Abtreibung bei Behinderung

Abtreibung bei Behinderung/Spätabbruch

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Informationen zur Spätabtreibung

  • Eine Spätabtreibung ist ein Schwangerschaftsabbruch, der zu einem späteren Zeitpunkt als normal zulässig vorgenommen wird. In Österreich also nach den ersten drei Monaten nach Beginn der Schwangerschaft.
  • Dafür müssen besondere Gründe (Indikationen) vorliegen. Zum Beispiel, wenn ernste Gefahr für die Gesundheit der Schwangeren besteht oder eine schwere Behinderung des Kindes zu erwarten ist.

  • Für einen späten Schwangerschaftsabbruch gibt es andere Methoden als für die übliche Frist von 16 Schwangerschaftswochen.

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Was ist eine Spätabtreibung und wie lange ist sie möglich?

Als Spätabtreibung oder Spätabbruch bezeichnet man einen Schwangerschaftsabbruch, der zu einem späteren Zeitpunkt als normal zulässig durchgeführt wird.

Theoretisch ist eine solche späte Abtreibung bis zur Geburt oder bis kurz vor der Geburt möglich.
 Es liegt allerdings im Ermessen der Ärzte, ob und bis wann eine Spätabtreibung durchgeführt wird. Viele beschränken sich auf die 20. oder 21. Schwangerschaftswoche – und das aus folgenden Gründen:

  • Je später der Schwangerschaftsabbruch vorgenommen wird, desto riskanter ist der Eingriff.
  • Es kann zu belastbaren Erlebnissen für die Frau kommen, die auch langfristig schwer zu verarbeiten sind.
  • Die Ärzte oder Krankenschwestern, die beim Eingriff dabei sind, dürfen aus Gewissensgründen entscheiden, ob sie bei einer Abtreibung mitwirken wollen oder nicht. 


ℹ️ In § 97 (2) StGB ist die Gewissensfreiheit gesetzlich verankert:
„Kein Arzt ist verpflichtet, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen oder an ihm mitzuwirken, es sei denn, daß der Abbruch ohne Aufschub notwendig ist, um die Schwangere aus einer unmittelbar drohenden, nicht anders abwendbaren Lebensgefahr zu retten. Dies gilt auch für die in gesetzlich geregelten Gesundheitsberufen tätigen Personen.“

📘 Lesetipp: Rechtslage in Österreich
🩺 PND: Diagnose positiv – und jetzt?

 

Wann ist eine Spätabtreibung erlaubt?

In medizinischen Sonderfällen ist eine Abtreibung laut § 97 (2) StGB auch nach der 16. Schwangerschaftswoche erlaubt. Diese besonderen Gründe nennt man auch Indikationen. Im Sprachgebrauch wird meist ausschließlich von der medizinischen Indikation gesprochen. Juristisch unterscheidet man das ein wenig genauer:

Medizinische Indikation:

Hier geht es um einen medizinischen Befund, den die Frau betrifft. Wenn für sie ernste Lebensgefahr besteht oder ihr ein schwerer körperlicher oder seelischer Schaden droht.

Eugenische oder embryopathische Indikation:


Hier geht es um das ungeborene Kind und die Gefahr, dass es geistig oder körperlich schwer behindert sein könnte.

Es gibt noch einen weiteren Fall: Wenn eine Frau schwanger wird und noch unter 14 Jahren alt ist, ist sie auch nicht an die übliche Frist gebunden.

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Voraussetzungen für eine Spätabtreibung bei Behinderung:

Wenn es nach einer pränatalen Untersuchung zu einem auffälligen Befund kommt, kann der Arzt dadurch eine besondere Indikation feststellen. Damit ist dann auch später ein Schwangerschaftsabbruch möglich.

Ein Problem dabei ist aber, dass solch ein Befund noch keine sichere Bestätigung ist und es häufig zu Fehl-Diagnosen kommt.
 Daher ist es empfehlenswert, sich in Ruhe eine ärztliche Zweit-Meinung oder eine weitere Abklärung bei spezialisierten Fachärzten einzuholen.



Erst im weiteren Verlauf der Schwangerschaft zeigt sich häufig, ob der Verdacht wirklich begründet ist. Immer wieder kommt es vor, dass ein Kind gesund zur Welt kommt, obwohl im Vorfeld ein Befund Auffälligkeiten gezeigt hat.

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Ablauf eines Spätabbruchs

Sollte eine entsprechende Indikation vorliegen und eine Frau den Weg einer Spätabtreibung wählen, geht es folgendermaßen weiter:

  • Nach einer auffälligen Diagnose muss die Schwangere eine umfassende Beratung bekommen, was die Spätabtreibung aus medizinischer und psychischer Sicht bedeutet. Denn angesichts der vermutlich schon recht weit fortgeschrittenen Schwangerschaft kann sich dieser Eingriff belastend und prägend auf die Psyche einer Frau auswirken. Der Arzt sollte außerdem auf weitere psychosoziale Beratungsangebote hinweisen, die die Frau wahrnehmen kann.
  • Zwischen ärztlicher Konsultation und Einleitung des Abbruchs ist bei der Spätabtreibung eine Bedenkzeit von mindestens drei Tagen gesetzlich vorgeschrieben. Angesichts der weitreichenden Entscheidung und schweren Situation darf sich die Frau natürlich so viel Zeit nehmen, wie ihr guttut.
  • Den Schwangerschaftsabbruch muss ein anderer Arzt vornehmen als derjenige, welcher die Diagnose gestellt hat. 
Auch für das medizinische Personal ist ein Spätabbruch keine Alltags-Routine, und es gilt jeweils die Gewissensfreiheit des Personals.

Du liest hier vielleicht gerade, weil Du selbst betroffen bist? Du bist schwanger über der 16. Woche hinaus und hast viele Sorgen? Oder ein pränataler Befund bei Deinem Kind ist auffällig gewesen?

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Methoden eines späten Schwangerschaftsabbruchs

Wenn eine Schwangerschaft durch einen Spätabbruch – also nach der gesetzlich erlaubten Frist – beendet wird, werden andere Methoden angewendet als gewöhnlich. Denn in diesem Stadium der Schwangerschaft ist in der Regel weder eine medikamentöse Abtreibung mit Mifegyne® noch eine Ausschabung oder Absaugung möglich.

Bei einem späten Schwangerschaftsabbruch wird deshalb eineGeburt durch Medikamente eingeleitet. Wenn diese Medikation ihre Wirkung zeigt, beginnt der Geburtsvorgang, der von Ärzten und Hebammen begleitet wird. Je nach Stadium der Schwangerschaft gibt es folgende zwei Methoden der Spätabtreibung:

Stadium der Schwangerschaft

Methode

Kind außerhalb des Mutterleibs noch nicht lebensfähig

Einleitung der Geburt als Abtreibung. In diesem Fall stirbt das Kind in aller Regel während des Geburtsvorgangs.

Kind außerhalb des Mutterleibes lebensfähig

Fetozid: Dem Kind wird durch eine Spritze eine Kaliumchlorid-Lösung injiziert. Dadurch kommt es zum Herzstillstand und Tod. Danach wir die Geburt eingeleitet.

 

  • Solange das Kind außerhalb des Mutterleibs noch nicht lebensfähig ist, genügt die Einleitung der Geburt als Abtreibung. Denn in diesem Fall stirbt das Kind in aller Regel während des Geburtsvorgangs.

  • Sobald das Kind jedoch außerhalb des Mutterleibes lebensfähig wäre, müssten die Ärzte direkt nach der Geburt alles tun, um das Leben des Kindes zu erhalten, sollte es lebend zur Welt kommen. Daher kann in diesem Fall das Kind vor der Einleitung der Geburt im Mutterleib getötet werden (Fetozid). Bei dieser Methode des Schwangerschaftsabbruchs wird dem Kind durch eine Spritze eine Kaliumchlorid-Lösung injiziert. Dadurch kommt es zu Herzstillstand und Tod.

 

Schwanger und das Kind ist (vielleicht) behindert

Wenn im Verlauf der Schwangerschaft ein auffälliger Befund vorliegt oder schon sicher eine Behinderung festgestellt wird, kann das den werdenden Eltern den Boden unter den Füßen wegreißen. So viele Träume und Pläne geraten ins Wanken, und die Situation kann zur enormen Belastung werden.

Vielleicht liest Du diesen Artikel, weil Du nach einer pränatalen Untersuchung genau diese aufreibende Situation gerade durchlebst. Womöglich hast Du kürzlich eine erschütternde Diagnose oder Vermutung vom Arzt erhalten und fragst Dich nun, wie Du entscheiden sollst?

🩺 PND: Diagnose positiv – und jetzt?
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Spätabtreibung? Wenn Du selbst vor der Frage stehst…

Neben einem auffälligen pränatalen Befund könntest Du Dir auch aus einem anderen Grund die Frage stellen: Spätabtreibung – ja oder nein? Möglicherweise hast Du gerade erfahren, dass sich in Deiner Schwangerschaft unerwartete Schwierigkeiten auftun, die Du vorher gar nicht absehen konntest.

Viele betroffene Frauen machen in dieser Situation zudem die Erfahrung, dass auch ihr Umfeld völlig überfordert ist und nicht weiß, wie es sich verhalten soll. Womöglich wurde Dir mit Ratlosigkeit oder eher verletzenden Pauschalurteilen begegnet. Du triffst vielleicht auf gar kein Verständnis und weißt nicht, mit wem Du über alles einmal sprechen kannst?

💬 Gerade hier kann der persönliche Austausch mit einer erfahrenen Beraterin große Entlastung bieten. Wenn Du Dir auch jemanden wünschst, der Dir einfach zuhört, ohne Dich zu verurteilen, dann wende Dich an uns Beraterinnen! Wir nehmen uns gerne Zeit für Dich, um Dich auf der Suche nach einer guten Entscheidung zu begleiten.

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