K√ľndigung in der Schwangerschaft

K√ľndigung in der Schwangerschaft

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Darf man einer schwangere Frau k√ľndigen?

  • Schwangere Frauen sind in besonderer Weise gesch√ľtzt und d√ľrfen bis auf wenige Ausnahmef√§lle nicht gek√ľndigt werden (K√ľndigungsschutz).
  • Der K√ľndigungsschutz gilt von Beginn der Schwangerschaft bis 16 Wochen nach der Geburt.
  • Wenn Du gek√ľndigt worden bist und bei Deiner K√ľndigung schon schwanger warst, es aber nicht gewusst hast, gilt der K√ľndigungsschutz trotzdem.

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Besonderer K√ľndigungsschutz in der Schwangerschaft

Es gibt eine gute Nachricht: In fast allen F√§llen bist Du durch das Mutterschutzgesetz vor einer K√ľndigung gesch√ľtzt, wenn Du schwanger bist. Es besteht ein K√ľndigungsverbot f√ľr Deinen Arbeitgeber.

Das Mutterschutzgesetz soll Dich vor dem psychischen Druck einer K√ľndigung bewahren und sicherstellen, dass Du nach der Entbindung finanziell versorgt bist.

ūüďė Lesetipp: Das Mutterschutzgesetz in der Schweiz

 

Dauer des K√ľndigungsschutzes

Der Schutz vor K√ľndigung beginnt mit dem Eintritt der Schwangerschaft und endet 16 Wochen nach der Geburt Deines Babys. Mit dem Ende dieser Frist kann Dir dann wieder nach den vertraglich geregelten oder gesetzlichen K√ľndigungsfristen gek√ľndigt werden.

√úbrigens: Auch f√ľr den traurigen Fall einer Tot- oder Fehlgeburt ist der gesetzliche K√ľndigungsschutz von 16 Wochen g√ľltig, wenn mindestens die 23. Schwangerschaftswoche erreicht worden ist.

 

Gek√ľndigt und jetzt schwanger?

Auch wenn Du erst nach der K√ľndigung erfahren hast, dass Du bei der K√ľndigung bereits schwanger warst, oder wenn Dein Chef Dir gek√ľndigt hat, weil er es nicht wusste, gilt der K√ľndigungsschutz r√ľckwirkend.

In dem Fall kannst Du Deinen Arbeitgeber √ľber die Schwangerschaft (nachtr√§glich) informieren, bestenfalls mit einem √§rztlichen Nachweis. Dann wird die bereits ausgesprochene K√ľndigung unwirksam.

Sollte der Arbeitgeber sich dagegen stellen, kann sich die Schwangere weiterhin wehren, auch gerichtlich.

‚ĀČÔłŹ Bei Unklarheiten oder Fragen kannst Du Dich an das Arbeitsinspektorat Deines Kantons wenden! Hier gibt es eine √úbersicht.

 

Ausnahmef√§lle: Gr√ľnde f√ľr eine K√ľndigung in der Schwangerschaft

Im Allgemeinen hat der Arbeitgeber also fast keine M√∂glichkeit, Dein Arbeitsverh√§ltnis zu beenden, sobald Du schwanger bist. Die einzigen Ausnahme ist eine fristlose (statt einer ordentlichen) K√ľndigung. Zum Beispiel, wenn Du besonders schwerwiegende Verfehlungen begehst ‚Äď wie Verrat von Gesch√§ftsgeheimnissen oder eine Straftat. Dann kann Dir auch w√§hrend einer Schwangerschaft gek√ľndigt werden.

Eine solche K√ľndigung darf aber nichts mit der Schwangerschaft selbst zu tun haben und muss erst noch von der zust√§ndigen Aufsichtsbeh√∂rde genehmigt werden.

 

Sonderfall: Befristeter Vertrag

Wenn Du in einem befristeten Arbeitsverhältnis arbeitest, läuft Dein Arbeitsvertrag während der Schwangerschaft ganz normal weiter und endet zum vorgesehenen Zeitpunkt.

‚ě°ÔłŹ N√§here Informationen zum befristeten Vertrag in der Schwangerschaft

 

Sonderfall: In der Probezeit

Solltest Du w√§hrend der Probezeit gek√ľndigt werden, wird das Arbeitsverh√§ltnis beendet. Du hast aufgrund der Schwangerschaft keinen K√ľndigungsschutz. Es gilt die √ľbliche K√ľndigungsfrist von 7 Tagen in der Probezeit. ‚Ä®‚Ä®

‚ĚóÔłŹWirst Du in der Probezeit schwanger, bist Du allerdings nicht verpflichtet, Deinem Arbeitgeber Deine Schwangerschaft (fr√ľh) mitzuteilen.

Sollte Dein Arbeitgeber Dich w√§hrend der Probezeit allein aufgrund Deiner Schwangerschaft k√ľndigen, verst√∂√üt er gegen das Gleichstellungsgesetz. Die Aufl√∂sung des Vertrags kannst Du daher anfechten. Dem Arbeitgeber droht dann wahrscheinlich eine Schadenersatzforderung.

‚ĆõÔłŹMehr zum Thema Schwanger in der Probezeit.

 

Selbst k√ľndigen in der Schwangerschaft

Du darfst in der Schwangerschaft ohne Weiteres von Dir selbst aus k√ľndigen. Denn das K√ľndigungsverbot in der Schwangerschaft gilt nur f√ľr den Arbeitgeber. Allerdings bist Du verpflichtet, die f√ľr Dich geltenden gesetzlichen oder vereinbarten K√ľndigungsfristen einzuhalten.

Eine solche Eigenk√ľndigung solltest Du aber gut abw√§gen ‚Äď denn mit der Beendigung des Besch√§ftigungsverh√§ltnisses hast Du auch keine Anspr√ľche mehr gegen√ľber Deinem Arbeitgeber ‚Äď wie den Mutterschaftsurlaub und damit die Mutterschaftsentsch√§digung.

 

Druck vom Arbeitgeber?

Es kann gut sein, dass Dein Arbeitgeber Dir nahelegt, zu k√ľndigen. Manche machen Druck, ansonsten den Mutterschaftsurlaub nicht zu bezahlen oder m√∂chten einen Aufhebungsvertrag in beidseitigem Einvernehmen schlie√üen.

Eine K√ľndigung ist jedoch in den seltensten F√§llen sinnvoll und bringt eher Nachteile f√ľr die Schwangere mit sich. Daher informiere Dich im Vorfeld gut √ľber Deine Rechte, denn eine K√ľndigung kann nicht r√ľckg√§ngig gemacht werden!

 

Wie werden die anderen reagieren? ūüó£

Auch wenn Dir nicht gek√ľndigt werden kann und Dein Arbeitsplatz somit sicher ist, macht es Dir m√∂glicherweise Sorgen, dass Kollegen oder Vorgesetzte Deine Schwangerschaft nicht gut aufnehmen k√∂nnten.

Vielleicht war das Verh√§ltnis schon zuvor nicht ganz einfach. Oder Dein Arbeitgeber setzt gro√üe Hoffnungen auf Dich, die mit einer Schwangerschaft dann erst einmal nicht wie geplant erf√ľllt werden k√∂nnen. Auch andere F√§lle sind denkbar, in denen ein Chef nicht so positiv auf die gro√üe Neuigkeit reagiert.

ūüĎćūüŹľ Allerdings darfst Du Dir bewusst machen: Dein Arbeitgeber hat Dich eingestellt in dem Bewusstsein, dass Du schwanger werden kannst. Du brauchst also kein schlechtes Gewissen zu haben und darfst Dich gegen unfaire Behandlung zur Wehr setzen!

ūüĎ©‚ÄćūüíĽSolltest Du wegen Deiner Schwangerschaft bereits mit Problemen am Arbeitsplatz k√§mpfen, √ľberlegen wir gerne mit Dir, wie Du nun vorgehen kannst. Auch wenn du schon im Vorfeld alles einmal durchspielen oder verschiedene M√∂glichkeiten √ľberlegen m√∂chtest, darfst Du Dich bei uns melden.

 

Noch andere Sorgen?

Wenn Du m√∂chtest, kannst Du Dich auch mit allen anderen Fragen und Sorgen, die Dich rund um die Schwangerschaft momentan besch√§ftigen, an uns Beraterinnen wenden. Wir sind gerne f√ľr Dich da!

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Quelle:
Staatssekretariat f√ľr Wirtschaft SECO: Mutterschutz - Informationen f√ľr Schwangere, Stillende und W√∂chnerinnen in einem Arbeitsverh√§ltnis (Stand August 2021)

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