Was muss ich wissen? Schwanger mit Zwillingen

Schwanger mit Zwillingen

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Zwillingsschwangerschaft ist für die schwangere Frau in der Regel sehr überraschend, weil sie eher selten vorkommt. Viele Frauen bewegen dann gleichzeitig ganz unterschiedliche Gefühle wie Aufregung, Freude oder auch Sorge, wie das zu schaffen ist.
  • Eine Mehrlingsschwangerschaft wird als Risikoschwangerschaft eingestuft. Das bedeutet, dass sie intensiver ärztlich überwacht wird. Dennoch verlaufen diese Schwangerschaften meistens problemlos.
  • Zwillinge kommen in der Regel etwas früher zur Welt. Kaiserschnitte kommen öfters vor, aber auch natürliche Geburten sind möglich.

Woher weiß ich, dass ich mit Zwillingen schwanger bin?

„Kann ich es fühlen, wenn mehr als ein Kind unterwegs ist?“ – so manche Frau stellt sich am Anfang einer Schwangerschaft diese Frage, besonders wenn etwas ungewöhnlicher abläuft als gedacht oder sich von vorherigen Schwangerschaften unterscheidet.

Weil der hCG-Wert (hCG ist das Schwangerschaftshormon) bei Mehrlingen höher ist, werden die typischen Symptome am Anfang einer Schwangerschaft bei Mehrlingen tatsächlich oft intensiver erlebt und wahrgenommen. Das gilt sowohl für die körperlichen als auch für die emotionalen Symptome.

Mögliche Anhaltspunkte könnten deshalb folgende sein:

  • ein stärkeres Ziehen im Unterleib, weil das Bindegewebe und die Faszien mehr in Anspruch genommen werden
  • Müdigkeit und Schläfrigkeit, die sehr intensiv erlebt wird
  • stärkere Übelkeit
  • ungewöhnliche Gereiztheit und Stimmungsschwankungen


Allerdings müssen verstärkte Symptome nicht automatisch bedeuten, dass mehr als ein Kind unterwegs ist. Eine Zwillingsschwangerschaft kann genauso zunächst unbemerkt bleiben.

Sicherheit darüber, ob Du mit Zwillingen schwanger bist, bekommst Du beim Arzt.

Meistens wird eine Zwillingsschwangerschaft bei einer der ersten Ultraschalluntersuchungen festgestellt. In der Regel kann ein Arzt bereits ab der 6. Schwangerschaftswoche erkennen, ob es sich um eine oder mehrere Fruchthöhlen handelt, manchmal auch schon ab der 4. SSW. Außerdem ist zwischen der 8. und 12. SSW erkennbar, ob es sich um ein­ei­ige (mo­no­zy­go­te) oder zwei­ei­ige (di­zy­go­te) Zwil­lin­ge han­delt. Rund zwei Drittel sind zweieiige Zwillinge.
In Ausnahmefällen werden Zwillinge erst viel später bemerkt, je nach Lage im Mutterleib.

🌱 Wie entstehen Zwillinge? Lies hier mehr: Ablauf einer Befruchtung

ℹ️ Wenn über eine Blutprobe sehr früh ein viel höherer hCG-Wert gemessen wird, kann das ein erster Hinweis für eine Mehrlingsschwangerschaft sein. Es ist jedoch kein sicheres Anzeichen dafür, und die Mehrlingsschwangerschaft selbst kann nur über den Ultraschall bestätigt werden.

Vielleicht warst Du bereits beim Frauenarzt und er hat von einer Zwillingsanlage gesprochen. Offensichtlich wurden im Ultraschall zwei Fruchthöhlen entdeckt. Da man erst einmal nicht weiß, ob sich beide auch weiterentwickeln, wird im medizinischen Sprachgebrauch zunächst vorsichtig von „Zwillingsanlage“ gesprochen.

Gegen Ende des ersten Trimesters, also ab der 10. oder 12. Schwangerschaftswoche, wird vom Arzt dann meistens erst bestätigt, ob sich beide weiterentwickeln und es sich deshalb um Zwillinge handelt.

Wenn die Überraschung kommt

Selbst wenn bei manchen Eltern genetisch bedingt die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge höher ist, weil es bereits welche in der Verwandtschaft gibt: In den allermeisten Fällen ist es eine Überraschung, wenn im Ultraschall plötzlich zwei schlagende Herzen zu sehen sind.

📈Übrigens: Wie wahrscheinlich ist es, Zwillinge zu bekommen?

  • Mit zunehmendem Alter der Mutter steigt statistisch gesehen auch die Chance auf eine Mehrlingsschwangerschaft an.
  • Bei künstlichen Befruchtungen ist die Wahrscheinlichkeit durch das Einsetzen mehrerer Embryonen erhöht.
  • In Deutschland war 2019 jedes 27. Neugeborene ein Mehrlingskind (3,7 Prozent der Geburten) – größtenteils waren es Zwillinge.

Dennoch rechnen die wenigsten Eltern damit, mehr als ein Kind auf einmal zu bekommen – es ist eben etwas ganz Besonderes.

🤰🏻😲 Vielleicht geht es Dir gerade ähnlich: Die Nachricht, dass Du Zwillinge erwartest, wühlt Dich womöglich sehr auf und muss erst einmal sacken. Es kann gut sein, dass Du ganz unterschiedliche Gefühle gleichzeitig wahrnimmst: Von der Freude und Aufregung, weil es etwas Besonderes ist, bis hin zu der Frage „wie kann ich das schaffen?“.

Wenn die Schwangerschaft geplant war, hast Du Dich vermutlich darauf eingestellt, ein Kind zu bekommen. Vielleicht habt Ihr auch schon ein oder mehrere Kinder und hattet Euch noch ein weiteres gewünscht.
Da ist es ganz verständlich, wenn die neue Information erst einmal verarbeitet werden muss und man nicht unbedingt vor Freude platzt.
Schnell kann also auch die Frage aufkommen: Wie soll es nun mit zwei Kindern gehen?

Wenn es sich um die erste Schwangerschaft handelt, ist alles sowieso noch aufregend und neu. Da kann es einen ebenfalls zunächst überfordern, sich gleich auf das „Doppelte“ einzustellen.

🙌 Du bist nicht alleine! Wir hoffen, Dir mit diesem Artikel die wichtigsten Information auf einen Blick zu geben – und die Zuversicht, dass es so manche kreative Lösung gibt.

Eine ungeplante Schwangerschaft kann einen ganz schön aus der Bahn werfen. Alle bisherigen Pläne werden erst einmal durcheinander gebracht. Vielleicht war es auch ein One-Night-Stand oder die Beziehung ist noch frisch.

Da kommt die Nachricht von Zwillingen wahrscheinlich gefühlt nochmal oben drauf und der Gedanke liegt nahe: „Ein Kind würde ich vielleicht noch schaffen, aber gleich zwei? Oder was, wenn ich alleinerziehend wäre?“

🙌 Du bist nicht alleine! Wir hoffen, dieser Artikel dient dazu, dass Du Rat und Informationen sammeln kannst – um Deine Gedanken und Gefühle zu sortieren und mit etwas Zeit zu erkennen, wie es gut für Dich weitergehen kann.

Verlauf einer Zwillings-Schwangerschaft & Tipps

Selbst wenn manche Schwangerschaftssymptome verstärkt auftreten können, kann es sich erst einmal unrealistisch und abstrakt anfühlen, zwei kleine Wesen in sich zu tragen. Es kann auch sein, dass Du zunächst kein Ultraschallbild mit beiden bekommst, weil sich eines immer wieder versteckt.

Wie bei jeder Schwangerschaft gilt: Alles dauert seine Zeit und darf sich entwickeln – auch Dein Erleben und Empfinden!

In der Regel hat der Körper bei Mehrlingsschwangerschaften mehr zu tun. Denn zwei Kinder brauchen von Natur aus mehr Platz und Versorgung. Das bedeutet für die Mutter, dass mehr Blutvolumen nötig ist und sich mit der Zeit mehr Gewicht aufbaut. Deshalb wird eine Mehrlingsschwangerschaft oftmals als anstrengender erlebt: Der Blutdruck kann höher sein oder Wassereinlagerungen stärker. Der Bauch wächst schneller und wird größer – auch, wenn Zwillinge früher auf die Welt kommen und bei der Geburt weniger wiegen.

Was Du tun kannst:

✅ Deinen Rücken stärken
Schwimmen oder Yoga für Schwangere kann da beispielsweise hilfreich sein. Eine Hebamme kann Dir eventuell auch mit Taping etwas Erleichterung verschaffen.

✅ Deine Haut verwöhnen
Wenn der Bauchumfang größer wird, wird das Bindegewebe sehr gedehnt und es kann zu Dehnungsstreifen kommen. Wenn Du täglich 1-2 mal Deinen Bauch eincremst, kannst Du hier „gegensteuern“ und Deine Haut gut unterstützen.

✅ Dich gesund ernähren
Du musst zwar nicht unbedingt mehr essen als bei einer Schwangerschaft mit einem Kind, aber solltest Dich doch mindestens genauso ausreichend ernähren, um mit genügend Nährstoffen versorgt zu sein.

✅ Auf Deinen Körper hören
Dein Körper wird nun anders „Bedürfnisse anmelden“ als sonst. Vermutlich wirst Du etwa spüren, dass Du mehr Schlaf brauchst als normal oder mehrere kleine Mahlzeiten zwischendurch. Neben ausreichend Bewegung, damit Du gut durch die Schwangerschaft kommst, kann es sehr guttun, einfach einmal die Beine hochzulegen.

✅ Deinen Arzt und Deine Hebamme befragen
Dieser Tipp gilt natürlich immer, wenn Dir etwas auffällt, Du unsicher bist und es Dir nicht gut geht.
Solltest Du bereits vor dem Mutterschutz (6 Wochen vor der Geburt) an Deine Grenzen kommen, kannst Du zum Beispiel krank geschrieben werden, um Dich besser ausruhen zu können. Auch Deine Hebamme kann Dir in verschiedenen Fragen und Sorgen mit praktischen Tipps schon während der Schwangerschaft zur Seite stehen.

🔎 Du suchst noch eine Hebamme? Hier findest Du Tipps

Mehrlingsschwangerschaften werden automatisch als Risikoschwangerschaft eingestuft. Vielleicht beunruhigt Dich dieser Begriff, oder er löst Sorge aus. Jedoch dient dieser Status als „Risikoschwangere“ dazu, Dich regelmäßig durchzuchecken. Durch die intensivere Betreuung und häufige Vorsorgetermine bekommst Du ein engmaschiges Update darüber, wie es den Kindern gerade geht und wie sie sich entwickeln.
👍 Dabei werden mögliche Risiken, die durch eine Mehrlingsschwangerschaft entstehen können, im Blick behalten, um Gefahren vorzubeugen und notfalls sehr schnell reagieren zu können, falls irgendetwas anders verläuft als es sollte.

Doch was sind diese Risiken, die der Arzt beobachtet?

  • Bei Mehrlingsschwangerschaften kann es häufiger zu einer Fehlgeburt kommen. Gerade in den ersten Schwangerschaftswochen ist es möglich, dass ein Zwilling sich nicht weiterentwickelt und „leise verschwindet“. Er stirbt meist im ersten Trimester unbemerkt ab. Auch im weiteren Verlauf kann es dazu kommen (= intrauteriner Fruchttod, IUFT) und manchmal mit nur wenigen oder gar keinen Symptomen einhergehen. Der zweite Zwilling entwickelt sich meist ganz normal und gesund weiter.

  • Generell sind eineiige Zwillingsschwangerschaften mit mehr möglichen Komplikationen verbunden. Das hat mit der Frage zu tun, wie viel sich die Kinder teilen: Die Fruchthöhle und/oder die Plazenta. 

  • Gegen Ende der Schwangerschaft kann es eher zu einer Frühgeburt kommen als bei einer Schwangerschaft mit nur einem Baby. Irgendwann wird natürlich der Platz für zwei ziemlich eng und es entsteht Druck auf den Muttermund. 

  • Durch das größere Gewicht kann eine Muttermundschwäche (Zervixinsuffizienz) auftreten, weshalb gerade auf körperliche Anstrengung und intensiven Sport verzichtet werden sollte.

Bei den regelmäßigen Kontrollterminen wird schon frühzeitig geschaut, ob sich beide Zwillinge gleich gut entwickeln und ob sie noch an Gewicht zulegen.

Grundsätzlich ist es übrigens ganz normal, dass Zwillinge etwas früher zur Welt kommen (im Durchschnitt in der 37. SSW) und nicht so schwer sind. Meist unterscheiden sich Zwillinge auch vom Gewicht her.

💕 Wir würden Dir wünschen, dass Du achtsam und aufmerksam auf Deinen Körper hören kannst – dass Du dabei aber auch eine gute Balance zwischen Sorge und Gelassenheit findest. Du musst mit möglichen Sorgen dabei nicht alleine bleiben, sondern kannst immer in engem Austausch mit einem Arzt, der Hebamme oder anderen erfahrenen Vertrauenspersonen bleiben.

Manchmal können die Reaktionen des Umfelds einen ganz schön verunsichern. Vielleicht hast Du es selbst erlebt, dass Dir eher Mitleid statt Mitfreude entgegen gebracht wurde. Von „doppelten Glück“ ist möglicherweise eher nicht die Rede gewesen.

Oftmals können sich Außenstehende die Situation nicht so gut vorstellen. Doch dahinter kann auch eine liebevolle Mitsorge stecken, weil Freunden oder der Familie bewusst ist, dass es durchaus so manche Herausforderung mehr geben wird – gerade am Anfang.

Mütter von Mehrlingen berichten oftmals, dass ihnen dann später umso mehr Anerkennung und Bewunderung entgegengebracht wird. Sie erfahren dann Unterstützung und Respekt.

Sollte Dein Umfeld aber im Augenblick eher negativen Zuspruch an Dich herantragen: Sei Dir ruhig bewusst, dass es bei Dir anders verlaufen kann.

🧡 Tipps:

  • Du kannst selbst entscheiden, wie sehr Du Dich mit verunsichernden Reaktionen oder Berichten auseinandersetzen möchtest. Manchmal kann es gut tun, sich damit nicht zu sehr zu beschäftigen.
  • Vielmehr könntest Du den Blick auf die besonderen Aspekte von Zwillingen richten: Wie schön es ist, wenn die beiden etwas größer werden und sich dann miteinander beschäftigen – das kann für die Eltern dann eine große Entlastung sein.
  • Du kannst Dir auch ein Netzwerk aufbauen an Mamis und Eltern von Mehrlingen. Im Internet gibt es da viel Positives zu entdecken.

Geburt mit Zwillingen

Wie bringe ich Zwillinge auf natürlichem Weg zur Welt? Wann wird ein Kaiserschnitt gemacht? Wie kann ich mich auf die Geburt vorbereiten: Was kommt da auf mich zu? Sind Zwillinge immer Frühchen?

Wir haben hier Antworten & Tipps zusammengestellt:

Zwillinge kündigen sich von Natur aus früher an als nur ein Kind.
Die meisten Zwillinge kommen in der 37. oder 38. Schwangerschaftswoche zur Welt und wiegen dann im Durchschnitt 2500 Gramm.
Es kann aber auch sein, dass sie erst später, um die 40. SSW geboren werden.

Je mehr sich Zwillinge im Mutterleib teilen, desto wahrscheinlicher ist eine frühere Geburt. So können eineiige Zwillinge, die sich sowohl Plazenta als auch Fruchthöhle (mono-mono) teilen, auch schon zwischen der 32. und 36. SSW geboren werden.

🙌 Entsprechend der Zwillings-Variante wirst Du natürlich ärztlich überwacht und darauf Schritt für Schritt vorbereitet.

Zwillinge sind also nicht automatisch Frühchen/Frühgeborene. Ab der 38. Woche gelten sie als „reif“ für die Geburt. Bei früheren Geburten werden sie wahrscheinlich eine gewisse Zeit noch im Brutkasten verbleiben – je nach Schwangerschaftswoche und Geburtsgewicht.

👍 Ein Tipp: Ab der 30. SSW kannst Du zur Sicherheit schon die Kliniktasche etc. bereithalten und auf die Geburt vorbereitet sein.

1. Zu Beginn solltest Du Dir wie bei jeder Schwangerschaft so früh wie möglich eine Hebamme suchen.

2. Außerdem kannst Du überlegen, in welcher Geburtsklinik Du gerne entbinden würdest und Dich dort anmelden. Denn Hausgeburten oder Geburtshäuser dürfen bei Mehrlingsschwangerschaften aus Haftungsgründen nicht gewählt werden. Perinatalzentren sind besonders für Frühgeborene ausgestattet. Du kannst deshalb schonmal schauen, ob „Dein" Krankenhaus ein solches Zentrum hat. Natürlich solltest Du aber auch ohne eine solche Station gut aufgehoben sein.

3. Du kannst Dich auch zu speziellen Geburtsvorbereitungskursen für Zwillingsmamas anmelden! Dort bekommst Du dann passende Tipps und Hilfen. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.
Wenn es kein Angebot in Deiner Nähe gibt, findest Du auch Online-Kurse. Zum Beispiel hier oder hier.

4. Hilfreich kann es auch sein, im Vorfeld einen Geburtsplan mit Deinen Wünschen zu erstellen. Zum Beispiel, ob jemand bei der Geburt dabei sein sollte, ob Du Schmerzmittel angeboten bekommen willst, oder ob Du später stillen möchtest. Dafür kannst Du Dich mit Deiner Hebamme und Deiner Geburtsklinik besprechen.

5. In manchen Krankenhäusern gibt es auch Geburtslotsen. Sie beraten und informieren Dich, zum Beispiel was die Geburtsvorbereitung betrifft. Oder können Dir auch passende Hilfe für die Zeit nach der Geburt vermitteln.

Mit Zwillingen sind natürliche Geburten möglich und kommen häufig vor. Dennoch sind bei Zwillingsschwangerschaften Kaiserschnitte gewöhnlicher als bei Einlingsgeburten. Kaiserschnitte kommen meist vor, wenn es medizinische Indikationen gibt, zum Beispiel wenn sich der untere Zwilling in Querlage befindet. Von einer Spontangeburt wird zum Beispiel abgeraten, wenn sich die Zwillinge eine Plazenta und Fruchtblase teilen.

Womöglich macht Dir der Gedanke an einen möglichen Kaiserschnitt Sorgen. Vielleicht können Dir dann folgende Gedanken helfen und Sicherheit geben:

  • Wen möchtest Du mitnehmen? Du kannst mit der Klinik Rücksprache halten, wen Du gerne bei der Entbindung dabei hättest – z.B. den Vater des Kindes, Deine Mutter oder auch Deine eigene Hebamme. Diese emotionale Unterstützung bedeutet mancher Frau sehr viel.
  • Wie soll die Entbindung im Idealfall ablaufen? Du kannst Dir schon jetzt Gedanken darüber machen, wie die Geburt im besten Fall ablaufen würde – auch bei einem Kaiserschnitt. Zum Beispiel die Art der Narkose; ob das OP-Tuch gesenkt wird, um die Kinder zu sehen, wenn sie aus dem Bauch geholt werden; wer bei den Babys ist, falls Du eine Zeit lang im Aufwachraum bist etc.
  • Welche Erfahrungen gibt es? Vielleicht hast Du die Möglichkeit, Dich mit anderen Zwillingsmamas auszutauschen: Zum Beispiel darüber, was ihnen geholfen hat und was gut gelaufen ist. Auch mit einem Kaiserschnitt machen Frauen sehr unterschiedliche Erfahrungen.

👩‍⚕️ Du kannst Dir übrigens auch immer eine Zweitmeinung einholen, wenn Du unsicher bist. Fühlst Du Dich in einer Klinik, bei einem Arzt oder einer Hebamme nicht wohl, kannst Du diese im Vorfeld auch wechseln.

Wochenbett und Stillzeit mit Zwillingen

In der ersten Zeit nach der Geburt bist Du einerseits in der besonderen Situation, dass Du Dich gleich an „zwei Wundern“ erfreuen darfst. Gleichzeitig ist die Belastung in mancher Hinsicht natürlich auch höher als bei einem Kind.
Mit guter Vorbereitung und Unterstützung wirst Du diese Zeit dennoch gut meistern können!

Wie bei jeder Schwangerschaft ist die Zeit direkt nach der Geburt sehr intensiv. Eltern und Babys müssen sich erst einmal kennenlernen und dürfen einander entdecken. Das ist zugleich wunderschön und herausfordernd. Zum einen wirst Du wahrscheinlich einige Zeit brauchen, um Dich von der Schwangerschaft und Geburt gut zu erholen. Zum anderen haben auch die Babys ihre Bedürfnisse.

Mit dem Stillen gibt es ganz unterschiedliche Erfahrungen. Manchmal klappt es schnell und problemlos; manches Mal dauert es aber auch seine Zeit und muss sich erst einspielen. Und dann gibt es natürlich auch Fälle, in denen das Stillen an der Brust mit Muttermilch aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist.

Ein Tipp, den wir Dir ans Herz legen möchten: Gib Dir selbst und den Babys die Zeit, die Ihr braucht.
Du kannst selbst entscheiden, ob und wie viel Du stillen möchtest. Wichtig ist dabei vor allem, dass es Dir gut damit geht.
Übrigens kann Dir zum Stillen Deine Hebamme Tipps geben. Manche Hebammen oder Kinderkrankenschwestern im Krankenhaus haben auch spezielle Zusatzqualifikationen als Stillberaterin und können Dir so von Anfang an mit Rat zur Seite stehen.


Was ist beim Stillen mit Zwillingen besonders?

  • Gerade, wenn die Zwillinge früher auf die Welt kommen, kann die Milchproduktion erst noch auf sich warten lassen. Außerdem kann es in diesem Fall ein wenig dauern, bis die Kleinen genug Kraft haben, selbst zu trinken.
  • Es gibt spezielle Stillkissen für Zwillinge, mit denen man beide gleichzeitig stillen kann.
  • Meistens reicht die Menge der Milch nicht aus, um Zwillinge voll zu stillen. Oft wird mit Säuglingsmilch zugefüttert.

Das Wochenbett ist eine ganz besondere Zeit.
Endlich kannst Du Deine Babys im Arm halten und kennenlernen. Es sind aber auch Wochen, in denen Du Dich ganz bewusst von der Geburt erholen solltest. Im Idealfall hast Du für diese Zeit Unterstützung, um Dich wirklich schonen zu können, tatsächlich im Bett zu bleiben und neue Kraft zu schöpfen.
Denn neben der körperlichen Anstrengung der Geburt spüren viele Frauen auch die hormonelle Umstellung nach der Entbindung und durch den Milcheinschuss. Viele Frauen spüren, dass sie in diesen Wochen sensibler und feinfühliger sind, vielleicht auch näher am Wasser gebaut. Auch das gehört zum Wochenbett dazu.

Du kannst in dieser Zeit selbst entscheiden, ab wann und von wem Du Besuch haben möchtest. Im Zentrum steht in dieser Zeit wirklich, dass es Dir gut geht.

Da bei Zwillingen die Herausforderungen doch noch einmal größer sind als bei einem Kind, ist die Zeit des Mutterschutzes bei Mehrlingen länger als bei einem Kind: Insgesamt 12 Wochen nach der Geburt.

➡️ Ein Tipp: Vor der Geburt könntest Du Dir statt der üblichen Geschenke (oder zusätzlich dazu) auch wünschen, dass Dein Umfeld in den ersten Wochen nach der Geburt für Dich kocht und Dich mit Essen versorgt, das Du schnell zubereiten oder einfrieren kannst.

Ein Leben mit Zwillingen

Schwanger mit Zwillingen

Kann ich zwei Kinder gleichzeitig versorgen und großziehen? Schaffe ich das?

Gerade die Vorstellung, wie es nach der Geburt wohl sein wird, beschäftigt viele Frauen.

👧🏻👧🏻 Auf der einen Seite ist da der Wunsch, dass einfach alles klappt und schön wird. Zwillinge bringen etwas Besonderes und Originelles mit sich – das möchte man genießen können. Sie waren im Bauch eine Einheit und werden es auch immer sein. Das wird bei den Babys schon deutlich, wenn sie gerne die Nähe des anderen haben. Als Kleinkinder sind sie tolle Spielkameraden und wollen vieles zusammen machen. Diese Zeit beschreiben viele Eltern dann übrigens in der Regel als ruhiger und entlastend, weil sich die Kinder miteinander beschäftigen können.

Doch gerade am Anfang ist da vielleicht auch das Bedürfnis, als Mutter und Paar nicht selbst auf der Strecke zu bleiben.

Alle diese Sorgen und Fragen sind berechtigt. Umso wichtiger ist es, Antworten zu bekommen, sowie Unterstützung und Entlastung zu finden.

🙌 Es ist ratsam, sich so früh wie möglich Gedanken zu machen, wie die erste Zeit nach der Geburt organisiert werden kann.

  • Wenn es möglich ist, kann Dein Partner mit der Geburt Urlaub nehmen oder Elternzeit. Das ist eine große Entlastung für Dich als Mutter.
  • Auch Omas und Opas oder Tanten können mit eingespannt werden. Tipp: Lass sie lieber alles drumherum anpacken, wie den Haushalt oder Einkäufe. So kannst Du Dich um die Babys kümmern. Oder Dein Umfeld schaut dann nach dem Nachwuchs, wenn Du einmal schlafen willst.
  • Wenn Du bereits ältere Kinder hast: Könnte eine Kinderbetreuung für die erste Zeit möglich und hilfreich sein? Vielleicht springen Deine Freunde auch öfters einmal ein.
  • Übrigens kannst Du ggf. Unterstützung im Haushalt beantragen: Haushaltshilfe beantragen.
  • Vernetzung und Austausch mit anderen Eltern von Mehrlingen kann mitunter sehr gut tun. Oft haben sie hilfreiche Tipps für den Alltag und können von ihren Erfahrungen berichten. Zum Beispiel auch durch Blogs im Internet wie hier oder hier. Auch für Frühgeborene gibt es Netzwerke, zum Beispiel hier.

Du bist vielleicht in keiner festen Beziehung oder hast die Sorge, alleinerziehend zu sein. Möglicherweise hat sich Dein Partner auch vor kurzem von Dir getrennt, doch nun erwartest Du Zwillinge.
Die Trennung will noch verarbeitet werden, aber Dein Blick ist auch vor allem sorgenvoll auf die Zukunft gerichtet. Am liebsten würdest Du Dir zwei weitere Hände wünschen, die Dich unterstützen.

Gerade in einer solchen Situation hast Du Anspruch auf Hilfe und Unterstützung – so viel wie eben nötig. Lies hier weiter: Unterstützung mit Zwillingen

📗 Mehr zum Thema „Vielleicht alleinerziehend“ findest Du auch hier.

💌 Schwanger und keiner gratuliert? Dieser Brief ist für Dich

👩‍💻 Wende Dich auch gerne an die Beraterinnen von Profemina e.V.. Sie können Dir die Hilfe vermitteln, die Dir guttun würde. Denn Du musst nicht alles alleine schaffen!
➡️ Hier geht es zu den Kontaktmöglichkeiten!

Zwei Kinder auf einmal: Brauche ich da alles doppelt? Und wie soll ich es finanzieren?

Der Gedanke ist sehr naheliegend, alles gleich zweimal anschaffen zu müssen. Doch in der Regel braucht es nur wenige Anschaffungen, die vielleicht besonders sind.

Zum Beispiel:

  • Stillkissen für Zwillinge. Sie sind zu empfehlen, weil damit auch beide gleichzeitig gestillt werden können.
  • Ein Zwillingskinderwagen, der natürlich auch gebraucht gekauft werden kann und somit günstiger ist.
  • Ggf. zwei Babyschalen fürs Auto

Anderes hingegen, wie ein Wickeltisch oder zunächst auch ein Bett, in dem beide Platz haben, reicht aus. Auch die Kleidung muss nicht immer im Doppelpack vorhanden sein.
😉 Natürlich wird der Bedarf an Windeln steigen, an Pflegeprodukten oder Nahrung.
👍Deine Hebamme kann Dir hierbei konkrete Tipps geben!

Unterstützung mit Zwillingen

Wir haben hier einen Überblick zusammengestellt, welche finanziellen oder praktischen Hilfen es für Eltern von Mehrlingen gibt.

Du kannst Dich auch bei Dir vor Ort erkundigen, zum Beispiel in Deiner Gemeinde oder Kreisverwaltung. Vielleicht gibt es auch Dorf- oder Familienhelfer in Deiner Nähe.

Beim Elterngeld gibt es einen Mehrlings-Zuschlag: Bei Zwillingen macht das 300 Euro auf das Basiselterngeld oder 150 Euro auf das ElterngeldPlus aus.

Mehr Elterngeld gibt es auch bei Frühgeborenen. Hier übernimmt ebenso die Krankenkasse anfallende Kosten für die Besuchsfahrten ins Krankenhaus, Haushaltshilfe/Tagesmutter für ältere Kinder, Pflegehilfe etc.
Viele dieser Punkte können auch bei der Steuererklärung angeben werden und werden entsprechend angerechnet.

Bei bestimmten Sozialleistungen wie Wohngeld, BAföG und einkommensabhängige Kita-Beiträge werden Mehrlinge ebenfalls berücksichtigt.
➡️ Mehr Infos findest Du hier beim Familenportal des Bundesministeriums.

Der Mutterschutz beträgt bei Mehrlingen 12 statt 6 Wochen nach der Geburt. In dieser Zeit erhält Du das Mutterschaftsgeld. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es bei Frühgeborenen auch davon mehr für Dich.

Möglich ist auch eine finanzielle Unterstützung durch die Bundesstiftung Mutter und Kind. ➡️ Mehr Informationen findest Du hier.

  • Es gibst sogenannte Babylotsen, die zum Beispiel mit Deiner Geburtsklinik zusammenarbeiten. Sie können auch vor Ort verschiedene Hilfen vermitteln.
  • Für gute Entlastung daheim: Du kannst eine Haushaltshilfe bei Deiner Krankenkasse beantragen.
  • Eine Kinderbetreuung für Deine älteren Kinder oder auch schon für Deinen kleinen Nachwuchs kann Entlastung bringen.
  • Projekte wie Wellcome können Dich auf verschiedene Weise nach der Geburt unterstützen.
  • Das Netzwerk der Frühen Hilfen kann Dir bis zum Dritten Lebensjahr zur Seite stehen.
  • Wohlfahrtsverbände wie die Caritas, Diakonie oder Arbeiterwohlfahrt sind ebenfalls gute Anlaufstellen, wenn Du nicht weißt, wie Du alles schaffen kannst (praktisch und finanziell).

🙌 Diese und weitere Möglichkeiten findest Du auch hier zusammengestellt:
Unterstützung in Deiner Nähe

👩‍💻 Wenn Du möchtest, kannst Du Dich auch jederzeit an die Beraterinnen von Pro Femina e.V. wenden. Sie haben ein offenes Ohr für Deine Nöte und können Dir eventuell ehrenamtliche Hilfe vermitteln.
Hier geht es zu den Kontaktmöglichkeiten!

Im Schwangerschaftskonflikt mit Zwillingen …

Vielleicht ist die Situation gerade sehr schwer für Dich. Du kannst im Augenblick weder mit Freude oder positiver Aufregung auf das schauen, was Dich erwartet – auch, wenn Du Dir das vielleicht wünschst.

Womöglich bist Du ungeplant schwanger oder aus anderen Gründen voller Sorge. Deine Gedanken kreisen vielleicht um eine mögliche Abtreibung und Du bist hin- und hergerissen.

Es kann auch sein, dass im Rahmen einer pränatalen Untersuchung bei einem Deiner Kinder eine Diagnose im Raum steht. Du hast von einer selektive Abtreibung gehört und fragst Dich, ob es möglich ist, eines der Kinder abzutreiben. Grundsätzlich wird ein solcher Eingriff nur in sehr seltenen Gründen vorgenommen. Mehr dazu kannst Du hier nachlesen.

Wenn Dich Themen beschäftigen, die ans Eingemachte gehen, bedarf es guter Informationen und Beratung. Vielleicht ist es Dir daher besonders wichtig, einmal mit einer außenstehenden Person zu sprechen, eventuell auch anonym.
🧡 Wir sind gerne für Dich da und lassen Dich mit Deinen Sorgen nicht alleine: Hier geht es zum Kontakt zu den Beraterinnen von Pro Femina e.V.!

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