K├╝ndigung in der Schwangerschaft

K├╝ndigung in der Schwangerschaft

Darf man einer schwangere Frau k├╝ndigen?

  • Schwangere Frauen sind in besonderer Weise gesch├╝tzt und d├╝rfen bis auf wenige Ausnahmef├Ąlle nicht gek├╝ndigt werden (K├╝ndigungsschutz).
  • Der K├╝ndigungsschutz gilt von Beginn der Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung.
  • Wenn Du gek├╝ndigt worden bist und bei Deiner K├╝ndigung schon schwanger warst, es aber nicht gewusst hast, gilt der K├╝ndigungsschutz trotzdem.

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Besonderer K├╝ndigungsschutz in der Schwangerschaft

Es gibt eine gute Nachricht: In fast allen F├Ąllen bist Du durch das Mutterschutzgesetz vor einer K├╝ndigung gesch├╝tzt, wenn Du schwanger bist. Es besteht ein K├╝ndigungsverbot f├╝r Deinen Arbeitgeber.

Das Mutterschutzgesetz soll Dich vor dem psychischen Druck einer K├╝ndigung bewahren und sicherstellen, dass Du nach der Entbindung finanziell versorgt bist.

 

Dauer des K├╝ndigungsschutzes

Der Schutz vor K├╝ndigung beginnt mit dem Eintritt der Schwangerschaft und endet vier Monate nach der Geburt Deines Babys. Mit dem Ende dieser Frist kann Dir dann wieder nach den vertraglich geregelten oder gesetzlichen K├╝ndigungsfristen gek├╝ndigt werden.

Wenn Du nach der Geburt in Elternkarenz gehst oder Du einer Teilzeitbesch├Ąftigung nachgehst, kann Dir bis vier Wochen danach nicht gek├╝ndigt werden.

├ťbrigens: Auch f├╝r den traurigen Fall einer Fehlgeburt nach der 12. Schwangerschaftswoche besteht ebenfalls der K├╝ndigung- und Entlassungschutz.

 

Gek├╝ndigt und jetzt schwanger ÔÇô was tun?

  • Wenn Du erst nach der K├╝ndigung erfahren hast, dass Du bei der K├╝ndigung bereits schwanger warst,
  • Oder wenn Dein Chef Dir gek├╝ndigt hat, weil er nichts von der Schwangerschaft wusste,

dann kannst Du den K├╝ndigungsschutz geltend machen, indem Du Deinen Arbeitgeber informierst.

Du solltest ihm innerhalb von 5 Tagen (nach m├╝ndlichem Ausspruch oder schriftlicher Zustellung der K├╝ndigung) mitteilen, dass Du schwanger bist.

Dies muss mindestens schriftlich (per Einschreiben) erfolgen, um sicherheitshalber ein ├Ąrztliches Attest beizuf├╝gen. So wird die bereits ausgesprochene K├╝ndigung unwirksam.

Ôä╣´ŞĆ Auch wenn Dir wegen einer Elternteilzeit gek├╝ndigt wird, wird gegen das Gleichbehandlungsgesetzes versto├čen. Hier besteht ebenfalls Motivk├╝ndiungsschutz. ÔÇĘUm eine K├╝ndigung anzufechten, muss allerdings schnell gehandelt werden. Die Fristen hierf├╝r sind auch hier sehr kurz. Ansprechpartner sind die eigene Gewerkschaft oder die Arbeiterkammer.

 

Entlassung durch gerichtliche Zustimmung

Nur wenn das Arbeits- und Sozialgericht der Entlassung zustimmt, kann die K├╝ndigung wirksam werden. Dazu braucht es einen Entlassungsgrund, der dem Mutterschutzgesetz entspricht.

Nur in ├Ąu├čerst seltenen F├Ąllen ist dies der Fall:

 

Ausnahmef├Ąlle: Gr├╝nde f├╝r eine K├╝ndigung in der Schwangerschaft

Im Allgemeinen hat der Arbeitgeber fast keine M├Âglichkeit, Dein Arbeitsverh├Ąltnis zu beenden, sobald Du schwanger bist. Die einzigen Ausnahmen sindÔÇŽ

  • wenn Dein Arbeitgeber Insolvenz anmeldet oder der Betrieb stillgelegt wird (Betriebsschlie├čung),
  • wenn Du eine besonders schwere Pflichtverletzung begehst.

Eine solche K├╝ndigung in der Schwangerschaft darf aber nichts mit der Schwangerschaft zu tun haben und muss erst noch von der zust├Ąndigen Aufsichtsbeh├Ârde genehmigt werden. Gegen diese Zustimmung der Aufsichtsbeh├Ârde kannst Du Widerspruch einlegen.

ÔŁŚ´ŞĆWichtig: Eine Betriebs├╝bernahme gilt nicht als K├╝ndigungsgrund. Der Vertrag muss im neuen Betrieb weiterlaufen.
Und: Wenn ein still gelegter Betrieb innerhalb von vier Monaten nach der Geburt wieder besteht, kannst Du die Wiederaufnahme Deines Vertrages beantragen.

 

Sonderfall: Befristeter Vertrag

Wenn Dein befristetstes Arbeitsverh├Ąltnis wegen der Schwangerschaft beendet wird, so verst├Â├čt dies gegen das Gleichbehandlungesetz und kann innerhalb von 14 Tagen nach der K├╝ndigung angefochten werden.

Dein Arbeitsverh├Ąltnis l├Ąuft ansonsten regul├Ąr aus. Allerdings ist durch die Fristenhemmung festgeschrieben, dass Du von der Meldung der Schwangerschaft bis zum Beginn der Mutterschutzfrist weiter angestellt bleibst.

Ô×í´ŞĆ N├Ąhere Informationen zum befristeten Vertrag in der Schwangerschaft

 

Sonderfall: In der Probezeit

Vom K├╝ndigungsschutz ausgenommen sind Dienstnehmerinnen, die noch in der Probezeit sind. ÔÇĘWirst Du in der Probezeit schwanger, bist Du allerdings nicht verpflichtet, Deinem Arbeitgeber das mitzuteilen.

Sollte Dein Arbeitgeber Dich w├Ąhrend der Probezeit aufgrund Deiner Schwangerschaft k├╝ndigen, verst├Â├čt er gegen das Gleichbehandlungsgesetz. Die Aufl├Âsung des Vertrages kannst Du innerhalb von 14 Tagen beim Arbeits- und Sozialgericht bek├Ąmpfen.

 

Selbst k├╝ndigen in der Schwangerschaft

Du darfst in der Schwangerschaft ohne Weiteres von Dir selbst aus k├╝ndigen. Denn das K├╝ndigungsverbot in der Schwangerschaft gilt nur f├╝r den Arbeitgeber. Allerdings bist Du verpflichtet, die f├╝r Dich geltenden gesetzlichen oder vereinbarten K├╝ndigungsfristen einzuhalten.

Eine solche Eigenk├╝ndigung solltest Du aber gut abw├Ągen ÔÇô denn mit der Beendigung des Besch├Ąftigungsverh├Ąltnisses hast Du auch keine Anspr├╝che mehr gegen├╝ber Deinem Arbeitgeber, wie das Wochengeld oder Kinderbetreuungsgeld.

Somit ist es in den seltensten F├Ąllen sinnvoll, selbst zu k├╝ndigen. Wichtig ist es, sich vor einer K├╝ndigung unbedingt gut zu informieren, weil diese nicht r├╝ckg├Ąngig gemacht werden kann.

 

Wie werden die anderen reagieren? ­čŚú

Auch wenn Dir nicht gek├╝ndigt werden kann und Dein Arbeitsplatz somit sicher ist, macht es Dir m├Âglicherweise Sorgen, dass Kollegen oder Vorgesetzte Deine Schwangerschaft nicht gut aufnehmen k├Ânnten.

Vielleicht war das Verh├Ąltnis schon zuvor nicht ganz einfach. Oder Dein Arbeitgeber setzt gro├če Hoffnungen auf Dich, die mit einer Schwangerschaft dann erst einmal nicht wie geplant erf├╝llt werden k├Ânnen. Auch andere F├Ąlle sind denkbar, in denen ein Chef nicht so positiv auf die gro├če Neuigkeit reagiert.

­čĹŹ­čĆ╝ Allerdings darfst Du Dir bewusst machen: Dein Arbeitgeber hat Dich eingestellt in dem Bewusstsein, dass Du schwanger werden kannst. Du brauchst also kein schlechtes Gewissen zu haben und darfst Dich gegen unfaire Behandlung zur Wehr setzen!

Solltest Du wegen Deiner Schwangerschaft bereits mit Problemen am Arbeitsplatz k├Ąmpfen, ├╝berlegen wir gerne mit Dir, wie Du nun vorgehen kannst. Auch wenn du schon im Vorfeld alles einmal durchspielen oder verschiedene M├Âglichkeiten ├╝berlegen m├Âchtest, darfst Du Dich bei uns melden:

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Wenn Du m├Âchtest, kannst Du Dich auch mit allen anderen Fragen und Sorgen, die Dich rund um die Schwangerschaft momentan besch├Ąftigen, an uns Beraterinnen wenden. Wir sind gern f├╝r Dich da!

 

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Quelle:
WKO ├ľsterreich

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