Ungeplant schwanger – was nun?

Ungeplant schwanger – was nun?
Geschrieben von: Maria, Chefredakteurin · zuletzt aktualisiert: 21.07.2021

Deine Möglichkeiten und fĂŒnf konkrete Tipps

Ungewollt schwanger: Wenn eine Frau unerwartet schwanger wird, kann ihr das im ersten Moment richtiggehend den Boden unter den FĂŒĂŸen wegziehen. Dann beginnt das Gedankenkarussell und alles dreht sich um diese eine Frage: Wie soll es weitergehen?

Du fragst Dich "abtreiben: ja oder nein?" – zum Abtreibungstest!

Tipp fĂŒr Dich: 

 

Plötzlich schwanger – im GefĂŒhls-Chaos!

Vielleicht kam die Schwangerschaft total ĂŒberraschend fĂŒr Dich und ganz unerwartet. Möglicherweise bist Du auch schon eine ganze Weile unbemerkt schwanger und hast es nun erfahren.

Eine ungeplante Schwangerschaft kann die Welt richtiggehend auf den Kopf stellen und stĂŒrzt viele Frauen in ein wahrhaftiges GefĂŒhls-Chaos. Sogar bei Schwangerschaften, die eigentlich geplant waren, berichten Frauen von diesem inneren Auf und Ab.

Da melden sich hĂ€ufig ganz widersprĂŒchliche GefĂŒhle und Gedanken in einer Frau zu Wort. Das kann Angst sein, Sorge, Unsicherheit oder auch leise Freude
 Von „ich will nicht schwanger sein“ bis „eigentlich wĂ€re es doch schön
“ kann alles dabei sein. Und zwar im stĂŒndlichen oder gar minĂŒtlichen Wechsel!

Manche Frauen beschreiben das als ein richtiges Hin- und Hergerissen-Sein, als einen Kampf zwischen Herz und Kopf. Dieser innere Kampf kann einige Stunden dauern, Tage – oder sogar das ganze erste Trimenon (bis zur 12. SSW). Ab dann pendelt der Hormonhaushalt sich in der Regel wieder ein und das emotionale Durcheinander legt sich.

 

Schwanger: Ein ganz natĂŒrlicher Ausnahmezustand

Falls es Dir gerade vielleicht ganz Àhnlich geht und Du Dich gar nicht wieder erkennst, ein kleiner Trost: Es geht sehr, sehr vielen Frauen zu Beginn einer ungeplanten oder auch geplanten Schwangerschaft so. Und das darf jetzt auch erst einmal sein! Denn man kann diese Situation körperlich gesehen gut und gerne als richtigen Ausnahmezustand beschreiben!

Der Grund dafĂŒr ist biologisch recht einfach erklĂ€rbar: Zu Beginn einer Schwangerschaft stellt sich der ganze Organismus auf die neue Aufgabe ein. Die Hormonumstellung (körperlicher Ausnahmezustand), die er dabei durchlĂ€uft, Ă€ußert sich hĂ€ufig auch im emotionalen Empfinden (emotionaler Ausnahmezustand).

Das ist zwar verunsichernd, gerade wenn es das erste Mal so ist, aber gleichzeitig auch ganz natĂŒrlich und in Ordnung.

 

Ich will das Kind nicht
 Ich will mein Kind verlieren

Viele Frauen haben in dieser besonderen Zeit Gedanken, die sie sich vorher vielleicht nie hĂ€tten vorstellen können. In den Momenten, in denen Sorge und Verzweiflung dominieren, kommt manchmal sogar der Gedanke hoch: „Ich will das Baby verlieren
“ oder „wĂŒrde mir die Natur doch die Entscheidung abnehmen“. Viele Frauen schĂ€men sich fĂŒr diesen Gedanken und trauen sich kaum oder gar nicht, ihn zu Ă€ußern. Es entspricht aber ihren momentanen ehrlichen Empfindungen!

Zumeist steckt hinter diesem Gedanken der Wunsch, nicht selbst entscheiden zu mĂŒssen und der vielleicht tatsĂ€chlich sehr komplizierten Situation zu entkommen. Denn so manche Frau fragt sich irgendwann: „Ist diese Entscheidung nicht eigentlich viel zu groß fĂŒr mich?“

TatsĂ€chlich ist schon die Nachricht einer Schwangerschaft an sich wirklich groß! So ist es ganz natĂŒrlich, wenn Du Zeit brauchst, um alles zu verdauen und innerlich einzuordnen. Das bedeutet: Es ist nicht der Moment, sich selbst zu verurteilen – vielmehr darfst Du gerade jetzt besonders geduldig mit Dir selbst sein.

Denn auf spontane Gedanken und GefĂŒhle haben wir Menschen keinen Einfluss; sie sind einfach da. Was Du am Ende daraus machst, welchen Gedanken und GefĂŒhlen Du wie viel Macht gibst, wie Du entscheidest – das liegt dann in Deiner Hand.

 

Ungeplant schwanger: Das sind die Möglichkeiten

Womit wir wieder bei der Ausgangsfrage angelangt sind: Wie soll ich entscheiden? Wie kann und soll es nun weitergehen?

Sehr schnell kann der eine oder andere Gedanke, die eine oder andere Lösung durch den Kopf schießen. Vielleicht haben Dir auch andere Personen bereits wohlmeinende RatschlĂ€ge gegeben, was fĂŒr alle Beteiligten das Beste sei.

Im Rahmen der Biologie und der Gesetzeslage betrachtet, gibt es zu Beginn einer Schwangerschaft folgende Möglichkeiten, wie es weitergehen könnte. Manch eine davon kommt Dir vielleicht spontan naheliegender vor als die andere, aber es ist möglicherweise gut, sich alle Optionen bewusst zu machen


  1. Das Kind zur Welt bringen und
    
 es behalten
    
 es nach der ĂŒblichen Bedenkzeit zur Adoption oder zu Pflegeeltern geben
    
 es nach einer anonymen/vertraulichen Geburt sofort in andere gute HĂ€nde geben
  2. Die Schwangerschaft abbrechen lassen.
  3. ZunĂ€chst einmal abwarten. Denn vielleicht bist es auch nicht Du, sondern die Natur, die fĂŒr Dich entscheidet: Medizinisch gesehen endet ungefĂ€hr jede vierte Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt, zumeist in den ersten drei Monaten.

 

Schwanger; was jetzt? – FĂŒnf Tipps fĂŒr Dich

Damit Du jetzt nicht den Boden unter den FĂŒĂŸen verlierst, haben wir Dir ein paar Tipps zusammengestellt, wie Du jetzt ganz konkret weitermachen kannst. Sozusagen ein Erste-Hilfe-Paket, damit Du Schritt fĂŒr Schritt einer freien, mit der Zeit gereiften Entscheidung nĂ€her kommen kannst.

1. 🕰 Gib Dir Zeit!

Es ist ratsam, dass Du gerade jetzt nichts ĂŒberstĂŒrzt. Entscheidungen, die so wichtig und weitreichend sind wie diese, sollte man nicht ĂŒbereilt treffen. Es muss nicht sofort eine Entscheidung stehen – sondern Du darfst einen kleinen Mini-Schritt vor den anderen setzen, in Deinem Tempo! Nicht umsonst gibt sogar der Gesetzgeber Dir fĂŒr Deine Entscheidung eine ziemlich lange Zeitspanne, damit Du mit Dir ins Reine kommen kannst.‹

Nimm Dir diese Zeit auch und lass Dich nicht unter Druck setzen – Du bist es wert!‹

2. 🛋 Achte auf Dich selbst!

Gerade in dieser aufreibenden Phase solltest Du besonders gut auf Dich selbst achten. So manche Sorge wird schon ein wenig kleiner, wenn man sich selbst Ruhezeiten gönnt: genĂŒgend Schlaf, frische Luft, GesprĂ€che mit lieben Menschen, 
 So kannst Du bei KrĂ€ften bleiben, um nicht aus der Überforderung und Erschöpfung heraus entscheiden zu mĂŒssen, sondern aus einer gewissen inneren Gelassenheit heraus.

3. ❀ Lass Dein Herz zu Wort kommen!

Wenn Du gerade erfahren hast, dass Du schwanger bist, wird sich vermutlich ganz schnell Dein Kopf zu Wort melden und fast ebenso schnell ein erstes BauchgefĂŒhl. Das ist auch gut, beide haben ihre Berechtigung und können helfen, eine gute Entscheidung zu treffen.

Das Herz hingegen braucht meist ein wenig mehr Zeit. Wenn Du zur Ruhe kommst und ganz bei Dir bist, bekommst Du vielleicht ein erstes GespĂŒr dafĂŒr, was Dein Inneres Dir sagen möchte. Und unser Herz ist ein guter Kompass: Es weist uns immer die Richtung, die sich mit unseren inneren Überzeugungen und Werten deckt
 ‹

4. đŸ’ȘđŸ» Erinnere Dich an Deine StĂ€rke


Gerade in herausfordernden Situationen vergisst man oft, was man eigentlich schon alles geschafft hat im Leben. Diese Situation ist vielleicht eine der herausforderndsten, die Du bislang erlebt hast – und doch trĂ€gt jeder von uns ganz einzigartige StĂ€rken in sich, die uns helfen, aus einer Krise eine Chance zu machen. ‹Was sind Deine besonderen StĂ€rken? Wie hast Du frĂŒher schon einmal eine schwierige Situation gemeistert?‹

5. đŸ‘„ Such Dir UnterstĂŒtzung!

Viele Frauen, die ungeplant schwanger sind, haben das BedĂŒrfnis, ihre Sorgen und Probleme auszusprechen. Vielleicht machst Du auch gerade die Erfahrung, dass Du alleine mit Deinem eigenen Gedankenkarussell einer Lösung nicht nĂ€her kommst. Deshalb kann es in dieser Situation einfach gut tun, mit jemandem zu sprechen und die inneren Sorgen zu teilen.

Vielleicht gibt es eine Person in Deinem Umfeld, die fĂŒr Dich da ist, der Du vertraust und von der Du weißt, dass sie das Beste fĂŒr Dich will. Dann nur Mut! Ein solches GesprĂ€ch hilft, den eigenen Blick zu weiten und neue Ideen zu bekommen. Vielleicht hast Du aber auch eine Reaktion aus Deinem Umfeld erlebt, die nicht hilfreich war und Dich verwirrt hat? Oder Du zögerst noch, Dich der betreffenden Person anzuvertrauen? Womöglich wĂ€re ein weiterer GesprĂ€chspartner einfach gut?


đŸ‘©â€đŸ’»Â Wenn Du gerne auf neutralem Boden mit einer außenstehenden Person sprechen möchtest, wende Dich gerne an uns Beraterinnen! Wir haben Erfahrung mit solchen Situationen und nehmen uns gerne Zeit fĂŒr Dich:

 

Auch interessant: