Schwanger – er will das Kind nicht

Schwanger – er will das Kind nicht

721658176 | Olena Yakobchuk | shutterstock.com

Gründe, warum Männer so reagieren, und Tipps, wie Du damit umgehen kannst

🧔🏻‍♂️ Was tun, wenn er das Kind nicht will? – zum Selbsttest

  • Schwanger, aber der Mann will das Kind nicht? Aus unserer Beratungserfahrung wissen wir, dass etwa 30 Prozent aller Frauen aus diesem Grund über eine Abtreibung nachdenken.
  • Gründe für seine Ablehnung können z.B. sein, dass er sich noch im ersten Schock befindet, sich überfordert fühlt, vor allem rationale Argumente sieht oder rein körperlich die Schwangerschaft nicht so wie eine Frau "spüren" kann.
  • Diese erste Ablehnung muss nicht so bleiben – erfahrungsgemäß findet oft über die Zeit eine Entwicklung statt, so dass der Mann zur Partnerin und dem gemeinsamen Kind stehen kann.

In unserem Artikel findest Du neben der möglichen Gründe auch weitere Tipps, wie Du nun mit der Situation umgehen kannst.

Was tun, wenn er das Kind nicht will? – Dein Selbsttest

Du bist selbst betroffen von diesem Thema? Wenn Du möchtest, kannst Du hier 3 Angaben zu Deiner persönlichen Situation machen. Du erhältst dann innerhalb weniger Sekunden eine beraterische Auswertung auf Deinen Bildschirm!

    Warum reagiert er so? 4 mögliche Gründe

    Manchmal kann ein Perspektivwechsel dabei helfen, einen anderen Menschen besser zu verstehen. Das bedeutet nicht, dass man das Verhalten des anderen gutheißen muss oder sich selbst und seine eigene Einschätzung aufgeben sollte.

    Vielmehr soll Dir ein Einblick in „eher männliche“ Verhaltensweisen eine Hilfe sein, die Reaktion Deines Partners besser einordnen zu können. So ist es auch leichter möglich, einen Umgang damit zu finden.

    Wir haben für Dich vier mögliche Gründe zusammengestellt, warum er möglicherweise so reagiert:

    1. Erster Schock

    Dieser ist nicht zu unterschätzen, denn er kann gut und gerne eine kleine Weile andauern.

    Ein Mann ist von einer Schwangerschaft – besonders, wenn sie unerwartet ist – mindestens genauso überrascht wie die Frau. Seine ersten Reaktionen und Äußerungen spiegeln oftmals diesen Schock wieder. Er braucht Zeit, um die Nachricht sacken zu lassen. Gerade, wenn Dein Partner oder Ihr zunächst ganz andere Pläne hattet und es jetzt ein Umdenken erfordern würde: Je nach Persönlichkeit kann einen das ganz schön aus der Bahn werfen.

    2. Überforderung: „Wie soll ich dem gerecht werden?"

    Oft ist da die Angst, der Verantwortung als Vater nicht gerecht werden zu können. Dahinter steht der eigentlich gute Wunsch, sowohl die Rolle als Vater, als auch die Rolle als Partner bestmöglich auszufüllen. Wenn alles aber ganz neu und unerwartet ist, kann auch der Zweifel aufkommen, ob man diesen Aufgaben überhaupt gewachsen ist. Wie die Frau braucht auch der Mann Zeit, in seine neue Rolle hineinzuwachsen.

    3. Männliche Rationalität

    Oft gehen Männer vor allem mit dem Verstand an Herausforderungen heran.

    So stehen schnell Argumente im Vordergrund (Finanzen, Wohnsituation, Beruf/ Ausbildung..), die von außen betrachtet sehr sachlich wirken. Doch auch dahinter steckt meist eine liebevolle Fürsorge. Der Mann möchte in all diesen Aspekten für seine Familie sorgen können. Sieht er an manchen Stellen Schwierigkeiten und keine sofortige Lösung, kann aus diesem „männlichen Blickwinkel" auch der Impuls kommen, eine Abtreibung wäre eine schnelle und einfache Lösung.

    Doch oft spürt die Frau, dass es nicht um sofortige Lösungen gehen muss. Wie das Kind sich im Mutterleib selbst erst langsam entwickelt, dürfen auch die „Baustellen drumherum” nach und nach gelöst werden. Bei einer Schwangerschaft zählen daher auch nicht nur rein rationale Argumente, sondern die Entscheidung betrifft das ganze Wesen – Körper, Herz, Psyche und Verstand. Nicht zu unterschätzen ist auch der bleibende Einfluss auf die Beziehung selbst. All diese Aspekte sind ebenso wichtig für eine gute Entscheidung.

    4. Körperliche Unterschiede

    Während Du als Frau womöglich schon sehr früh körperlich spürst, dass etwas anders ist (Übelkeit, Müdigkeit, Emotionalität,...), bleibt für Männer eine Schwangerschaft zunächst einmal abstrakt. Sie bemerken an sich selbst ja keine Veränderung. Zudem werden Frauen in dieser Zeit schon aufgrund der hormonellen Umstellung anders vorbereitet. Auch das bleibt bei den Männern aus und kann das unterschiedliche Empfinden ein Stück weit begründen. Je sichtbarer und greifbarer eine Schwangerschaft auch für den Mann im Laufe der Zeit wird, desto leichter kann er sich darauf einstellen. Manchmal ist es das erste Ultraschall-Bild, das Wissen um die Schwangerschaftswoche und den Geburtstermin, der sichtbare Bauch, die ersten Bewegungen des Kindes oder eben die Geburt selbst, die eine Veränderung in ihm hervorrufen.

    So kannst Du mit dieser Situation umgehen – 5 Tipps

    Was kannst Du jetzt tun, wenn Dein Partner ablehnend und verletzend auf die unerwartete Schwangerschaft reagiert hat?

    1. 🧭 Deinen Kurs halten

    Besonders jetzt darfst Du ganz bewusst in Dich selbst hinein hören. Was möchtest Du – auch einmal ganz unabhängig von ihm? Du bist es wert, eine Entscheidung zu treffen, die Dir entspricht und die sich mit Deinen innersten Überzeugungen deckt.



    Eine Entscheidung „ihm zuliebe“ und gegen Dein eigenes Herz könnte sich auf Dich, Dein weiteres Leben und auch auf Eure Partnerschaft schmerzhaft oder belastend auswirken.

    „Kurs halten, bis Dein Partner nachkommt" – wenn sich dieser Gedanke für Dich gut anfühlt, wollen wir Dich ermutigen, ihn zu gehen. Die Chancen, dass er auf den Weg mit Kind einsteigen kann, stehen gut. So mancher zunächst ablehnender Mann ist schon zu einem stolzen und liebevollen Vater geworden und der Partnerin im Nachhinein dankbar, dass sie stark war und mutig voranging, als er den Weg noch nicht gesehen hat.

    2. 🛋 🌳 Dir selbst etwas Gutes tun

    Gerade im Schmerz und im Durcheinander der Gefühle und Gedanken solltest Du gut zu Dir selbst sein. Du kannst zum Beispiel etwas tun, was Dich entspannt, Dich zur Ruhe kommen lässt und Dir Kraft gibt! Das kann ein ausgiebiger Spaziergang an der frischen Luft sein, ein warmes Bad, ein Treffen mit einer guten Freundin oder Zeit an Deinem Lieblingsplatz…

    So kannst Du etwas Abstand zur inneren Aufruhr gewinnen und vielleicht hören, was Dein eigenes Herz zu der Schwangerschaft zu sagen hat. Und Du kannst Deine eigenen Stärken entdecken und bist vielleicht erstaunt, dass Du mehr schaffst, als Du eigentlich dachtest. Ein guter Tipp ist auch, Dich mit anderen Menschen zu vernetzen – Du bist nicht alleine!

    3. 🕰 Dir und ihm Zeit lassen

    Wie schon erwähnt, brauchen die meisten Männer in dieser Situation einfach Zeit. Es ist ratsam, ihm diese auch einzuräumen und gerade nicht zu viel von ihm zu erwarten – obwohl das Geduld abverlangt und vielleicht sehr schwerfällt.

    Er zieht sich zurück und Du fragst Dich, warum er gerade jetzt so auf Distanz geht? Womöglich hilft es ihm, alleine zu sein oder Zeit mit seinem besten Freund zu verbringen.

    Du darfst das tun, was Dir Kraft gibt – und er sollte das tun dürfen, was ihm guttut.

    4. 🗣 Im Gespräch bleiben

    In den ersten Tagen oder Wochen nach dem ersten Gespräch ist es sicherlich ratsam, ihm ein wenig Raum zu lassen, so dass er sich etwas „fangen“ kann. Danach kann es allerdings für Euch beide hilfreich sein, immer wieder das Gespräch zu suchen.

    Es ist gut, wenn Ihr ganz in Ruhe Zeit miteinander verbringen und sprechen könnt. Wenn Ihr schon Kinder habt, wäre es vielleicht hilfreich, einen Abend oder gar ein Wochenende zu finden, das nur Euch beiden gehört. Eine Zeit, in der die Kinder in vertrauenswürdigen Händen sind und Ihr bewusst die Zweisamkeit sucht, um in dieser existenziell wichtigen Frage weiter zu denken und Euch anzunähern.

    Wenn Du es kannst, ist es vielleicht klug, selbst immer wieder „in emotionale Vorleistung“ zu gehen: Durch Liebe, durch Verständnis, durch Zärtlichkeit. Denn Liebe ist die stärkste Kraft gegen die laute Stimme der Ängste.

    .

    5. 🧐 Die Ängste enttarnen

    
Ihr dürft miteinander über die Ängste sprechen, die in Euch aufsteigen. Manchmal beleuchtet die aktuelle „Krise“ der Schwangerschaft auch ältere Risse und Unzufriedenheit oder unerfüllte Sehnsüchte, die es schon vor dieser unerwarteten Nachricht in Eurer Partnerschaft gab. Diese könnten auch mit Hilfe von außen, zum Beispiel in einer Ehe- oder Paarberatung, betrachtet werden.

    Die Schwangerschaft kann in dem Sinne auch eine Chance sein, dass jeder von Euch und auch Eure Beziehung wachsen kann.

    Keine Unterstützung vom Partner im Verlauf der Schwangerschaft – was nun?

    Vielleicht hast Du Dich durch diesen Artikel gelesen und Dir gedacht: „Bei mir ist es zu spät – er ist weg.“ Manchmal wird die große Angst leider zur traurigen Realität: Er will die Trennung in der Schwangerschaft, vielleicht sogar auch wegen der Schwangerschaft. Auch dann kann Dir unsere Beratungserfahrung vielleicht Mut machen: Bei einer Trennung, die eine Kurzschlussreaktion aus Angst war, ist nicht immer das letzte Wort gesprochen…

    Womöglich wart Ihr aber auch nie ein Paar – vielleicht war es ein One-Night-Stand, eine Freundschaft+, eine Affäre, … und er hat auf die große Nachricht dieser „ungeahnten Konsequenz“ Eurer gemeinsamen Nacht mit Ablehnung und Druck reagiert. Gut möglich, dass Du Dir nun sehr alleingelassen vorkommst.

    Auf jeden Fall kannst Du Dich mit dem, was Dich gerade umtreibt, was Dir Sorgen macht oder Fragen aufwirft, gerne an uns wenden! Wir nehmen uns Zeit und sind gern für Dich da.

    So kannst Du Kontakt zu uns aufnehmen:

    • ⚖️ Abtreiben: ja oder nein? – zum Abtreibungstest. Darauf bekommst Du eine Sofort-Auswertung per Mail zugeschickt und kannst, wenn Du magst, auch eine persönliche Einschätzung einer Beraterin erhalten.
    • 📩 Oder schreib uns einfach direkt Dein Anliegen – zum Kontakt

    Lesetipps für Dich:

    FAQs

    Viele Frauen erleben diese Situation. Es kann helfen, dem Partner und sich Zeit zu geben, im Gespräch zu bleiben und mögliche Ängste zu besprechen, die hinter der Ablehnung stecken könnten. Für die Schwangere ist es wichtig, für sich in dieser Zeit gut zu sorgen und den eigenen Wunsch zu erkennen. Sie darf für sich entscheiden und kann sich dafür auch jederzeit Unterstützung von außen zur Hilfe nehmen.

    Gerade wenn die Schwangerschaft überraschend kommt, kann sich der Partner im ersten Schock befinden. Angst vor der Rolle als Vater, die spürbare Verantwortung und zugleich die Sorge, dieser vielleicht nicht gerecht zu werden, spielen meist eine Rolle. Ebenso äußere Umstände (Finanzen, Wohnung etc.). Mit der Zeit kann sich im Partner durchaus ein Wandel vollziehen, wenn er Wege und Lösungen erkennt, wie er die Vaterrolle ausfüllen kann und möchte.

    Es kann hilfreich sein, sich und ihm Zeit zu geben und zu versuchen, im Gespräch zu bleiben. Möglicherweise kann auch Abstand guttun, um den eigenen Wunsch zu erkennen und eigenen Weg zu gehen. Eine Schwangere darf sich jederzeit Hilfe von außen holen. Auch für den Fall, alleinerziehend zu sein, gibt es viele Möglichkeiten und Unterstützungsangebote.

    💬🙋🏻Ich möchte mit einer profemina-Beraterin über meine Situation reden

    Meine derzeitige Situation:
    Hat Dir dieser Artikel weitergeholfen?