Körperliche Risiken und Folgen einer Abtreibung

Körperliche Risiken und Folgen einer Abtreibung
Geschrieben von: Maria, Chefredakteurin · zuletzt aktualisiert: 12.05.2021

Mögliche Komplikationen, Nebenwirkungen und Schmerzen

Auf einen Blick:

  • Ein Schwangerschaftsabbruch ist medizinisch gesehen im Allgemeinen keine große Operation. Dennoch ist er ein Eingriff ins natürliche Geschehen des Körpers.
     
  • Es gibt deshalb verschiedene körperlichen Risiken und mögliche Folgen. Diese hängen auch von der Abtreibungsmethode ab.

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Abtreibung aus medizinischer Sicht

Ein Schwangerschaftsabbruch gilt aus medizinischer Sicht als vergleichsweise kleiner Eingriff (z.B. im Vergleich zu einer größeren Bauch-OP).

Dennoch handelt es sich bei dem Abbruch einer Schwangerschaft um die abrupte Unterbrechung eines körperlichen Geschehens, auf das sich der weibliche Körper eingestellt hat. Je nach körperlichem Gesamtbefinden können sich die körperlichen Folgen einer Abtreibung auch von Frau zu Frau unterscheiden.

Es spielt außerdem eine Rolle, ob es sich um eine medikamentöse Abtreibung, eine Absaugung, eine Ausschabung oder eine Spätabtreibung handelt.

 

Risiken und Folgen einer medikamentösen Abtreibung

Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch wird mit dem Medikament Mifegyne® meist in Kombination mit einem Prostaglandin (wehenförderndes Mittel) durchgeführt. Nähere Infos zum Ablauf und zur Wirkweise kannst Du hier nachlesen: Abtreibung mit der Mifegyne®.

Auf den ersten Blick erscheint eine Abtreibung mit Tabletten womöglich als schonender und weniger belastend für die Frau – immerhin wäre die Alternative ein chirurgischer Eingriff. Dennoch kann ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch mit der „Abtreibungspille“ körperlich herausfordernd sein und bringt gewisse Risiken mit sich:

 

Risiken und Nebenwirkungen

  • Eine Abtreibung mit Tabletten löst Blutungen aus. Diese sind oft stärker als eine normale Periodenblutung.
     
  • Krampfartige Schmerzen sind eine häufige Begleiterscheinung. Viele Frauen beschreiben sie als schmerzhafter als „normale“ Regelschmerzen.
     
  • Der medikamentöse Abbruch dauert länger als ein operativer Eingriff. Bis zu 12 Tagen danach kann es noch zu vaginalen Blutungen kommen.
     
  • Es kann auch zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel kommen, denn die eingesetzten Prostaglandine können den Kreislauf belasten.

 

Mögliche Folgen

  • Die medikamentöse Methode des Schwangerschaftsabbruchs ist ein Eingriff in den Hormonhaushalt der Frau. Da der Körper diesen wieder in sein natürliches Gleichgewicht zurückbringen muss, sind anschließende Zyklusunregelmäßigkeiten nicht ungewöhnlich.
     
  • Es kann auch passieren, dass sich nach dem Schwangerschaftsabbruch noch Schleimhautreste in der Gebärmutter befinden. Stellt sich das bei der Nachuntersuchung heraus, muss zusätzlich eine Ausschabung, meist unter Narkose, stattfinden.

ℹ️ Eine medikamentöse Abtreibung muss unter gynäkologischer Aufsicht in einer Arztpraxis betreut werden. So können in den meisten Fällen gravierende Komplikationen verhindert werden.

 

Risiken einer Abtreibung mit der Absaugmethode

Die Absaugmethode ist die häufigste Abtreibungsmethode in Deutschland. Nähere Infos zur Absaugmethode kannst Du hier nachlesen.

Sie weist insgesamt eine geringere Komplikationsrate als die Ausschabung auf.
Dennoch gibt es auch bei einer Absaugung bestimmte Auswirkungen und mögliche Risiken:

 

Risiken und Nebenwirkungen

  • Schmerzen: die Gebärmutter reagiert nach der Absaugung mit wehenartigen Kontraktionen, um sich wieder auf ihre Ausgangsgröße zusammenzuziehen. Dabei kann es zu ziehenden, krampfartigen Schmerzen kommen. Diese sind vergleichbar mit den Schmerzen zu Beginn einer starken Regelblutung.
     
  • Nachblutungen, die bis zu zwei Wochen andauern können. Meist sind sie nicht so stark wie eine normale Menstruationsblutung, es kann aber auch zu unvorhergesehen starken Blutungen kommen. Es gibt auch Frauen, bei denen erst am dritten oder fünften Tag eine Blutung einsetzt, mit anschließenden Schmierblutungen über mehrere Tage.
     
  • Erhöhtes Infektionsrisiko während der Nachblutungen: Nach der Abtreibung ist das Risiko einer Gebärmutterentzündung erhöht. Es ist ratsam, auf Tampons, Geschlechtsverkehr, Baden bzw. Schwimmen sowie Saunabesuche zu verzichten. Auch Bauchfell- oder Eileiterentzündungen können sich entwickeln.

     
  • Sehr selten kommt es zu massiven Blutungen, wenn die empfindliche Gebärmutterwand durch die medizinischen Instrumente durchstoßen wird (Perforation). Solche Verletzungen erfordern eine Notfallversorgung; schlimmstenfalls kann es notwendig sein, die Gebärmutter komplett zu entfernen (Hysterektomie).

 

Mögliche Folgen

Das Risiko einer Frühgeburt in nachfolgenden Schwangerschaften kann erhöht sein, wenn Schleimhaut, Gebärmutter oder auch besonders der Muttermund durch die Instrumente verletzt wurden und dadurch weniger widerstandsfähig sind (Zervixinsuffizienz).

 

Risiken und Folgen einer Ausschabung

Eine Ausschabung wird aufgrund der höheren Komplikationswahrscheinlichkeit seltener eingesetzt. Vielmehr wird sie oft im Nachgang einer Abtreibung durch Medikamente oder Absaugung notwendig, wenn das umliegende Gewebe nicht vollständig ausgestoßen wurde.

Bei einer Ausschabung kommen zu den bereits genannten Risiken einer Abtreibung durch Absaugung noch folgende hinzu:

  • Möglichkeit der Verletzungen des Gebärmuttergewebes in seiner Tiefe, die Verwachsungen und Verklebungen begünstigen (Asherman-Syndrom) und das künftige Fehlgeburtsrisiko erhöhen.
     
  • In Einzelfällen schwerwiegende Komplikationen, bei denen zu viel Gebärmuttergewebe abgetragen wird, sodass in der Folge keine Schwangerschaft mehr möglich ist. Im schlimmsten Fall bedeutet das Unfruchtbarkeit.

Läuft der Eingriff komplikationslos ab und treten keine Folgekomplikationen ein, so ist im Allgemeinen rein körperlich nach einer Weile nicht mehr feststellbar, dass eine Abtreibung stattgefunden hat.

ℹ️ Die operativen Abtreibungsmethoden (Absaugung bzw. Ausschabung) erfolgen unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung. Entsprechend führt die gewählte Betäubungsmethode zu Risiken und körperlichen Auswirkungen, über deren Folgen Du hier mehr lesen kannst: Abtreibung – welche Narkose?

 

Risiken und Folgen einer Spätabtreibung

Auch eine Spätabtreibung hat neben der häufig höheren seelischen Belastung einige körperliche Auswirkungen.

  • Da zumeist eine richtige Geburt eingeleitet werden muss, hat die Frau auch die körperlichen Belastungen einer vollständigen Geburt zu leisten, mit Wehen und allen begleitenden möglichen Geburtskomplikationen.
     
  • Auch folgt eine unter Umständen mehrwöchige Wochenbettphase, in der sich der Körper hormonell wieder vom schwangeren auf den nicht-schwangeren Zustand umstellen muss. Hier kann es unter anderem zur Milchbildung in den Brüsten kommen, die eine hormonelle Medikation zur Unterdrückung erfordert.

Hier findest Du nähere Infos: Spätabtreibung

 

Information und Unterstützung im Entscheidungsprozess

Möglicherweise helfen Dir diese Informationen bereits ein Stück weiter. Vielleicht sind aber auch noch Fragen offen geblieben, oder Du wünschst Dir über diese Informationen hinaus eine genauere Einschätzung Deiner individuellen Situation durch eine erfahrene Ärztin.

Melde Dich in diesem Fall einfach direkt bei uns. Wir sind gern für Dich da! Wenn Du möchtest, kannst Du Dich auch mit allen anderen Fragen und Sorgen, die Dich rund um die Schwangerschaft momentan beschäftigen, an uns Beraterinnen wenden.

 

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