Abtreibungskosten

Abtreibung: Zahlt die Krankenkasse?

Jede gesetzliche Krankenversicherung der Schwangeren (AOK, DAK, BARMER, TKK etc.) übernimmt die Kosten für eine Abtreibung, wenn das Kind wegen zu befürchtender gesundheitlicher Gefährdung der Mutter (medizinische Indikation) oder in Folge einer Vergewaltigung (kriminologische Indikation) abgetrieben wird.

Die Abtreibung nach einer Beratung in einer staatlich anerkannten Beratungsstelle (Abtreibung nach Beratungsregelung) übernimmt die gesetzliche Krankenkasse nur unter bestimmten Bedingungen. Auf jeden Fall zahlt die gesetzliche Krankenkasse die ärztliche Beratung vor der Abtreibung, die Betreuung durch den Arzt vor und nach dem Eingriff und die Behandlung von Komplikationen.

Ausnahme: Wenn die Schwangere sich keine Abtreibung leisten kann, weil sie zu wenig oder gar nichts verdient und kein Vermögen hat, werden die Kosten vom Staat übernommen (§ 19, Abs. 1 SchKG). Derzeit gilt diese Ausnahme in dem Fall, wenn die Schwangere monatlich 1.179 Euro oder weniger zur freien Verfügung hat. Diese Grenze verschiebt sich pro minderjährigem Kind um 279 Euro nach oben. Bei mehr als 345 Euro Mietkosten kann sich die Grenze wiederum (um höchstens 345 Euro) nach oben verschieben.

Die Schwangere muss die Kostenübernahme vor der Abtreibung bei ihrer Krankenkasse beantragen. Dabei braucht sie die geplante Abtreibung nicht zu begründen. Es geht hier um die Angabe ihrer persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse. Die Übernahme der Kosten muss von der Krankenkasse vor dem Eingriff durch eine Bescheinigung bestätigt werden. Die schriftliche Zusage wird für den Arzt benötigt, der die Abtreibung durchführt. Die Kosten für die Abtreibung selbst und die medizinische Nachbehandlung werden dann bezahlt.

Bei einer privaten Krankenkasse muss für die Übernahme der Kosten im Einzelfall nachgefragt werden.

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