Rauchen und Alkohol in der Schwangerschaft

Rauchen und Alkohol in der Schwangerschaft

Rauchen und Alkohol in der Schwangerschaft

Immer wieder begegnen uns in der Beratung drängende Fragen zum Thema Genussmittel-Konsum in der Schwangerschaft. Manche Frau bemerkt die Schwangerschaft etwa nicht sofort und fragt sich: "Was, wenn ich ungeplant schwanger wurde und in dieser Zeit schon geraucht und getrunken habe?" Oder: "Schade ich dem Kind mit diesem oder jenem Genussmittel? Kann ich trotz Schwangerschaft noch ein Glas Wein trinken oder eine Zigarette rauchen?"
 

Entwarnung bei ungeplanter Schwangerschaft: Das Alles-oder-Nichts-Prinzip in den ersten zwei Wochen

Das sogenannte Alles-oder-Nichts-Prinzip gilt in den ersten 14 Tagen nach der Befruchtung. Es besagt, dass Du Dir, wenn Du während der ersten 14 Tage der Schwangerschaft geraucht und Alkohol getrunken hast, keine Sorgen machen musst, dass Dein Kind deswegen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zur Welt kommt!

In den ersten fünf bis sieben Tagen einer Schwangerschaft erhält der Embryo noch keine Nährstoffe über das Blut der Mutter, weil sich die Eizelle noch nicht in die Gebärmutter eingenistet hat. In diesem Zeitraum kann es auch sein, dass sich die befruchtete Eizelle aus verschiedenen Gründen nicht weiter teilt und – eventuell verbunden mit einer leichten Blutung – abgeht. Ist im frühen Stadium eine Zelle geschädigt, kann sie meistens repariert oder durch eine andere Zelle ersetzt werden. Gelingt das nicht, stirbt die Frucht ab. Deshalb spricht man hier vom Alles-oder-Nichts-Prinzip.
 

Rauchen und Alkohol im weiteren Verlauf der Frühschwangerschaft

Sobald eine Schwangerschaft vermutet oder bekannt wird, sollte eine Frau schädliche Stoffe meiden. Doch auch, wenn Du nach der Zwei-Wochen-Frist, während der das Alles-oder-Nichts-Prinzip gilt, geraucht oder Alkohol getrunken hast, muss das noch kein Grund zur Verzweiflung sein! Einen Automatismus, der besagen würde, Rauchen und Trinken nach der Einnistung führe mit Sicherheit zu einer Schädigung des Kindes, gibt es nicht.

Immer wieder kommt es etwa vor, dass eine Frau über Monate hinweg unbemerkt schwanger ist. Auch diese Frauen bringen oftmals rundum gesunde Kinder zur Welt, obwohl sie in der Zeit der unbemerkten Schwangerschaft Nikotin und Alkohol konsumiert haben. In jedem Fall empfiehlt es sich, bei Unsicherheiten im Zusammenhang mit Rauchen und Alkohol in der eigenen Schwangerschaft das Thema beim Frauenarzt offen anzusprechen.

Wünschst Du Dir eine genauere Einschätzung dazu, ob und inwiefern das, was Du bisher in der Schwangerschaft an Alkohol, Nikotin, Tabletten oder Drogen zu Dir genommen hast, schädlich sein könnte? Dann kannst Du Dich an das Zentrum für Embryonaltoxologie wenden, kurz Embryotox. Dieses Institut der Charité in Berlin bietet Beratung und Informationen zu Fragen rund um Arzneimittel und auch Genussmittel-Konsum in Schwangerschaft und Stillzeit an. Dort bekommst Du erfahrungsgemäß sehr kompetente Hilfe.

Hier geht's zur Beratung von Embryotox.
 

Muss ich mit dem Rauchen in der Schwangerschaft aufhören?

Wer regelmäßig Zigaretten raucht, dem fällt es oft schwer, "einfach so" aufzuhören. Einigen Frauen vergeht durch die Hormonumstellung und schwangerschaftsbedingte Übelkeit ohnehin die Lust aufs Rauchen. Doch was passiert mit dem Kind, wenn die Mutter weiterhin raucht?

Gerade in den ersten Tagen der Schwangerschaft muss sich die Mutter weniger Sorgen machen. Denn zu Beginn der Schwangerschaft, wenn die Mutter meist noch nichts von ihrem Baby weiß, gilt das Alles-oder-Nichts-Prinzip (siehe oben). Doch: Rauchen im weiteren Verlauf der Schwangerschaft kann dem Embryo Schaden zufügen. Wenn die Mutter raucht, erreichen die Schadstoffe der Zigarette auch das Kind. Es kann sich nicht dafür oder dagegen entscheiden – sondern raucht mit. Fehlgeburten, Missbildungen sind möglich – und das Kind kann bei der Geburt deutlich kleiner, leichter und schwächer sein.

Deswegen solltest Du auf jeden Fall versuchen, das Rauchen aufzugeben; am besten komplett. Klar ist aber auch: Die Dosis spielt eine Rolle. Ob eine Frau 20 Zigaretten pro Tag raucht oder bloß eine, macht einen Unterschied.

Falls Du gerne mit dem Rauchen aufhören würdest, aber nicht weißt wie, oder wenn Du noch genauere Informationen darüber möchtest, weshalb es sinnvoll ist, das Rauchen in der Schwangerschaft aufzugeben, kann Dir folgende Broschüre des BZgA weiterhelfen: Rauchfrei in der Schwangerschaft.
 

Alkohol in der Schwangerschaft

Wie für das Rauchen gilt auch für den Alkohol: Der Konsum im weiteren Verlauf der Schwangerschaft kann dem Kind schaden. Über die Nabelschnur ist das Kind mit der Mutter verbunden und wird von ihr versorgt. Weil das Kind über die ganze Schwangerschaft hinweg wächst, sich neue Zellen und Organe bilden, ist die Versorgung mit Nährstoffen besonders wichtig. Stoffe wie Alkohol können dieses Wachstum behindern.

Auch hier gilt: Die Dosis entscheidet über die Gefahr. Das heißt aber nicht, dass es eine bestimmte Promille-Grenze gäbe, die für Schwangere gelten würde. Es ist davon auszugehen, dass auch bei kleineren Mengen Alkohol ein Schaden für das Kind nicht ausgeschlossen werden kann. Deshalb empfiehlt es sich, lieber auf Nummer sicher zu gehen – und am besten ganz auf Alkohol zu verzichten.

Wenn Du aber doch etwa ein Bier oder einen Sekt getrunken hast, muss das noch kein Grund zur Beunruhigung sein – gerade in den ersten Tagen der Schwangerschaft. Denn zu Beginn der Schwangerschaft gibt es die sogenannte Alles-oder-Nichts-Regel (siehe oben).
 

Was wir für Dich tun können...

Es kann gut sein, dass Dich gerade ganz verschiedene Gedanken und Emotionen bewegen. Vielleicht weißt Du noch gar nicht, wie es nun mit der Schwangerschaft weitergehen soll... Gerne sind wir Beraterinnen in dieser besonderen Zeit für Dich da – mit einen offenen Ohr, Informationen oder einfach als außenstehende, erfahrene Gesprächspartnerin.

So kannst Du Kontakt zu uns aufnehmen:

  • Beschäftigt Dich die Frage Abtreibung ja oder nein? Dann mach unseren Abtreibungstest.
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  • Du hast noch weitere Fragen zu einer ungeplanten bzw. unbemerkt gebliebenen Schwangerschaft? Kontaktiere unkompliziert die E-Mail-Beratung von Pro Femina. Du erhältst darauf schnellstmöglich eine Antwort von uns Beraterinnen!