Rauchen und Alkohol in der Schwangerschaft

Rauchen und Alkohol in der Schwangerschaft

Eine schwangere Frau ist nicht mehr allein: In ihrem Körper wächst ein Kind heran. Es ist abhängig von der Mutter, wird von ihr ernährt und geschützt. Schnell kommen da Fragen auf: Schade ich meinem Kind mit diesem oder jenem Genussmittel? Kann ich noch ein Glas Wein trinken? Oder eine Zigarette rauchen? Und vor allem: Was, wenn ich ungeplant schwanger wurde und in dieser Zeit schon geraucht und getrunken habe? 

 

Muss ich mit dem Rauchen in der Schwangerschaft aufhören? 

Wer regelmäßig Zigaretten raucht, dem fällt es oft schwer, "einfach so" aufzuhören. Mancher Schwangeren vergeht durch die Hormonumstellung und schwangerschaftsbedingte Übelkeit ohnehin die Lust aufs Rauchen. Aber: Was passiert mit dem Kind, wenn Mama weiterraucht? Die schlechte Nachricht: Ja, Rauchen kann dem Embryo starken Schaden zufügen. Wenn die Mutter raucht, erreichen die Schadstoffe der Zigarette auch das Baby. Es kann sich nicht dafür oder dagegen entscheiden – sondern raucht mit. Fehlgeburten, Missbildungen sind möglich – und das Kind kann bei der Geburt deutlich kleiner, leichter und schwächer sein. Deswegen sollte die Schwangere auf jeden Fall versuchen, das Rauchen aufzugeben – am besten komplett. Klar ist aber auch: Auch die Dosis spielt eine Rolle. Ob eine Mutter 20 Zigaretten pro Tag raucht oder bloß eine, macht einen Unterschied. Gerade in den ersten Tagen der Schwangerschaft muss sich die Mutter weniger Sorgen machen. Denn zu Beginn der Schwangerschaft, wenn die Mutter meist noch nichts von ihrem Baby weiß, gilt das Alles-oder-Nichts-Prinzip (siehe unten). 

 

Alkohol in der Schwangerschaft 

Wie für das Rauchen gilt auch für den Alkohol: Er schadet dem Kind. Über die Nabelschnur ist das Baby mit der Mutter verbunden und wird von ihr versorgt. Weil das Kind über die ganze Schwangerschaft hinweg wächst, sich neue Zellen und Organe bilden, ist die Versorgung mit Nährstoffen besonders wichtig. Stoffe wie Alkohol können dieses Wachstum behindern.  Aber hier gilt noch verstärkt, was sich schon bei Zigaretten gezeigt hat: Die Dosis entscheidet über die Gefahr. Eine Alkoholikerin, die täglich 8 Flaschen Bier trinkt, fügt ihrem Kind weitaus mehr Schaden zu als die Mutter, die über den Lauf der Schwangerschaft hinweg sieben Gläser Wein getrunken hat. Das heißt aber nicht, dass eines eine bestimmte Promille-Grenze gäbe, die für Schwangere gelten würde. Es ist davon auszugehen, dass auch bei kleineren Mengen Alkohol ein Schaden für das Kind nicht ausgeschlossen werden kann. Deshalb empfiehlt es sich für die Schwangere, lieber auf Nummer sicher zu gehen – und am besten ganz auf Alkohol zu verzichten. Wenn sie aber doch ein kleines Bier oder einen Sekt getrunken hat, muss dies noch kein Grund zur Beunruhigung sein – gerade in den ersten Tagen der Schwangerschaft. Denn zu Beginn der Schwangerschaft gibt es die sogenannte Alles-oder-Nichts-Regel: 

 

Entwarnung bei ungeplanter Schwangerschaft: Das Alles-oder-Nichts-Prinzip in den ersten zwei Wochen

In den ersten fünf bis sieben Tagen einer Schwangerschaft erhält der Embryo noch keine Nährstoffe über das Blut der Mutter, weil sich die Eizelle noch nicht in die Gebärmutter eingenistet hat. In diesem Zeitraum kann es auch sein, dass die befruchtete Eizelle sich aus verschiedenen Gründen nicht weiter teilt und - eventuell verbunden mit einer leichten Blutung - abgeht. Ist im frühen Stadium eine Zelle geschädigt, kann sie meistens repariert oder durch eine andere Zelle ersetzt werden. Gelingt das nicht, stirbt die Frucht ab. Deshalb spricht man vom Alles-oder-Nichts-Prinzip. Dieses gilt in den ersten 14 Tagen nach der Befruchtung. In unserem Zusammenhang aber entscheidend: Schwangere, die während der ersten 14 Tage der Schwangerschaft geraucht und Alkohol getrunken haben, müssen sich keine Sorgen machen, dass ihr Kind deswegen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zur Welt kommt!

Sobald eine Schwangerschaft vermutet oder bekannt wird, sollte man natürlich sicherheitshalber schädliche Stoffe meiden. Doch auch, wenn Sie nach dieser Zweiwochenfrist geraucht oder Alkohol getrunken haben, ist das kein Grund zur Verzweiflung. Ein Automatismus, der besagen würde, Rauchen und Trinken nach der Einnistung führe mit Sicherheit zu einer Schädigung des Kindes, besteht nicht. Immer wieder gibt es Fälle von Frauen, die über Monate hinweg unbemerkt schwanger sind (zum Beispiel in psychischen Ausnahmesituationen oder bei einer krankheitsbedingt ohnehin seltenen Menstruation). Auch diese Frauen bringen oftmals rundum gesunde Kinder zur Welt, obwohl sie in der Zeit der unbemerkten Schwangerschaft Nikotin und Alkohol konsumiert haben. In jedem Fall empfiehlt es sich, bei Unsicherheiten im Zusammenhang mit Rauchen und Alkohol in der eigenen Schwangerschaft das Thema beim Frauenarzt offen anzusprechen.

Haben Sie Fragen zum Thema „Rauchen und Alkohol in der Schwangerschaft“? Gerne können Sie diese an die Pro Femina-Beratung stellen.