Abtreibung bei Behinderung

Abtreibung bei Behinderung
Geschrieben von: Maria, Chefredakteurin · zuletzt aktualisiert: 29.03.2021

Gesetzliche Regelung für eine Spätabtreibung

Auf einen Blick:

  • Nach deutschem Gesetz darf man unter bestimmten Voraussetzungen eine Spätabtreibung (nach der 12. Woche) machen lassen. 
     
  • Dazu zählt die medizinische Indikation. Dabei geht es jedoch nur um die Gesundheit der Frau.
     
  • Wegen einer Behinderung des Kindes (z.B. Trisomie 21 – Down-Syndrom) ist eine Abtreibung rechtlich also eigentlich nicht länger möglich als normal.

Tipps für Dich:

 

Gesetzliche Regelungen zur Spätabtreibung in Deutschland

Als Spätabtreibung wird in der Regel ein Schwangerschaftsabbruch bezeichnet, der nach der eigentlich zulässigen Frist für eine Abtreibung durchgeführt wird. Nähere Informationen zum Ablauf und den Methoden findest Du im Artikel Spätabtreibung.

Grundsätzlich gilt in Deutschland, dass ein Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsreglung bis zur 12. Woche nach der Befruchtung straffrei bleibt. Ausnahmen für straffreie Abtreibungen, die nicht der Beratungsregelung folgen, regelt das deutsche Gesetz durch den Paragraphen 218 a Abs. 2 StGB.

Demnach gibt es Gründe, die einen Spätabbruch nach der 12. Schwangerschaftswoche per Gesetz in Deutschland rechtfertigen können. Dafür muss eine von zwei Indikationen vorliegen und ärztlich dokumentiert sein:

  1. medizinische Indikation
  2. kriminologische Indikation

 

Ist eine späte Abtreibung wegen Behinderung möglich?

Nach deutschem Gesetz ist eine Spätabtreibung also in manchen Ausnahmefällen erlaubt – unter anderem aus medizinischen Gründen. Der Fokus liegt dabei jedoch nicht auf der Gesundheit bzw. gesundheitlichen Einschränkungen des Kindes, die durch Erkrankungen wie etwa Trisomie 21 verursacht sein können. Allein eine potenzielle Gesundheitsgefährdung der schwangeren Frau ist dabei maßgeblich.

Somit gilt eine Behinderung des Kindes in Deutschland nicht als Indikation für eine Spätabtreibung – in der Realität kommt es aber doch zu Spätabtreibungen, die de facto eine unmittelbare Folge der Behinderung des Ungeborenen sind.

📖 Lesetipps:

 

Schwanger und das Kind ist (vielleicht) behindert

Wenn im Verlauf der Schwangerschaft ein auffälliger Befund vorliegt oder schon sicher eine Behinderung festgestellt wird, kann das den werdenden Eltern den Boden unter den Füßen wegreißen. So viele Träume und Pläne geraten ins Wanken und die Situation kann zur enormen Belastung werden.

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