwa für Fehlgeburten oder Erkrankungen beim Kind. Jede Frau ist selbst gefragt, wie sie damit umgehen mag.

Ab Mitte 40 liegt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt endet, bei fast 80 Prozent. Allerdings kommt es meistens innerhalb der ersten vier Schwangerschaftswochen zu einer Fehlgeburt – und dies oft unbemerkt.

Gerade der weit entwickelte Stand der Medizin und die meist sehr gute gesundheitliche Konstitution der Frauen heutzutage lässt auch in höherem Alter noch gesunde Schwangerschaften und Geburten zu.
Auch eine Behinderung des Kindes bei Frauen über 40 Jahren ist weiterhin die Ausnahme.

So gibt es etwa Mütter, die ihr gesundes Kind noch im Alter von 53 Jahren zur Welt gebracht haben.

Manchmal verunsichert einen auch der Begriff der Risikoschwangerschaft. Schon ab 35 Jahren besteht übrigens eine solche Risikoschwangerschaft, wie es im Mutterpass vermerkt wird. Denn statistisch gesehen steigen manche Risiken dann bereits an – also noch vor der Menopause.
Aus diesem Grund wird die Schwangerschaft einfach öfters medizinisch überwacht. Eine engmaschige Betreuung von Mutter und Kind bedeutet, dass es üblicherweise mehr Vorsorgetermine gibt.

(Vielleicht) schwanger und viele Fragen im Kopf...

Wenn Du hier liest, bist Du Dir möglicherweise gerade unsicher, ob Du schwanger sein könntest – entweder voller Sorge oder mit einer leisen Freude.

Auf den ersten Blick lassen sich erste Schwangerschaftssymptome nicht so leicht von den eventuellen Begleiterscheinungen der Wechseljahre oder den Vorzeichen der Periode unterscheiden.

Oder Deine Schwangerschaft wurde bereits bestätigt und Du weißt erst einmal nicht, wie es weitergehen soll? Die Familienplanung war bereits abgeschlossen oder Du hattest ganz andere Pläne?

Du bist nicht alleine mit Deinen Fragen und Sorgen! Gerne kannst Du Dich auch an eine Beraterin von Pro Femina e.V. wenden.

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