40plus – zu alt für ein Baby?

40plus - zu alt für ein Baby?

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Welche Gedanken Dich jetzt vielleicht bewegen

  • Gerade für Frauen, die das „typische Schwangerschaftsalter“ hinter sich gelassen haben, scheint ein (weiteres) Kind jetzt vieles aus dem Lot zu bringen.
     
  • Eine der Hauptsorgen ist dabei die Frage, ob das Kind wohl gesund ist - die Pränataldiagnostik spielt eine entsprechend große Rolle.

     
  • Besonders die Reflexion der ganz persönlichen Lebensgeschichte kann dabei helfen, in den Kontakt zu den eigenen Stärken zu kommen und mögliche Wege für die Zukunft zu entwickeln.

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Eine zu alte Mama?

Die „magische 40“ liegt seit kurzem oder auch schon länger hinter Dir, und plötzlich ist der Test positiv: Du bist schwanger, möglicherweise völlig ungeplant. Schnell kann diese Nachricht bei betroffenen Frauen einen wahren Gedankenwirbel mit vielen Sorgen auslösen:

Schaffe ich das in meinem Alter überhaupt noch kräftemäßig? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Kind behindert ist? Wie werde ich wohl als Mutter eines kleinen Kindes in diesem Alter angeschaut? Und vielleicht auch: Was sagen meine älteren Kinder dazu?

Angesichts dieser Vorstellungen ist ein seelischer Ausnahmezustand sehr verständlich – auch wenn Du vielleicht sogar eine erfahrene Mutter bist.

 

Familienplanung (eigentlich) abgeschlossen

Vielleicht hast Du Dein Leben bisher ohne Kinder schön gestaltet, oder Du bist verunsichert, weil bereits zwei, drei, vier oder mehr Kinder da sind. Alles lief im Großen und Ganzen gut; Wohnraum, Auto, Finanzen und Nerven sind genau (oder „noch gerade so") auf die bisherige Kinderzahl bzw. auf ein Leben ohne Kind abgestimmt.

Dieses Kind bringt nun das Gleichgewicht richtiggehend ins Wanken. Reicht der Platz für ein weiteres Kind? Müssen wir nun viele Einschränkungen vornehmen? Bedeutet es, dass wir in vielerlei Hinsicht noch einmal „ganz von vorne“ beginnen?

Diese Fragen sind legitim – es ist gut, auch sachliche Aspekte einmal genauer zu durchdenken.

 

Persönliche Gedanken und Erfahrungen

Besonders, wenn Du schon schon Kinder hast, tauchen neben allgemeinen Überlegungen auch schnell ganz persönliche Gedanken oder auch Erinnerungen auf, die Zweifel hinsichtlich der Schwangerschaft befeuern: Wie kann ich jetzt körperlich eine Schwangerschaft wegstecken? Reichen meine Nerven noch für die kurzen Nächte, wenn das Baby geboren ist? Werde ich in Schule und Kindergarten gar für die Oma gehalten?

Gerade dann, wenn Du bereits viel Erfahrung hast, weißt Du vielleicht auch ziemlich gut, welche Belastungen ein Kind jetzt mit sich bringen könnte.

Umgekehrt ist dieser reiche Erfahrungsschatz oft sogar hilfreich, wenn es darum geht, im Vorfeld abzuschätzen, wo möglicherweise Unterstützung und Hilfe gebraucht würden, um Deine Kräfte zu schonen.

ℹ️ Übrigens: Viele Mütter berichten, dass sie ein „spätes“ Kind durch ihre eigene Gelassenheit mehr genießen und deutlich entspannter mit ihm umgehen konnten.

 

Akzeptanz nach lange unerfülltem Kinderwunsch

Vielleicht geht es Dir wie alljährlich vielen Frauen: Du wirst ausgerechnet zu dem Zeitpunkt schwanger, als Du eigentlich Deine Lebenspläne ganz neu aufgestellt hast. 

Möglicherweise hast Du bereits einige Jahre lang versucht, schwanger zu werden, aber es wollte einfach nicht klappen. Und kaum hast Du Dich mit diesem Schicksal abgefunden, bist Du schwanger!

Es ist verständlich, wenn in dieser Situation erst einmal überhaupt keine Freude aufkommen mag – die emotionale Achterbahnfahrt der letzten Jahre war vielleicht einfach zu viel. Zudem lässt der Gedanke an ein Kind sämtliche Verlustängste wieder hochkommen. Möglicherweise keimt trotz alldem irgendwo ganz versteckt auch eine ganz neue, verloren geglaubte Hoffnung…?

 

Sorge um die Gesundheit des Kindes

Unabhängig von anderen Bedenken bewegt allerdings fast jede Schwangere 40+ ganz besonders eine Sorge: „Was, wenn das Kind nicht gesund ist?“

 

Wahrscheinlichkeit einer Behinderung

Es ist richtig, dass sich mit steigendem Alter der Frau auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Kind mit einer Behinderung zur Welt kommt. Allerdings muss die Frage nach einer möglichen Behinderung nicht zur Hauptsorge werden. Denn:

  • Auch bei Frauen über 40 ist eine Behinderung des Kindes die absolute Ausnahme. So liegt die Wahrscheinlichkeit bei einer Frau um die 40 zum Beispiel bei circa 1 Prozent, schwanger mit einem Down Syndrom-Kind zu sein.
  • Die meisten möglichen Behinderungen zieht sich ein Mensch statistisch gesehen erst nach der Geburt zu, sie sind also unabhängig vom Alter der Mutter.

Hier findest Du mehr Informationen zu pränatalen Untersuchungen.

 

Die eigene Lebensleistung sehen, selbstbestimmt entscheiden

Eine späte ungeplante Schwangerschaft kann vieles innerlich aufwühlen. Auch die bisherigen Jahre und Jahrzehnte werden oft bewertet und neu überdacht, wenn sich ein später Familienzuwachs ankündigt.

In dieser Situation darfst Du Dir besonders bewusst machen: Du bist ganz sicher mehr als diese Krise. Sehr wahrscheinlich hast Du in der Vergangenheit schon viele schwierige Situationen gemeistert. Auch jetzt hast Du es in der Hand, aus dieser Situation das Beste zu machen. Das darfst Du dir zutrauen!

Gerne möchten wir dabei helfen, dass Du mit Deinen inneren Stärken wieder in Kontakt kommst. Sie sind eine wichtige Basis für Deine Entscheidung, die nicht von äußeren Umständen, äußerem Druck oder der Meinung anderer Leute abhängig ist, sonder Dein Innerstes widerspiegelt.

Ganz in Ruhe darfst Du deshalb Schritt für Schritt Deine ganz persönliche Geschichte mit allen Gedanken und Gefühle reflektieren und so auch verschiedene Zukunftsszenarien entwickeln. Gerne unterstützen wir Dich dabei und überlegen mit Dir gemeinsam, wie es nun gut für Dich weiter gehen kann.

Wenn Du möchtest, kannst Du Dich auch mit allen anderen Fragen und Sorgen, die Dich rund um die Schwangerschaft momentan beschäftigen, an uns Beraterinnen wenden. Wir sind gerne für Dich da!

 

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