Abtreibung unter 18: Gesetzeslage

Abtreibung unter 18 - Gesetzeslage

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Darf man unter 18 Jahren ohne das Wissen der Eltern abtreiben?

  • Auch schwangere Frauen unter 18 Jahren dürfen in Deutschland abtreiben, das ist rechtlich erlaubt.
     
  • Es kann jedoch sein, dass eine Jugendliche unter 18 für einen Schwangerschaftsabbruch das Einverständnis ihrer Eltern braucht. Aber nur dann, wenn sie nicht als „einwilligungsfähig"gilt.
     
  • Ob eine Minderjährige einwilligungsfähig ist, und die nötige Reife besitzt, um ohne die Eltern abzutreiben, entscheidet der behandelnde (Frauen)-Arzt.

 

Tipps für Dich:

 

Abtreibung unter 18 – ab welchem Alter darf man abtreiben?

Ein Mindestalter für eine Abtreibung gibt es nicht. Auch minderjährige Frauen unter 18 Jahren haben die Möglichkeit, eine Schwangerschaft abbrechen zu lassen.

Wichtig: Wenn Du zwischen 16 und 18 Jahren alt bist, giltst Du in der Regel als einwilligungsfähig. Trotzdem könnte es sein, dass der Arzt das Einverständnis Deiner Eltern für eine Abtreibung benötigt. Ansonsten gelten für eine Abtreibung, ganz unabhängig vom Alter, die normalen gesetzlichen Bedingungen: Straffreie Abtreibung in Deutschland.

 

Kann man unter 18 Jahren ohne die Erlaubnis der Eltern abtreiben?

Auf diese Frage gibt es keine allgemein-gültige Antwort – es ist juristisch nicht ganz eindeutig geklärt. Das liegt daran, dass die Voraussetzung für einen Schwangerschaftsabbruch ohne Wissen der Eltern die Einwilligungsfähigkeit der jungen schwangeren Frau ist. Doch diese Einwilligungsfähigkeit kann nicht alleine aufgrund des Alters vorausgesetzt (oder abgesprochen) werden.

Ob eine Abtreibung unter 18 ohne, dass die Eltern es wissen, möglich ist, hängt dadurch im Wesentlichen von zwei Faktoren ab:

 

1. 🔞 Dein genaues Alter

Im Regelfall wird eine junge Frau über 16 Jahren als einwilligungsfähig eingeschätzt. Wenn Du 16 oder 17 Jahre alt bist, gibt es also normalerweise die Möglichkeit einer Abtreibung ohne das Wissen der Eltern.

Unter 16 Jahren kann es jedoch durchaus sein, dass Du nicht ohne Einverständnis der Eltern abtreiben kannst. Für die Entscheidung im Einzelfall ist als zweiter Faktor die Einschätzung des Arztes entscheidend.

 

2. 👩‍⚕️ Die Einschätzung des Arztes

Im konkreten Fall muss der behandelnde Arzt prüfen und entscheiden, ob die Jugendliche einwilligungsfähig ist. Einwilligungsfähig bedeutet, dass die Reife und notwendige Einsichtsfähigkeit in die körperliche und mögliche psychische Tragweite eines Schwangerschaftsabbruchs gegeben ist. Dann kann dieser ohne Zustimmung der Eltern vorgenommen werden.

Stellt der Arzt diese Fähigkeit fest, so ist eine alleinverantwortliche Entscheidung der Jugendlichen für die Abtreibung ohne Erlaubnis der Eltern bzw. der gesetzlichen Vertreter möglich.

 

Angst vor der Reaktion der Eltern

Vermutlich wissen Deine Eltern noch nichts von der Schwangerschaft oder davon, dass Du über eine Abtreibung nachdenkst. Vielleicht hast Du Angst davor, wie sie reagieren könnten. Womöglich befürchtest Du auch, sie zu enttäuschen oder zu belasten? Dass Dich solche Gedanken und Sorgen sehr verunsichern, ist verständlich.

Es ist schwer einzuschätzen, wie Deine Eltern auf die Nachricht, Großeltern zu werden, tatsächlich reagieren. Wir erleben es in der Beratung jedoch häufig, dass die Familie viel positiver reagiert als erwartet. Nicht immer von Anfang an – manches Mal kommt der erwartete Wutausbruch zunächst einmal tatsächlich.

Doch die Erfahrung zeigt auch, dass dieser erste Schock oft einer Haltung nach dem Motto „Wir schaffen das schon gemeinsam!“ weicht. Bei einer Entscheidung für das Kind stellt sich bei Vielen sogar im Laufe der Zeit eine zunehmende Freude auf das Enkelkind ein. Oft bieten sie ganz unerwartet Unterstützung an, und die Situation entspannt sich dadurch spürbar. Vielleicht könnte es bei Dir ähnlich sein?

 

5 Tipps für ein Gespräch mit den Eltern

Falls Du Dich fragst, ob es sich doch lohnen könnte und Dir vielleicht gut tut, mit Deinen Eltern zu sprechen, haben wir 5 Tipps für Dich, wie Du Dich auf dieses Gespräch vorbereiten kannst:

 

1. 👥 Suche Dir Unterstützung

Es kann helfen, vorher mit einer anderen älteren Vertrauensperson über Deine Situation zu sprechen (z.B. mit der älteren Schwester, der Großmutter, der Tante oder einer vertrauten Nachbarin). Diese reagiert vermutlich etwas gelassener, da sie nicht für Dich verantwortlich ist. Wenn man dann zusammen mit dieser neutralen Vertrauensperson mit den Eltern spricht, sorgt das oft dafür, dass das Gespräch ruhiger verläuft.

 

2. 🤔 Überlege Dir zuvor, was Du sagen willst

Im Gespräch selbst und in all den Emotionen vergisst man oft, was man eigentlich sagen wollte. Überleg Dir also am Besten zuvor, was Du sagen möchtest und wie Du es sagen willst. Du kannst Deine Notizen auch mit ins Gespräch nehmen.

 

3. 🙏 Bitte Deine Eltern um Unterstützung

Ein guter Gesprächseinstieg könnte sein, Deinen Eltern ganz offen zu sagen, dass Du in einer schwierigen Situation bist, in der Du ihre Unterstützung benötigst – und dass Du Dir selbst schwer tust, dieses Gespräch zu führen. Du kannst sie dann darum bitten, für Dich da zu sein. 

So glättest Du gewissermaßen schon im Vorhinein die Wogen, bevor Du die Schwangerschaft selbst thematisierst.

 

4. 🧑/👨 Mit einem Elternteil zuerst reden

Es kann vorteilhaft sein, dass Du Dir zuvor überlegst, zu welchem Elternteil Du (bei diesem Thema) den besseren Draht hast – zu Deinem Vater oder Deiner Mutter. Du kannst dann erst einmal mit diesem Elternteil sprechen. Damit hast Du ihn oder sie dann schon mit im Boot, wenn Du mit dem anderen Elternteil redest, der vielleicht (bei diesem Thema) schneller die Fassung verliert.

 

5. 🕰 Gib ihnen Zeit

Vermutlich werden Deine Eltern zunächst überrascht sein und selbst nicht genau wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Es kann helfen, ihnen Zeit zu geben, um die Nachricht zu verdauen und nicht sofort eine bestimmte Reaktion zu verlangen. Das gibt ihnen die Gelegenheit, ihre Haltung und ihre Worte nochmal zu überdenken.

 

Kann eine junge Frau unter 18 zur Abtreibung gezwungen werden?

Vielleicht stellst Du Dir diese Frage, ob Dich Deine Eltern zur Abtreibung zwingen können oder jemand anderes, weil es jemanden in Deinem Umfeld gibt, der stark in Richtung Abtreibung drängt. Gut möglich, dass Du selbst aber noch gar nicht weißt, wie Du entscheiden möchtest; oder Du willst das Kind eigentlich gerne bekommen.

Da kann Dich vielleicht das Wissen entlasten, dass Nötigung zur Abtreibung eine Straftat ist. Niemand – weder Deine Eltern, der Vater des Kindes oder andere Personen – darf Dich also in diese Richtung drängen (z.B. durch die Drohung mit einem Rauswurf), das ist gesetzlich verankert.

Kannst oder willst Du, aus welchen Gründen auch immer, nicht weiter im Elternhaus wohnen, – vielleicht, weil das wegen der Schwangerschaft schwierig wäre – gibt es verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten, wie z.B. Mutter-Kind-Heime.

 

Jugendlich, schwanger und verzweifelt – was nun? 

Wahrscheinlich hattest Du nicht geplant, so bald schon ein Kind zu bekommen. Und so stellt die Schwangerschaft Dich vermutlich vor große Herausforderungen und Sorgen. Vielleicht kannst Du noch gar keine Möglichkeiten sehen, wie es nun weitergehen könnte.

Womöglich fallen Dir liebe Menschen in Deinem Umfeld ein, an die Du Dich wenden könntest? Jemand, der Dich dabei unterstützt, herauszufinden was Dein Herz möchte und Dich auch bestärkt, darauf zu hören – trotz schwieriger Umstände.

Gerne kannst Du Dich mit diesen Sorgen, Fragen und Emotionen auch an unsere Beratung wenden!

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Quellen:

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