Seelische Folgen einer Abtreibung

Seelische Folgen einer Abtreibung
zuletzt aktualisiert: 10.11.2020

„… ich hatte einen Schwangerschaftsabbruch. Und nun bereue ich es zutiefst, dass ich das gemacht habe. Ich wünsche mir jetzt so sehr ein Kind wie noch nie zuvor … was ich getan habe, zerreißt mein Herz in tausend Stücke … ich muss laufend dran denken, wie weit ich wäre, Mädchen oder Junge … mein Partner versucht mich zu trösten, versteht mich aber nicht wirklich …“

Nach einer Abtreibung berichten uns in der Beratung viele Frauen von solchen und ähnlichen Gedanken und Gefühlen. Manche bereuen den endgültigen Schritt einer Abtreibung bereits unmittelbar nach dem Eingriff oder nach einer kurzen Zeit der gefühlten Entlastung. Vor allem dann, wenn die Entscheidung eigentlich zu schnell gefallen ist. Wenn der Verstand das eine sagte, das Herz aber bis zuletzt das andere.

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Mögliche seelische Belastung nach einem Schwangerschaftsabbruch

Eine Abtreibung kann zu einer echten psychischen Belastung werden, die sich in verschiedener Weise zeigen kann.

Manche Frauen geraten um den erwarteten Geburtstermin Kindes herum in eine tiefe Krise. Oder sie erinnern sich jedes Jahr schmerzhaft an den Abtreibungstag, den Sterbetag ihres ungeborenen Kindes. Auch eine erneute Schwangerschaft bei ihr selbst oder im näheren Umfeld kann die Frau in eine tiefe Krise stürzen. Bleibt der neue Kinderwunsch jedoch unerfüllt, wird die Unfruchtbarkeit oft durch einen Schuldkomplex mit der Abtreibung in Verbindung gebracht.

Diese Frauen leiden unter verschiedenen körperlichen und seelischen Symptomen, welche bereits unmittelbar oder etwas zeitlich verzögert nach der Abtreibung auftreten.

Viele Frauen tragen ihre Verletzungen aber auch jahrelang im Inneren verborgen. Die körperlichen oder seelischen Störungen treten dann erst in einer späteren persönlichen Lebenskrise auf, z. B. bei der Trennung vom Partner oder bei einem Todesfall im persönlichen Umfeld.

 

Mögliche seelische Störungen nach einer Abtreibung:

  • Depressionen
  • Angsterkrankungen
  • Schuldgefühle
  • Beziehungsstörungen (oft folgt der Abtreibung die Trennung vom derzeitigen Partner)
  • Gefühlskälte
  • Suchtentwicklung
  • Alpträume
  • u.a.

 

Mögliche körperliche, durch psychische Belastung ausgelöste Störungen nach einer Abtreibung (je nach schon vorhandenen Veranlagungen):

  • Migränekopfschmerz
  • Rückenbeschwerden
  • Herzbeschwerden
  • Reizmagen
  • Menstruationsbeschwerden
  • u.a.

 

Erhöhtes Risiko nach Spätabtreibungen

Zwei Faktoren erhöhen nach Spätabtreibungen die Gefahr von seelischen Problemen:

  1. Die emotionale Bindung zum Kind ist in der Regel zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft bereits recht stark. Dementsprechend wahrscheinlich ist es, dass sich im Anschluss an eine Spätabtreibung Trauer- und Verlustgefühle bei der Schwangeren einstellen.
     
  2. Bei der Spätabtreibung wird das Kind im Mutterleib getötet und anschließend auf natürlichem Wege tot geboren. Die Mutter muss aktiv an der Geburt des toten Kindes mitwirken. Die physische und psychische Belastung, die mit diesem Vorgang verbunden ist, kann für die Frau zum Trauma werden.

 

Was kann mir jetzt helfen?

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