Abtreibung bei Behinderung?

Abtreibung bei Behinderung/Spätabbruch

508830079 | Pressmaster | shutterstock.com

Was kann ich tun, wenn ich vor der Frage stehe: Spätabtreibung ja – oder nein?

  • Eine Spätabtreibung ist ein Schwangerschaftsabbruch, der zu einem späteren Zeitpunkt als normalerweise zulässig vorgenommen wird. In Österreich also nach den ersten drei Monaten nach Beginn der Schwangerschaft. Aus medizinischen Gründen werden andere Abtreibungsmethoden angewendet als für die übliche Frist von 16 Schwangerschaftswochen. 
  • Für eine Spätabtreibung müssen besondere Gründe (Indikationen) vorliegen. Zum Beispiel, wenn ernste Gefahr für die Gesundheit der Schwangeren besteht oder eine schwere Behinderung des Kindes zu erwarten ist.

  • Häufig denken Frauen über einen späten Schwangerschaftsabbruch nach, wenn nach einer pränatalen Untersuchung ein auffälliger Befund oder eine Diagnose vorliegt. Oft ist diese Nachricht ein regelrechter Schock und kann zu verschiedensten Ängsten führen. Es ist ratsam, damit nicht alleine zu bleiben! 💚
     

💬❓Wenn Du selbst betroffen bist: Mach hier den Selbsttest!

📖  Mehr Informationen haben wir für Dich im weiteren Artikel zusammengestellt.

👩‍💼Du möchtest am liebsten direkt mit jemandem über Deine Gedanken und Gefühle sprechen? – nimm hier Kontakt zu einer Beraterin auf
 

 

Spätabtreibung – Dein Selbsttest

Du bist selbst betroffen von diesem Thema? Wenn Du möchtest, kannst Du hier 3 Angaben zu Deiner persönlichen Situation machen. Du erhältst dann innerhalb weniger Sekunden eine beraterische Auswertung auf Deinen Bildschirm! 

 

 

 

Was ist eine Spätabtreibung und wie lange ist sie möglich?

Als Spätabtreibung oder Spätabbruch bezeichnet man einen Schwangerschaftsabbruch, der zu einem späteren Zeitpunkt als normal zulässig durchgeführt wird. Theoretisch ist eine solche späte Abtreibung bis zur Geburt oder bis kurz vor der Geburt möglich.


🕰 Solltest Du selbst vor der Frage stehen, hättest Du demnach noch Zeit, um für Dich zu überlegen, wie Dein Weg aussehen könnte. Frauen berichten immer wieder, dass sie sich wie in einem Marathon befinden – im Wettlauf mit ihren Ängsten und Hoffnungen.
Auch kann im medizinischen Alltag der Eindruck entstehen, schnell entscheiden und handeln zu müssen. 
Aber Du darfst jeden einzelnen Schritt für Dich abwägen und Dir Zeit lassen: Was möchte ich? Wer kann jetzt für mich da sein? Was wünsche ich mir auf lange Sicht?

Es liegt im Ermessen der Ärzte, ob und bis wann eine Spätabtreibung durchgeführt wird. Viele beschränken sich auf die 20. oder 21. Schwangerschaftswoche – und das aus folgenden Gründen:

  • Je später der Schwangerschaftsabbruch vorgenommen wird, desto riskanter ist der Eingriff.
  • Es kann zu belastbaren Erlebnissen für die Frau kommen, die auch langfristig schwer zu verarbeiten sind.
  • Die Ärzte oder Krankenschwestern, die beim Eingriff dabei sind, dürfen aus Gewissensgründen entscheiden, ob sie bei einer Abtreibung mitwirken wollen oder nicht. 


ℹ️ In § 97 (2) StGB ist die Gewissensfreiheit gesetzlich verankert:
„Kein Arzt ist verpflichtet, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen oder an ihm mitzuwirken, es sei denn, daß der Abbruch ohne Aufschub notwendig ist, um die Schwangere aus einer unmittelbar drohenden, nicht anders abwendbaren Lebensgefahr zu retten. Dies gilt auch für die in gesetzlich geregelten Gesundheitsberufen tätigen Personen.“

📘 Lesetipp:

 

Wann ist eine Spätabtreibung erlaubt?

In medizinischen Sonderfällen ist eine Abtreibung laut § 97 (2) StGB auch nach der 16. Schwangerschaftswoche erlaubt. Diese besonderen Gründe nennt man auch Indikationen. Im Sprachgebrauch wird meist ausschließlich von der medizinischen Indikation gesprochen. Juristisch unterscheidet man das ein wenig genauer:

Medizinische Indikation:

Hier geht es um einen medizinischen Befund, den die Frau betrifft. Wenn für sie ernste Lebensgefahr besteht oder ihr ein schwerer körperlicher oder seelischer Schaden droht.

Eugenische oder embryopathische Indikation:


Hier geht es um das ungeborene Kind und die Gefahr, dass es geistig oder körperlich schwer behindert sein könnte.

Es gibt noch einen weiteren Fall: Wenn eine Frau schwanger wird und noch unter 14 Jahren alt ist, ist sie auch nicht an die übliche Frist gebunden.

 

Voraussetzungen für eine Spätabtreibung bei Behinderung:

Wenn es nach einer pränatalen Untersuchung zu einem auffälligen Befund kommt, kann der Arzt dadurch eine besondere Indikation feststellen. Damit ist dann auch später ein Schwangerschaftsabbruch möglich.

Ein Problem dabei ist aber, dass solch ein Befund noch keine sichere Bestätigung ist und es häufig zu Fehl-Diagnosen kommt.
 Daher ist es empfehlenswert, sich in Ruhe eine ärztliche Zweit-Meinung oder eine weitere Abklärung bei spezialisierten Fachärzten einzuholen.



Erst im weiteren Verlauf der Schwangerschaft zeigt sich häufig, ob der Verdacht wirklich begründet ist. Immer wieder kommt es vor, dass ein Kind gesund zur Welt kommt, obwohl im Vorfeld ein Befund Auffälligkeiten gezeigt hat.

📘 Für Dich interessant?

🤰Vielleicht liest Du diesen Artikel, weil bei Dir erst spät festgestellt wurde, dass Du schwanger bist – oder Du denkst aufgrund einer Diagnose bei Deinem Kind über eine Spätabreibung nach…? Du weißt nicht, wie Du die Wartezeit bis zu weiteren Untersuchungsergebnissen nervlich aushalten kannst?

💌 Schreibe uns gerne von Deiner Situation und Deinen persönlichen Anliegen! Wir Beraterinnen haben gerne ein offenes Ohr für Dich – zum Kontakt per Mail  oder WhatsApp

 

Schwanger und das Kind ist (vielleicht) behindert?

Wenn im Verlauf der Schwangerschaft ein auffälliger Befund vorliegt oder eine Behinderung festgestellt wird, kann das den werdenden Eltern den Boden unter den Füßen wegreißen. So viele Träume und Pläne geraten ins Wanken, und die Situation kann zur enormen Belastung werden.
Natürlich wünscht sich jeder, dass sein Kind gesund ist.

🍷🚬 Tabak/Alkohol/Drogen konsumiert – zum Tox-Test: Ist mein Kind gesund?

Vielleicht liest Du diesen Artikel, weil Du nach einer pränatalen Untersuchung genau diese aufreibende Situation gerade durchlebst. Du hast kürzlich eine erschütternde Diagnose oder Vermutung vom Arzt erhalten und fragst Dich nun, wie Dein Weg aussehen soll?
Möglicherweise wurde auch die Option in den Raum geworfen, die Schwangerschaft abzubrechen. 

💭 Vielleicht setzt Du Dich dann mit solchen oder ähnlichen Fragen auseinander:

  • Kann ich sicher sein, ob mein Kind wirklich eine Behinderung hat und in welchem Ausmaß?
  • Wie wird das Umfeld reagieren? 
  • Keiner versteht meine Sorgen – wem kann ich mich anvertrauen?
  • Kann ich das überhaupt schaffen, einem besonderen Kind mit seinen Bedürfnissen gerecht zu werden?
  • Was kommt auf mich zu, wenn ich mich für dieses Kind entscheide?
  • Und welche Hilfe und Unterstützung gibt es?
  • Hat ein besonderes Kind nicht auch ein Recht auf Leben und möchte es leben? Darf und kann ich das entscheiden? Wäre eine Pflegschaft oder Adoption für mich eine Alternative?
  • Wie haben andere Eltern das nur gemacht? Wie ging es ihnen in dieser Zeit? Könnte mir ein Austausch helfen?

Alle diese Fragen und verschiedenen Gefühle darfst Du zulassen. Manchen Frauen hilft es auch, sich mit anderen betroffenen Eltern auszutauschen und auch einen Einblick in den familiären Alltag zu bekommen. Oder sich über praktische Hilfsangebote oder finanzielle Unterstützung zu informieren. 
So kann ein greifbareres Bild entstehen, wie ein Leben mit einem behindertem Kind aussehen könnte – ganz unverbindlich natürlich und offen für jede Art der Entscheidung.

🤝 Wenn Du möchtest, können wir Beraterinnen einen solchen Kontakt herstellen oder Du schaust in unserem Forum vorbei. Wir sind auch für Dich da, damit Du Deine Gedanken und Gefühle erst einmal sortieren kannst. 
In jedem Fall musst Du damit nicht alleine bleiben!

Vielleicht interessiert Dich auch: 
↔️ Wie treffe ich eine gute Entscheidung?
📝Abtreibung: Pro und Contra inkl. Selbsttest

Oder Du möchtest hier weiterlesen: 
🏡 Leben mit einem kranken / behindertem Kind – kann ich das?
🙌 Unterstützung in Deiner Nähe
➡️ Mögliche Alternativen zur Abtreibung
 

Ablauf eines Spätabbruchs

Sollte eine entsprechende Indikation vorliegen und eine Frau den Weg einer Spätabtreibung wählen, geht es folgendermaßen weiter:

  • Nach einer auffälligen Diagnose muss die Schwangere eine umfassende Beratung bekommen, was die Spätabtreibung aus medizinischer und psychischer Sicht bedeutet. Denn angesichts der vermutlich schon recht weit fortgeschrittenen Schwangerschaft kann sich dieser Eingriff belastend und prägend auf die Psyche einer Frau auswirken. Der Arzt sollte außerdem auf weitere psychosoziale Beratungsangebote hinweisen, die die Frau wahrnehmen kann.
  • Zwischen ärztlicher Konsultation und Einleitung des Abbruchs ist bei der Spätabtreibung eine Bedenkzeit von mindestens drei Tagen gesetzlich vorgeschrieben. Angesichts der weitreichenden Entscheidung und schweren Situation darf sich die Frau natürlich so viel Zeit nehmen, wie ihr guttut.
  • Den Schwangerschaftsabbruch muss ein anderer Arzt vornehmen als derjenige, welcher die Diagnose gestellt hat. 
Auch für das medizinische Personal ist ein Spätabbruch keine Routine, und es gilt jeweils die Gewissensfreiheit des Personals.

 

Methoden eines späten Schwangerschaftsabbruchs

Wenn eine Schwangerschaft durch einen Spätabbruch – also nach der gesetzlich erlaubten Frist – beendet wird, werden andere Methoden angewendet als gewöhnlich. Denn in diesem Stadium der Schwangerschaft ist in der Regel weder eine medikamentöse Abtreibung mit Mifegyne® noch eine Ausschabung oder Absaugung möglich.

Bei einem späten Schwangerschaftsabbruch wird deshalb eineGeburt durch Medikamente eingeleitet. Wenn diese Medikation ihre Wirkung zeigt, beginnt der Geburtsvorgang, der von Ärzten und Hebammen begleitet wird. Je nach Stadium der Schwangerschaft gibt es folgende zwei Methoden der Spätabtreibung:

Stadium der Schwangerschaft

Methode

Kind außerhalb des Mutterleibs noch nicht lebensfähig (bis zur ca. 20. SSW)

Einleitung der Geburt als Abtreibung. In diesem Fall stirbt das Kind in aller Regel während des Geburtsvorgangs.

Kind außerhalb des Mutterleibes lebensfähig (ab der ca. 20 SSW)

Fetozid: Dem Kind wird durch eine Spritze eine Kaliumchlorid-Lösung injiziert. Dadurch kommt es zum Herzstillstand und Tod. Danach wir die Geburt eingeleitet.

 

  • Solange das Kind außerhalb des Mutterleibs noch nicht lebensfähig ist, wird die Geburt eingeleitet. Denn in diesem Fall stirbt das Kind in aller Regel während des Geburtsvorgangs.

  • Sobald das Kind jedoch außerhalb des Mutterleibes lebensfähig wäre, müssten die Ärzte direkt nach der Geburt alles tun, um das Leben des Kindes zu erhalten, sollte es lebend zur Welt kommen. Daher kann in diesem Fall das Kind vor der Einleitung der Geburt im Mutterleib getötet werden (Fetozid). Bei dieser Methode des Schwangerschaftsabbruchs wird dem Kind durch eine Spritze eine Kaliumchlorid-Lösung injiziert. Dadurch kommt es zu Herzstillstand und Tod.

 

Spätabtreibung? Wenn Du selbst vor der Frage stehst…

Neben einem auffälligen pränatalen Befund, könntest Du Dir auch aus einem ganz anderen Grund die Frage stellen: Spätabtreibung – ja oder nein? Möglicherweise hast Du gerade erfahren, dass sich in Deiner Schwangerschaft unerwartete Schwierigkeiten auftun, die Du vorher gar nicht absehen konntest.

Viele betroffene Frauen machen in dieser Situation zudem die Erfahrung, dass auch ihr Umfeld völlig überfordert ist und nicht weiß, wie es sich verhalten soll. Oder auch Dein Partner erlebt sich als hilflos und kann nicht so für Dich da sein, wie Du es erhoffst? 

Womöglich wurde Dir mit Ratlosigkeit oder eher verletzenden Pauschalurteilen begegnet. Du triffst vielleicht auf gar kein Verständnis und weißt nicht, mit wem Du über alles einmal sprechen kannst?

💬 Gerade hier kann der persönliche Austausch mit einer erfahrenen Beraterin große Entlastung bieten. Wenn Du Dir auch jemanden wünschst, der Dir einfach zuhört, ohne Dich zu verurteilen, dann wende Dich an uns Beraterinnen! Wir nehmen uns gerne Zeit für Dich, um Dich auf der Suche nach einer guten Entscheidung zu begleiten.

💌 Erzähle uns gerne von Deiner persönlichen Situation – zum Kontakt per Mail, WhatsApp oder über unsere Hotline

Oder nutze unsere digitalen Beratungsangebote mit Sofort-Auswertung:

⚖️ Spätabtreibung: ja oder nein? – zum Abtreibungstest (mit Sofort-Auswertung und der Möglichkeit zur persönlichen Beratung)
👥 Schwanger: Welcher Typ bin ich? – zum Persönlichkeitstest
💡 Deine größte Sorge – zum Problemlösungstest
💪🏾 Welche Kräfte stecken in mir? – zum Stärkentest

 

Auch interessant:

💬🙋🏻Ich möchte mit einer profemina-Beraterin über meine Situation reden

Meine derzeitige Situation:
Hat Dir dieser Artikel weitergeholfen?