Diagnose: Behinderung Spätabtreibung: ja oder nein?

Spätabtreibung

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Abtreibung bei Behinderung: Was kann ich tun, wenn ich vor der Frage stehe?

🩺 Spätabbruch: Wegen Behinderung abtreiben? – Mach hier den Selbsttest

  • Als Spätabtreibung oder Spätabbruch bezeichnet man einen Schwangerschaftsabbruch, der zu einem späteren Zeitpunkt als normal zulässig durchgeführt wird. In der Schweiz also nach den ersten zwölf Schwangerschaftswochen.
  • Für eine Spätabtreibung müssen bestimmte Gründe vorliegen. Zum Beispiel, wenn ernste Gefahr für die körperliche oder seelische Gesundheit der Schwangeren besteht.
  • Häufig denken Frauen über einen späten Schwangerschaftsabbruch nach, wenn nach einer pränatalen Untersuchung ein auffälliger Befund oder eine Diagnose vorliegt. Oft ist diese Nachricht ein regelrechter Schock und kann bei Frauen und Paaren zu verschiedensten Ängsten führen. Es ist ratsam, damit nicht alleine zu bleiben! 💚

📖 Weitere Informationen haben wir für Dich im weiteren Artikel zusammengestellt.

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Spätabbruch: Wegen Behinderung abtreiben? – Dein Selbsttest

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Schwanger und das Kind ist (vielleicht) behindert?

Wenn im Verlauf der Schwangerschaft ein auffälliger Befund vorliegt oder eine Behinderung festgestellt wird, kann mit einem Mal für die werdenden Eltern eine Welt zusammenbrechen. So viele Träume und Pläne geraten ins Wanken, und die Situation kann zur enormen Belastung werden.
Natürlich wünscht sich jeder, dass sein Kind gesund ist.

Vielleicht liest Du diesen Artikel, weil Du nach einer pränatalen Untersuchung genau diese aufreibende Situation gerade durchlebst?

ℹ️ Häufig ist ein pränataler Befund noch keine sichere Bestätigung und stellt sich immer wieder auch als Fehl-Diagnose heraus. Daher ist es empfehlenswert, sich in Ruhe eine ärztliche Zweit-oder Dritt-Meinung oder eine weitere Abklärung bei spezialisierten Fachärzten einzuholen.
Erst im weiteren Verlauf der Schwangerschaft zeigt sich meist, ob der Verdacht wirklich begründet ist. Immer wieder kommt es vor, dass ein Kind gesund zur Welt kommt, obwohl im Vorfeld ein Befund zunächst Auffälligkeiten gezeigt hat.

📘Lesetipp:
Auffälliger Befund/positive Diagnose – Wahrscheinlichkeiten und mögliche Folgeuntersuchungen

Nach einer Diagnose und vermutlich dem ersten Schock fragen sich viele Eltern, wie es jetzt weitergehen soll. Möglicherweise wurde auch die Option genannt, die Schwangerschaft abzubrechen.
Vielleicht suchst Du nach Anhaltspunkten, wie Du überhaupt entscheiden sollst. Du möchtest erst einmal weitere Informationen lesen?

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Spätabtreibung in der Schweiz: Gesetzliche Regelungen

Abtreibung nach der 12. Woche: Ist eine Spätabtreibung bei Behinderung möglich?

In manchen Sonderfällen ist eine Abtreibung auch nach der Frist von zwölf Schwangerschaftswochen (gerechnet nach dem ersten Tag der letzten Regelblutung) straffrei.
Voraussetzung ist eine medizinische Indikation. Das heißt, dass bei der Frau eine schwerwiegende körperliche Schädigung oder eine schwere seelische Notlage besteht (s. Art. 119 StGB).

Demnach liegt der Fokus dabei nicht auf der Gesundheit oder den gesundheitlichen Einschränkungen des Kindes. Eine Behinderung des Kindes gilt in der Schweiz nicht als Indikation für eine Spätabtreibung. In der Realität kommt es aber doch zu Spätabtreibungen, die de facto eine unmittelbare Folge der Behinderung des Ungeborenen sind.

Dasselbe gilt für die kriminologische Indikation (also wenn die Schwangerschaft durch eine Vergewaltigung entstanden ist). Die Frau kann nur innerhalb der regulären Frist, also bis zur 12. Woche straffrei einen Schwangerschaftsabbruch machen lassen. Es sei denn, es liegt durch die Vergewaltigung auch eine medizinische Indikation vor.

Du bist schwanger nach einer Vergewaltigung? – 🙌 Schnelle Hilfe und mögliche Anlaufstellen für Dich

Bis wann ist eine Spätabtreibung (bei Behinderung) möglich?

Eine Spätabtreibung (Abtreibung nach der 12. SSW) ist theoretisch bis zum Geburtstermin möglich. Allerdings wird das in der Praxis von den Spitälern unterschiedlich gehandhabt. Denn je später ein Schwangerschaftsabbruch gemacht wird, desto riskanter ist der Eingriff und desto belastender kann das Erlebnis für die Frau werden. Gerade auch im Hinblick darauf, dass das Baby ab einem bestimmten Zeitpunkt bereits außerhalb des Mutterleibes lebensfähig wäre. In der Schweiz gilt die 24. SSW dafür als entscheidend.

Es liegt also im Ermessen der Ärzte, ob und bis wann eine Spätabtreibung durchgeführt wird. Auch für das medizinische Personal ist ein Spätabbruch keine Routine-Eingriff. Daher kommen Spätabtreibungen nach der 21. SSW relativ selten vor.

🕰 Solltest Du selbst vor der Frage stehen, hättest Du demnach noch Zeit, um für Dich zu überlegen, wie Dein Weg aussehen könnte. Viele Frauen berichten allerdings, dass sie sich wie in einem Marathon befinden – im Wettlauf mit ihren Ängsten und Hoffnungen.
Auch kann im medizinischen Alltag der Eindruck entstehen, schnell entscheiden und handeln zu müssen.
Dabei darfst Du besonders jetzt jeden einzelnen Schritt für Dich abwägen: Was möchte ich? Wer kann jetzt für mich da sein? Was wünsche ich mir auf lange Sicht?

Spätabtreibung: Ablauf

  • Nach einer auffälligen Diagnose muss die Schwangere eine umfassende Beratung bekommen, was die Abtreibung aus medizinischer und psychischer Sicht bedeutet. Denn angesichts einer schon recht weit fortgeschrittenen Schwangerschaft kann sich dieser Eingriff sehr belastend und prägend auf die Psyche einer Frau auswirken.
  • Der Arzt ist außerdem verpflichtet, auf weitere Beratungsangebote hinzuweisen, die materielle oder psychologische Hilfe anbieten. Außerdem muss er Auskunft geben, das ungeborene Kind zur Adoption freigeben zu können. Unter 16-Jährige müssen sich in jedem Fall an eine beratende Fachstelle für Jugendliche wenden.

ℹ️ Was für die ärztliche Beratung vorgeschrieben ist, ist rechtlich im Art. 120 des schweizerischen Strafgesetzbuches geregelt.

  • Der sogenannte Ethikrat des Spitals tritt meist zusammen, in der die Spätabtreibung durchgeführt werden soll. Dieser entscheidet gemeinsam, ob der Spätabbruch durchgeführt wird.

⬇️ Es kann sein, dass Du Dich unter Zeitdruck siehst oder der Eindruck entsteht, eine Spätabtreibung ist die einzige Option. Wenn Du mehr über mögliche Alternativen lesen möchtest oder wie viel Zeit Dir bleibt, lies hier im Artikel weiter:

Spätabtreibung: Methoden in der Schweiz

Bei einem späten Schwangerschaftsabbruch werden andere Methoden angewendet als in der Frist von 12 Wochen. Denn in diesem Stadium der Schwangerschaft ist in der Regel weder eine medikamentöse Abtreibung mit der Mifegyne® noch eine Ausschabung oder Absaugung möglich.

Der sogenannte Fetozid wird in der Schweiz eher selten praktiziert. Dabei wird dem Kind durch eine Spritze eine Kaliumchlorid-Lösung injiziert. Es kommt anschließend zum Herzstillstand und Tod.
In manchen Ländern ist diese Methode üblich, sobald das Kind bereits außerhalb des Mutterleibes überlebensfähig ist.

Bei einem späten Schwangerschaftsabbruch wird in der Schweiz am häufigsten eine Geburt durch Medikamente eingeleitet. Wenn diese Medikation ihre Wirkung zeigt, beginnt der Geburtsvorgang, der von Ärzten und Hebammen begleitet wird:


  • Wenn das Kind außerhalb des Mutterleibs noch nicht lebensfähig ist, stirbt es in der Regel während des Geburtsvorgangs.
  • Es sind auch Fälle bekannt geworden, in denen das Kind den Vorgang überlebt hat und nach der eingeleiteten Geburt dann sozusagen „dem Sterben überlassen“ wurde.


Der zuletzt genannte Fall wird aus moralischer und juristischer Sicht heftig diskutiert. Denn nach der Geburt hat ein Kind einen anderen Rechtsschutz. Das heißt, ein Arzt müsste nach der Geburt eigentlich das Leben des Kindes schützen und erhalten – wie bei einer normalen Frühgeburt. 
Bei einem Spätabbruch wird dann aber offenbar in einigen Fällen nicht alles getan, um das Leben des Kindes zu erhalten, vielmehr lässt man es ohne Hilfe sterben. Daher ist es ratsam, im Vorfeld mit dem Arzt genau zu besprechen, was in einer solchen Situation getan werden kann.

Spätabtreibung: Alternativen und Erfahrungen von Frauen


Was andere Frauen bewegt

Nach einem auffälligen pränatalen Befund können viele Fragen aufkommen. Aus unserer Beratungserfahrung haben wir hier einige zusammengestellt.
💭 Vielleicht hast Du möglicherweise im Augenblick ganz ähnliche Fragen:

    • Kann ich sicher sein, ob mein Kind wirklich eine Behinderung hat und in welchem Ausmaß?
    • Wie wird das Umfeld reagieren?
    • Keiner versteht meine Sorgen – wem kann ich mich anvertrauen?
    • Kann ich das überhaupt schaffen, einem behinderten / kranken Kind mit seinen Bedürfnissen gerecht zu werden?
    • Was kommt auf mich zu, wenn ich mich für dieses Kind entscheide? Welche Hilfe und Unterstützung gibt es?
    • Hat ein besonderes Kind nicht auch ein Recht auf Leben und möchte es leben? Darf und kann ich das entscheiden? Wäre eine Pflegschaft oder Adoption für mich eine Alternative?
    • Wie haben andere Eltern das nur gemacht? Wie ging es ihnen in dieser Zeit? Könnte mir ein Austausch helfen?

    Alle diese Fragen und verschiedenen Gefühle darfst Du erstmal zulassen.

    Vielleicht weißt Du auch noch gar nicht, was der auffällige Befund jetzt genau bedeutet und Du möchtest Dich erst weiter informieren:

    Manchen Frauen hilft es auch, sich mit anderen betroffenen Eltern auszutauschen und einen Einblick in den familiären Alltag mit einem behinderten/kranken Kind zu bekommen. Oder sich über praktische Hilfsangebote oder finanzielle Unterstützung zu informieren.
    So kann ein greifbareres Bild entstehen, wie das Leben mit diesem Kind aussehen könnte – ganz unverbindlich natürlich und offen für jede Art der Entscheidung.

    🤝 Wenn Du möchtest, können wir Beraterinnen einen solchen Kontakt herstellen oder Du schaust in unserem Forum vorbei. Wir sind auch für Dich da, damit Du Deine Gedanken und Gefühle erst einmal sortieren kannst.
    In jedem Fall musst Du damit nicht alleine bleiben!

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    🙌 Unterstützung in Deiner Nähe
    ➡️ Mögliche Alternativen zur Abtreibung

    Palliative Geburt: Ein Weg für Dich?

    Manche pränatalen Diagnosen zeigen auf, dass ein Kind nach der Geburt nicht lebensfähig sein wird oder nur eine kurze Zeit.
    Dennoch entscheiden sich manche Frauen bewusst dafür, das Kind auszutragen, um wenigstens eine kurze gemeinsame Zeit zu haben. Bewegende Zeugnisse in der Beratung machen deutlich, dass dies tiefe Momente sein können: sowohl traurige als auch liebevolle.

    Wenn Du Dich mehr über einen solchen Weg informieren möchtest, könnten diese Anlaufstellen eine Möglichkeit für Dich sein:

    Wie das Umfeld reagiert

    👥 Nach einer Diagnose, dass das eigene Kind womöglich behindert sein wird, machen viele Frauen zudem die Erfahrung, dass ihr Umfeld völlig überfordert ist und nicht weiß, wie es sich verhalten soll.
    Womöglich wurde auch Dir mit Ratlosigkeit oder eher verletzenden Pauschalurteilen begegnet. Du triffst vielleicht auf gar kein Verständnis und weißt nicht, mit wem Du über alles einmal sprechen kannst?
    Auch Dein Partner erlebt sich vielleicht als hilflos und kann nicht so für Dich da sein, wie Du es erhoffst.

    💬 Auch in diesem Fall kann der persönliche Austausch mit einer erfahrenen Beraterin große Entlastung bieten. Wenn Du Dir auch jemanden wünschst, der Dir einfach zuhört, ohne Dich zu verurteilen, dann wende Dich gerne an unsere Beratung! Wir nehmen uns gerne Zeit für Dich, um Dich auf der Suche nach einer guten Entscheidung zu begleiten.

    💌 Erzähle uns gerne von Deiner persönlichen Situation – per Mail, WhatsApp oder über unsere Hotline

    Oder nutze unsere digitalen Beratungsangebote mit Sofort-Auswertung:

    ⚖️ Spätabtreibung: ja oder nein? – zum Abtreibungstest (mit Sofort-Auswertung und der Möglichkeit zur persönlichen Beratung)
    👥 Schwanger: Welcher Typ bin ich? – zum Persönlichkeitstest
    💡 Deine größte Sorge – zum Problemlösungstest
    💪🏾 Welche Kräfte stecken in mir? – zum Stärkentest

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    FAQs

    Ein Schwangerschaftsabbruch ist theoretisch bis zum Geburtstermin möglich, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Eine Abtreibung nach der üblichen Frist von 12 Wochen, nennt man Spätabtreibung. Allerdings wird das in der Praxis unterschiedlich gehandhabt, denn der Eingriff ist keine medizinische Routine und kann sehr belastend für die Schwangere sein. Meist steht im Vorfeld ein längerer Zeitraum zur Verfügung, um für sich in Ruhe eine Entscheidung zu treffen und Unterstützung zu suchen. Als Entscheidungshilfe kann der Selbsttest „Wegen Behinderung abtreiben- ja oder nein?“ dienen.

    Auch wenn der Verdacht auf Trisomie 21 während der Schwangerschaft besteht, muss sich dieser nicht immer bestätigen. Im Vorfeld kann es helfen, sich mit betroffenen Eltern und Familien auszutauschen, um ein Bild zu bekommen, wie ein Leben mit einem Kind mit Down-Syndrom aussehen kann. Ein breit aufgestelltes Netz an Unterstützung und Fördermöglichkeiten orientiert sich an den Bedürfnissen des Kindes und den Bedürfnissen der Eltern. Alternativen zur Abtreibung sind außerdem eine Pflegschaft oder Adoption.

    Ein Austausch mit betroffenen Eltern und Fach-/Beratungsstellen kann helfen, sich bestmöglich auf ein Leben mit einem Kind vorzubereiten, welches besondere Bedürfnisse haben wird. Viele Staatliche und private Unterstützungsmöglichkeiten können je nach Situation passend ausgewählt und in Anspruch genommen werden. Auch eine Pflegschaft oder Adoption stellt für manche Paare eine Alternative dar.
    Sollte sich abzeichnen, dass das Kind keine hohe Lebenserwartung haben wird, kann eine Palliative Geburt vorbereitet werden. Kind und Eltern werden dabei medizinisch sowie psychologisch betreut, sodass auch eine kurze Zeit des Miteinanders liebevoll gestaltet werden kann.

    💬🙋🏻Ich möchte mit einer profemina-Beraterin über meine Situation reden

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